Dienstag, 21. Mai 2019

Neue Laufband-Innovationen Auf der Stelle fit

Neue Laufbänder: Es wird kurvig
Sarah Tschernigow

3. Teil: Laufen durch virtuelle Landschaften: Athene aus Finnland

Ein Laufsystem, mit dem man nicht nur geradeaus, sondern in alle Richtungen laufen kann - damit wirbt das finnische Unternehmen Athene. Es hat mit seiner Athene Exergaming-Linie, so viel sei vorweg genommen, immerhin den zweiten Platz beim Innovationspreis der Fitnessmesse FIBO 2014 belegt (den ersten bekam die Wippschale Slack Nut, die das Balancieren auf Bändern in verschiedenen Positionen ermöglicht).

Das Prinzip ist schnell erklärt: der Kunde steht auf einem einfachen Laufband vor einer virtuellen Wand, und damit joggt er wie im Computerspiel in einer virtuellen Welt. Zur Auswahl stehen unter anderem eine Insel und die finnische Stadt Kajaani, aus der die jungen Macher Veli-Matti Nurkkala und Jonna Kalermo kommen. "Man kann sich durch die Innenstadt von Kajaani laufen", erklären sie. "Sogar die Verkehrsschilder sind eins zu eins nachgemacht."

So weit so gut. Aber wie kann ich mich durch eine 3D-Welt bewegen, wenn das Laufband nur eine Richtung kennt? Ganz einfach: mit Arm- und Kopfbewegungen sowie Rumpfneigungen. Wer links abbiegen will, muss seinen Körper in eine leichte Schieflage bringen. "Wir verbinden Training mit Spielen", sagt Nurkkala. "Es gibt auch Challanges, wo du Kisten und Symbole einsammeln musst. Das funktioniert mit den Händen. Du musst einfach danach greifen, oder in die Luft wischen."

Man vergisst, dass man sich bewegt

Ich bekomme einen Sensor umgeschnallt, etwas größer als eine herkömmliche Pulsuhr. Über ein Programm werde ich mit dem Spiel verbunden und schon geht es los. Es funktioniert tatsächlich kinderleicht und genauso fühle ich mich auch: wie ein Kind. Begeistert schnappe ich nach goldenen Kisten und renne gegen Häuserwände, ohne mir wehzutun. Ich lache und feixe.

Keine Frage: diese Form der Bewegung, man kennt es von anderen Computerspielkonzepten, spricht eine sonst bewegungsfaule Klientel an. Denn man vergisst, dass man sich bewegt. Darin liegt aber auch genau das Problem: Ich bin von der virtuellen Welt um mich herum so abgelenkt, dass ich zwischendurch vergesse auf einem Laufband zu stehen und einmal fast herunterfalle, weil meine Rechtskurve etwas zu ambitioniert war.

Ich kann mir nicht vorstellen, länger als zehn bis 15 Minuten den Athene zu nutzen, denn das abrupte Kopfneigen und eine Straße entlang heizen macht etwas weich und schummerig im Kopf - ein ernst zu nehmendes Trainingssystem ist das nicht. Aber es ist sportliches Entertainment.

Was noch für das Konzept spricht: vor die virtuelle Wand kann man alle möglichen Geräte stellen, auch Cycling-Räder. Sie müssen nur technisch kompatibel sein. Zur Zeit gibt es das System aber noch nicht auf dem Markt. Die finnischen Erfinder suchen Investoren.

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