Andreas Butz

Lauftipp des Monats Jung bleiben - 5 starke Gewohnheiten

Andreas Butz
Von Andreas Butz
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Jung bleiben ist nichts für Feiglinge. Lesen Sie hier, wie Sie mit fünf starken Gewohnheit für mehr Vitalität in ihrem Leben sorgen. Die konkreten Tipps sind mit etwas Mut sofort umsetzbar - und bringen Sie voran.
Dreimal die Woche Laufen: Grundbaustein für körperliche und mentale Fitness

Dreimal die Woche Laufen: Grundbaustein für körperliche und mentale Fitness

Foto: PixelsEffect / Getty Images/iStockphoto

Vielen Dank! Selten habe ich auf unterschiedlichen Kanälen so viele positive Rückmeldungen erhalten wie auf meinen jüngsten Beitrag für manager magazin Lebensstil schlägt Gene. Gründe für mich, den im letzten Artikel beschriebenen fünf Haltungen, mit denen Sie Ihre Grundeinstellung auf ein gesundes Leben ausrichten, hier um fünf starke Gewohnheiten zu ergänzen. Diese mögen am Anfang vielleicht unbequem sein, doch wer es schafft diese umzusetzen, wird garantiert durch ein Mehr an körperlicher und geistiger Fitness belohnt. Freuen Sie sich auf ganz konkrete und sofort umsetzbare Tipps, die auch ich in den letzten Jahren zu meinen Gewohnheiten gemacht habe.

Der großartige 2014 verstorbene Schauspieler Joachim Fuchsberger gab seinem letzten Buch den Titel "Altwerden ist nichts für Feiglinge". In seinem sehr ehrlichen Buch hat der beliebte Held vieler Kinofilme beschrieben, dass das Seniorendasein nicht nur schöne Seiten hat und man sich auch so manchen unliebsamen Herausforderungen stellen muss. Erfahrungen, von denen man in der Leichtigkeit der Jugend schlichtweg keine Ahnung hat.

Andreas Butz
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Andreas Butz ist einer der gefragtesten Laufexperten in Deutschland. Der gelernte Banker, über 140-fache Marathonläufer und Gründer der Laufcampus Akademie trainiert und motiviert mit seinem Trainerteam Menschen und Unternehmen. Sein Credo: "Laufen ist der kürzeste Weg zu allem, was Menschen erfolgreich macht. Er hat zahlreiche Laufbücher geschrieben. 2015 erschien "Schwitzen für Erfolg – In Laufschuhen Karriere machen".

Auf seiner Facebook-Seite gibt Andreas Butz regelmäßig Live-Coachings .

www.laufcampus.com 

"Jung bleiben ist nichts für Feiglinge" könnte der Titel eines Buches sein, das ich einmal schreiben werde. Dieses würde ein Mut machender Ratgeber, wie es gelingt persönlich unbequeme Entscheidungen zu treffen. Das Ziel jung zu bleiben hat viel mit Willensstärke zu tun, denn Veränderungen tun oft weh. Vor allem, es um liebgewonnene Gewohnheiten und Genüsse geht.

Daher gehört manchmal auch Mut dazu anders zu leben, als es das Umfeld von einem erwartet und ein Kopfschütteln der Kollegen und Freunde auszuhalten. Gewohnheiten abzulegen, heißt nicht nur mitunter schwierige persönliche Veränderungen einzuleiten, sondern auch Erwartungen selbstsicher entgegenzutreten. Die hier beschriebenen Empfehlungen zählen auch zu meinen Gewohnheiten, die ich Ihnen wärmstens zur Umsetzung ans Herz legen möchte.

Diese 5 starken Gewohnheiten helfen

Zunächst in der Übersicht, dann ausführlich zur Nachahmung beschrieben:

· Ich laufe wöchentlich mindestens drei Mal

· Ich trainiere meine Athletik täglich

· Ich kaufe Lebensmitteln stets in BIO-Qualität

· Ich trinke keinen Alkohol

· Ich achte auf einen gesunden Schlaf

1. Gewohnheit: Ich laufe wöchentlich mindestens drei Mal

Tägliches Laufen bis 20 Kilometer liegt in unserer Natur. Tatsächlich bewegt sich der Deutsche im Schnitt nur etwa 700 Meter täglich zu Fuß. Bewegungsmangel ist damit eine der Hauptursachen vieler Zivilisationskrankheiten und sehr leicht zu ändern. Machen Sie drei wöchentliche Laufeinheiten zu Ihrer Routine und beherzigen Sie meinen Rat: Einmal ist kein Mal. Zweimal Laufen pro Woche dient maximal der Formerhaltung. Ab drei Lauftrainings pro Woche profitiert die Gesundheit messbar. Mit drei wöchentlichen Einheiten kann man sogar Halbmarathon laufen (21,1 Kilometer). Das alles gilt auch für Laufanfänger.

· Anfänger starten mit 3 Minuten laufen und 2 Minuten Gehpausen, dies so oft wiederholen, bis die 40 Minuten erreicht sind. In den Folgewochen werden die Laufpassagen gesteigert, zunächst auf 5 Minuten, dann 8, 12, 20 und 30 Minuten, bis in der siebten Woche 40 Minuten langsames Dauerlaufen möglich ist. Gratulation, ab sofort sind Sie Läufer und kein Laufanfänger mehr.

· Wenn Sie bereits Läufer sind, dann bringen Sie Abwechslung ins Training. Soll es bei den 40 Minuten bleiben, dann trainieren Sie an einem Tag einen zügigen Dauerlauf (ZDL), an einem anderen einen regenerativen langsamen Dauerlauf (LDL) und als drittes Training machen Sie ein Fahrtspiel (FSP). Dieses Basisprogramm und auch ambitioniertere Ziele gelingen viel einfacher mit einem individuellen Trainingsplan und einer guten Sportuhr.

2. Gewohnheit: Ich trainiere meine Athletik täglich (zB vor dem Händewaschen)

Wo wir gerade bei Zivilisationskrankheiten waren, "Rücken" gehört auch dazu. Das Training der im Alltag vernachlässigten Rumpfstabilität lässt sich aber superleicht mit einigen Mini-Gewohnheiten in den Alltag integrieren. Machen Sie es doch einfach wie ich:

· Vor jedem Händewaschen einige Liegestütze. Mal angenommen, Sie kommen so täglich in Summe auf 30 Liegestütze, dann sind das unglaubliche 10.000 Liegestütze pro Jahr. Hammer! Dafür gilt es diese Mini-Gewohnheit im Alltag zu integrieren. Sie kommen von der Toilette, erst Liegestütze, dann Händewaschen. Sie nehmen ein Bad, erst Liegestütze, dann Duschen usw.

· Was ich sonst noch so mache? Im Büro regelmäßig den Rückenstrecker: Schulterbreiter Stand, Beine gestreckt, mit geradem Oberkörper nach vorne beugen, Gewicht von Kopf und Arme ziehen den Oberkörper nach vorne, eine Minute locker hängen lassen. Diese einfache Übung schafft es zahlreiche Verspannungen zu beseitigen, nach dem Sport und immer wieder im Alltag.

· Und beim abendlichen Fernsehen nutze ich die ersten 10 Minuten die Faszienrolle, entweder regenerativ zur Entspannung oder gezielt zur Behandlung von kleinen Wehwechen.

3. Gewohnheit: Ich kaufe Lebensmitteln stets im BIO-Qualität

Künstliche Stabilisatoren (E-Nummern) und Pestizide wie Insektizide, Fungizide und Herbiziden gehören definitiv nicht in unsere alltägliche Ernährung. Machen Sie es daher auch in diesem Punkt wie ich: Neben unserer Vitality Kochschule haben wir auch unser Zuhause zur Vollwertzone erklärt. Abgesehen davon,

· dass wir seit 2008 kein Mehl mehr kaufen und ausschließlich das volle Korn verarbeiten,

· seit ebenso langer Zeit keinen Industriezucker mehr verwenden,

· verarbeiten wir auch ausschließlich Lebensmittel in BIO-Qualität.

Was anfangs noch mühsam war ist heute sehr einfach. Selbst Discounter führen inzwischen BIO-Produkte in dreistelliger Anzahl je Markt und dies auch von den großen anerkannten BIO-Labeln wie Bioland, Demeter und Co. Ein großer Vorteil meiner Idee der Vollwertzone ist auch, dass Sie auswärts, bei Geschäftsessen oder Familientreffen zum Beispiel, ganz entspannt sein können. Ab und zu nicht BIO ist in der Regel kein Problem.

4. Gewohnheit: Ich trinke keinen Alkohol

Diese Gewohnheit praktiziere ich leider erst seit November 2018. Zum wiederholten Male hörte ich die Empfehlung, auf Alkohol gänzlich zu verzichten. Ich erinnere mich genau. Der bei mir letztlich erfolgreiche Impuls war ein Video von Professor Ingo Froböse, der eindrucksvoll erklärte, dass Alkohol und Sport niemals zusammenpassen. Alkohol ist ein Zellgift und damit nicht nur Auslöser vieler Zivilisationskrankheiten. Alkohol unterbricht auch die Regeneration – die Zellerneuerung – und damit auch die Anpassung auf die oben beschriebenen gesunden Reize unseres Lebensstils (Ernährung und Sport). Erkennt unser Organismus Alkohol, unterbricht er die Erneuerungsprozesse, denn er hat Wichtigeres zu tun: Das Nervengift Alkohol zu entsorgen.

Vor meiner Entscheidung, künftig grundsätzlich auf Alkohol zu verzichten, hatte ich folgendes Selbstgespräch: "Wie lange, Andreas, trinkst du schon Alkohol und nimmst damit dieses von dir als solches nicht erkannte Zellgift zu dir? Keine Ahnung? Wenn seit dem 18. Lebensjahr, dann wohl bereits seit 35 Jahren." 35 Jahre! Dieser Gedanke machte mich zunächst traurig, dann aber entschlussfreudig. Mindestens weitere 35 Jahre werde ich nun auf Alkohol verzichten, und dann neu entscheiden. Und Sie? Ich bestelle inzwischen seit drei Jahren nur noch stilles Wasser im Lokal und zu Hause ist ja sowieso unsere Vollwertzone.

5. Ich achte auf einen gesunden Schlaf

Das Sicherstellen eines gesunden Schlafs ist für mich die größte Herausforderung, an der ich permanent arbeite. Denn die Liste an Gelegenheiten den Schlaf zu stören, ist lang. Doch wenn wir uns vor Augen führen, dass neben gesunder Ernährung, täglicher Bewegung (Laufen und Athletiktraining) der Schlaf der dritte maßgeblicher von uns selbst zu beeinflussende Faktor zu einem gesunden Lebensstil ist, dann lohnt es sich dafür zu kämpfen. Welche dieser Mini-Gewohnheiten ist für Sie die entscheidende Gewohnheit zu einem gesunden Schlaf?

· Bei Frischluftzufuhr in abgedunkeltem Schlafzimmer ruhen.

· Drei Stunden vor der Nachtruhe keine Energie mehr aufnehmen (im Essen oder Trinken).

· Grundsätzlich nicht zu viel essen. Ärgerlich aber wahr, auch gesund kann man zu viel essen und die Verdauungsorgane damit unnötig belasten (Noch mein größtes Problem, ich esse einfach zu gerne).

· In den 45 Minuten vor dem Zubettgehen in keine hellen Bildschirme mehr schauen.

· Keine Nachrichten mehr empfangen, seien es persönliche Nachrichten oder Meldungen aus dem Weltgeschehen.

· Mit stärkenden Gedanken im Bett den Tag abschließen. Was war besonders schön heute?

Lassen Sie uns nicht aufhören bewusst und aktiv unser Leben zu gestalten. Körperliche und geistige Fitness ist der Lohn dafür.