Donnerstag, 12. Dezember 2019

Running Queen, Trainingsweltmeister, Freak oder Businessläuferin Welcher Läufertyp sind Sie?

Bunte Vielfalt: Läufer laufen aus den unterschiedlichsten Gründen - und auf verschiedenste Arten

6. Teil: Der Freak

Immer auf der Suche nach Grenzerfahrungen: Der junge Wilde liebt sportliche Herausforderungen

Da ist er endlich - der junge Wilde, auf den die Läuferwelt gewartet hat. Er ist eine Sportskanone und er liebt seinen Körper, weil er so gesund und stark ist. Das ist allerdings mehr oder weniger auch sein eigener Verdienst, denn er pflegt und trainiert seinen Körper. Er ernährt sich schon seit ein paar Jahren vegan und achtet gleichzeitig penibel darauf, dass er beispielsweise aus Nüssen und Soja-Produkten ausreichend Proteine zu sich nimmt. Denn er macht sehr viel Krafttraining und die Muskulatur braucht schließlich Baustoffe.

Ganz neu hat er für sich "CrossFit Endurance" entdeckt. Der Clou an seiner neuen Trainingsform ist die schnelle Ausführung der Moves bei hoher körperlicher Intensität und das auch noch ganz ohne Pausen. Damit trainiert der Freak gleich drei Fitnessaspekte auf einmal: Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer.

So kam er eigentlich auch zum Laufen. Ein Mädel, mit der er zweimal pro Woche "CrossFit Endurance" macht, hat ihn überredet, abends mal mit durch die City zu rennen. Sie treffen sich spätabends immer am Dom und laufen dann mit der ganzen Gruppe, die mittlerweile aus mehr als 40 Läufern besteht, über Hauptstraßen, durch Einkaufspassagen und sogar schon mal über die Brücke der Stadtautobahn. "Läufer erobern sich die Stadt" ist deren Motto und das Mädel hat neulich sogar alle überredet, alle paar Kilometer stehen zu bleiben, um Burpees, Squads und Planks zu machen. Das war geil!

Aus Spaß hat er sich vor längerer Zeit spontan zu einem Halbmarathon angemeldet. 21 Kilometer müssten doch aus dem Stand zu schaffen sein. Gewonnen hat er auf jeden Fall schon mal die B-Note in Sachen Outfit. Schwarzes Shirt mit neongelbem Totenkopflogo vom "Oregon Project", weiße Short, die locker auf den Hüften hängt und eine Cap auf dem Kopf, die andere Jungs nur zum Skaten anziehen, dazu ein Piercing in der Nase und die Tattoos auf den durchtrainierten Armen, aber an den Füßen einen ultrateuren Rennschuh.

Die Basis muss schließlich stimmen - wie bei der Ernährung. Na ja, und der Halbmarathon? Das war eine harte Nuss. Die ersten 10 Kilometer ist er einfach mal in der Spitzengruppe mitgegangen, aber dann ging ihm gehörig die Puste aus. Macht nix - aufgeben gibt es nicht und so hat er sich immerhin noch mit einer Zeit unter 90 Minuten ins Ziel gekämpft. Gar nicht schlecht für sein erstes Mal.

Das wird er auf jeden Fall noch mal machen, aber dann sollte er vielleicht vorher mal ein paar längere Läufe absolvieren. Hat er dann auch gemacht. Auch wieder mehr oder weniger spontan lief er von seinem Zuhause zu seiner Freundin, die 53 Kilometer weit weg wohnt. Tat ganz schön weh am Ende, aber war auf jeden Fall eine Grenzerfahrung. Das macht er mal wieder, doch dann vielleicht in den Alpen. Da soll die Aussicht so cool sein….

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