Donnerstag, 14. November 2019

Laufband fürs Büro Gehpult statt Stehpult

Fit im Büro: Ein Laufband als Schreibtisch
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2. Teil: Es dauert sehr, sehr lange, bis ein paar Kalorien verbrannt sind

Der Vergleich mit dem Smart passt aber auch in positiver Hinsicht. Denn das Band soll ja deshalb so klein sein, damit man es auch in kleinen Büros einparken kann. Zusammengeklappt misst es gerade mal 122 mal 56 mal 31 Zentimeter. Raumgreifende Schritte lassen sich darauf naturgemäß nicht machen. Und auch Steigungen lassen sich nicht simulieren - man geht immer in der Ebene. Ein richtiges Sportgerät ist das nicht.

Ein richtiger Schreibtisch aber auch nicht, denn die Ablage ist recht klein. Wenn der Laptop drauf steht, sieht man das Display des Laufbands nicht mehr. Das ist aber nicht so schlimm, weil man die Geschwindigkeit ja nicht dauernd ändern muss - und es dauert sowieso sehr, sehr lange, bis man gemütlich gehend eine so signifikante Kalorienzahl verbraucht hat, dass es einen gesonderten Blick aufs Display lohnen würde. (Ganz abgesehen davon, dass diese Angabe eher Spielerei ist - wer wieviel Kalorien verbrennt, hängt von etlichen Faktoren ab, von denen das Laufband nur zwei erfasst, nämlich Strecke und Geschwindigkeit.)

Zum Arbeiten ist es aber problematisch, dass das Gerät nicht höhenverstellbar ist. Die oben erwähnten amerikanischen Geräte bieten das ab Werk, nebst ausreichend Arbeitsfläche - kosten dafür auch gerne mal deutlich mehr als 2000 Dollar. Das Home Run ist bei den günstigsten Anbietern unter 500 Euro zu haben.

Das Schreiben bleibt schwierig

Es liest sich ganz gut im Gehen, aber es schreibt sich nicht gut. Und telefonieren kann auch schwierig sein: "Sie klingen so gehetzt, haben Sie gerade Stress?" Wobei abzuwägen wäre, was aus karrieretechnischer Sicht besser ist: So zu klingen, als hätte man Stress, oder so zu klingen, als hätte man keinen. Es gibt gute Argumente für beides. Ich bin allerdings eher der Typ, der immer souverän klingen möchte. Und bei manchen Gesprächen wirkt auch ganz dezentes Keuchen einfach ein wenig unpassend.

Nach einigen Tagen des Testens kristallisiert sich heraus: Das Schreiben bleibt schwierig. Es ist keine Gewöhnungssache, sondern klappt einfach nicht gut, weil die Feinmotorik des Tastentreffens nicht optimal zur Grobmotorik zügigen Gehens passt. Jedenfalls bei mir nicht. Vielleicht wäre das an einem richtigen Schreibtisch mit Laufband anders, auf dem man auch einen Desktop mit vernünftiger Tastatur unterbringen kann.

Aber die laufende Lektüre lässt sich tatsächlich im Gehen erledigen. Und wenn man nur mal etwas nachschauen möchte, kann man das auch am Gehpult tun statt im Sitzen. Das Gerät ist tatsächlich eine nette Ergänzung des Büromobiliars. Das mit dem Zusammenklappen ist allerdings eher Spielerei - wenn man schon Bewegung in den Alltag bringen will, sollte das Gerät immer betriebsbereit sein, sonst wird das nichts.

Fazit: Wer als Sportler oft auf richtigen Laufbändern läuft, wird mit einem solchen Gerät wahrscheinlich dauerfremdeln. Wer allerdings unzufrieden damit ist, sich insgesamt zu wenig zu bewegen, für den kann ein Arbeits-Laufband schon mal ein guter Anfang sein.

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