Der Berg ruft Exklusive Mountainbikes für den Rad-Sommer

Von Arne Gottschalck

Die Bike-Saison steht in voller Blüte - auch wenn immer wieder Regenschauer das Land tränken. Wohl dem also, der sich im wohlverdienten Sommerurlaub ein paar schöne Bike-Tage in den Bergen machen kann. Denn dort flutet die Sonne so manches Tal, so manchen Trail.

Für alle, die noch Daheim bleiben müssen, bietet manager magazin online den idealen Wochenausklang - eine Übersicht über ausgefallene und exklusive Mountainbikes. Träumen ist ausdrücklich erlaubt. Und Routen im Geiste abzufahren, macht zwar nicht fit, aber glücklich.

Goldstück fürs Gelände

Foto: Ghost

Eigentlich eine Art Denkmal fürs Gelände: Die Firma Ghost wollte das Jubiläum ihres Fullys, also eines vollgefederten Rads, angemessen feiern - und tat das durch die Schaffung einer limitierten Sonderauflage von 20 Stück, vergoldet und zum Stückpreis von 20.000 Euro.

Der Name klingt entsprechend pompös: Ghost AMR 20th Gold Edition. Ob es auch ein Bike aus Platin gibt?

Anleihe aus der Antike

Foto: mountainbike magazin

Hopliten waren die schwergerüsteten Fußsoldaten der Griechen, in Zeiten von Illias und Odysee. Warum der Hersteller Falkenjagd sein Mountainbike Hoplit nennt? Eine Frage für Sprachwissenschaftler.

Für Radler ist sie egal - denn dieser Fußkrieger hat tatsächlich aufgerüstet mit einer derzeit noch wenig verbreiteten Schaltung.

Das Pinion-System, die Ausbeulung direkt zwischen den Kurbeln, kapselt alles ab - und treibt den Preis auf 6.450 Euro. Dank des Titanrahmens bleibt das Gewicht indes mit 12,3 Kilo hübsch niedrig. Getreu dem Motto: Je leichter, je teurer.

Nabe statt Kettenklimpern

Foto: Maxx

Aufrüstung, die zweite: Das Racemaxx 29 Rohloff verfügt, wie der Name sagt, über eine Rohloff-Schaltung statt der üblichen Kettenschaltung. Diese Nabenschaltung gilt als sehr robust, aber auch als sehr teuer.

Die Idee - damit entsteht ein Mountainbike, das weniger Wartung benötigt als eines mit Kettenschaltung. Immerhin gibt es ja keine Ritzel, die offen liegen und abnutzen können.

In der Summe kommt der interessierte Radler auf einen Preis von mindestens 3.099 Euro.

Kraft aus des Dose

Foto: emotion-technologies

Die Kraft aus der Dose, die dritte Form der Aufrüstung: emotion-technologies wertet ein Mountainbike mit einem E-Antrieb auf. Einem E-Antrieb, der schon in die Leistungssphären von Verbrennermotoren vorstößt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 75 Stundenkilometern.

Erlaubt ist das nicht auf Deutschlands Straßen. Allerdings gibt es auch abgeregelte Varianten. Basis des M1 Spitzing ist ein vollgefederter Carbonrahmen. Für die schnelle Krawall-Variante sind mindestens 6.499 Euro fällig.

Das Urvieh

Foto: Bronto

Braun und bullig, so kommt das Bronto Paycheck daher. Der Knick im Oberrohr ist kein Unfall, sondern Absicht des Konstrukteurs - so hält es einen größeren Abstand zum Schritt des Fahrers, um schmerzhafte Erfahrungen im Gelände zu vermeiden.

Weniger Aua, mehr Aha also. Der Rahmen allein kostet 1.599 Dollar. Und der Rest? Das richtet sich nach den Wünschen des Kunden. Die bauen sich die Räder indes inaller Regel selbst auf.

Weniger ist mehr

Foto: Baum Cycles

Aufrüstung durch Abrüstung: Baum Cycles aus Australien hat sich für dieses Bike - eine Variante des Extensa Ti - dafür entschieden, gar keine Schaltung anzubieten. Single-Speed heißt das.

In der Stadt ist das nicht neues, vollbebartete Hipster steuern auf entsprechenden Rennrädern Szenecafes an - zumindest will es so das Klichee.

Doch im Gelände ist Single-Speed eher selten. Immerhin, der Rahmen besteht aus Titan, wie das Kürzel Ti verrät. Übrigens in 26, 29 und 27,5 Zoll zu haben. Nur der Preis wird nicht verraten. Auch eine Aussage.

Voll fettes Bike

Foto: Ellis

Fettes Bike: Von wegen Jugendsprache - Fatbikes sind seit geraumer Zeit the "next big thing". Statt komplexer Federinstallationen sollen dicke Reifen, artgerecht mit geringem Luftdruck gefahren, die Härten des Untergrunds vom Fahrer des Ellis Neve Fatbike fernhalten.

Handgebaut ist das Geschoss - Preise entsprechend nur auf Anfrage zu erhalten.

Stählerner Schönling

Foto: Columbine Cycle

Zu schön fürs Gelände? Hochglanzmuffen an einem Stahlrahmen von Columbine Cycle. Handgefertigt in den USA, genauer, in Kalifornien. Seriengeröhr gab es dort nie. Entsprechend beginnen die Preise bei 3000 Dollar - nur für Rahmen und Gabel.

Entsprechend begütigend unterschreibt Firmengründer John Murphy seine Broschüre - "Regards n Tailwinds", Grüße und Rückenwind. So viel Höflichkeit dürfte bei den Preisen auch inklusive sein.

Alles Handarbeit

Foto: Clockwork Bikes

Handgemacht, nur für den einen Kunden: Am Anfang steht ein Gespräch, heißt es auf der Homepage von Clockwork Bikes. Man plauscht, man sinniert und einigt sich dann auf ein Rad. So eines wie das im Bild gezeigte.

Ein Hardtail, vorne eine Federgabel, hinten starr - das Universalgerät fürs Gelände. Preise werden nicht genannt. Doch Ausstattung und Handarbeit lassen ahnen, dass es kein billiger Spaß ist.

Das Feder-Viech

Foto: Orange Moutain Bikes

Mit der Gabel kommt man überall durch: 160 Millimeter beträgt der Federweg beim Alpine 160 RS26 aus dem Hause Orange Bikes.

Mindestens 3000 Pfund muss hinlegen, wer damit die Bergwelt Englands unter die Pneu nehmen will - von dort stammt das Rad. Allerdings wird es mit der Ausrüstung auch in den Alpen oder anderen alpinen Regionen der Welt zurande kommen.

Holzfällerhemd auf Rädern

Foto: Appleman Bicycles

Rustikal im Outfit und Namen: Der Appleman Lumberjack 29+, der Holzfäller also. Das 29 bezeichnet das Maß der Reifen - das inzwischen auch das Maß aller Dinge bei Mountainbikes ist.

Das Plus wiederum steht für die Reifen - denn sie sind dicker als die herkömmlichen Reifen dieser Radgattung.

Der Rahmen besteht aus Carbonfasern, entsprechend hoch auch der Preis. 10.000 Dollar soll das gute Stück kosten.

Titan aus Titan

Foto: Punch Cycles

Titan, edel und leicht: Das Punch MTB 29 Hook kostet als Rahmenset 2.028 Euro, in der Topausstattung 5.500 Euro.

Als Hardtail, sprich mit Federgabel, ist es so etwas wie die Allzweckwaffe der Fahrradindustrie fürs Gelände. Wobei Industrie - Punch ist eher eine kleine, feine Bike-Schmiede.

4.400-Dollar-Geschoss

Foto: Litespeed

Ein Fully, ein vollgefedertes Bike also, ist dagegen das Litespeed Sewanee. Aber nicht irgendeines, sondern eines aus Titan. Allein der Rahmen kostet 4.400 Dollar.

Der Rest ist Ausstattungssache. Wie so oft in der Fahrradindustrie.

Immernurrunter

Foto: Rotwild

Für den Weg abwärts ist das Rotwild R.G1 FS 26 gebaut - zu sehen unter anderem am langen Federweg der Gabel.

Komplett wiegt so ein Rad um die 13 Kilo, wenig für die verbauten Federelemente. Dafür kostet allein der Rahmen 2.499 Euro.

Italo-Geschoss

Foto: Pinarello

Das Pinarello Dogma XM 9.9 ist für schweres Gelände entworfen. Carbonrahmen und vollgefedert, billig ist das mit 7.500 Dollar nicht. Aber offenbar erfolgreich.

So erfolgreich, dass das Italo-Design offenbar auch Fälscher lockt. Das Unternehmen selbst zumindest warnt auf seiner Homepage vor gefälschten Rahmen. Für den ein oder anderen mag das ein zusätzliches Kaufargument sein.

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