Montag, 17. Februar 2020

So beugen Sie Rückenleiden vor Das schmerzfreie Büro

Büroleiden: Wie Büroarbeiter Rückenleiden vorbeugen
TMN

Millionen Deutsche verbringen ihren Arbeitstag sitzend. Sie bewegen sich wenig und starren auf einen Monitor. Die Folgen: Büroarbeiter sind besonders häufig von Beschwerden der Muskeln und des Skeletts betroffen. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) klagen 40 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen über Nackenschmerzen. Kreuzschmerzen hat etwa jeder Zweite.

Dagegen kann man etwas unternehmen. Zwischendurch immer mal aufstehen und kleine Gymnastikübungen für die Durchblutung und die Beweglichkeit zu machen, ist relativ einfach. Man muss es nur tun. Außerdem hilft es, den Arbeitsplatz gut einzurichten.

Es muss ja nicht gleich ein Schreibtisch mit Laufband sein.

Der Monitor sollte so eingestellt sein, dass man auf ihn herab schaut, sagt

Professor Karsten Kluth, Experte für Arbeitswissenschaft und Ergonomie an der Universität Siegen. Schauen die Augen entspannt, blicken sie nämlich leicht nach unten. Genauso der Nacken: In einer entspannten Haltung ist er ebenfalls leicht gebeugt. "Der Bildschirm sollte also so tief wie nur irgend möglich eingestellt sein. Dann sind die gröbsten Probleme schon mal weg", so Kluth. "Dauerhaft nach oben zu schauen, ist dagegen die Hölle für die Wirbelsäule und für die Nackenmuskulatur sowieso."

Zum Sitzen sei ein Bürodrehstuhl "das Maß aller Dinge", sagt Andreas Stephan, Leiter des Präventionsfelds Büro bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG. Der Stuhl sollte höhenverstellbar sein und möglichst verstellbare Armlehnen haben. Es gibt auch Modelle, bei denen man die Sitztiefe verändern kann. Damit lässt sich die Auflagefläche für die Oberschenkel einstellen. Idealerweise hat der Stuhl das GS-Zeichen, was für geprüfte Sicherheit steht.

Bloß keinen Gymnastikball an den Schreibtisch

Schafft man sich privat einen Drehstuhl an und kann über das Modell selbst entscheiden, empfiehlt Karsten Kluth unbedingt Probe zu sitzen. "Alles andere macht keinen Sinn." Ein Gymnastikball sei fürs Büro nicht empfehlenswert: "Sie brauchen eine Lehne. Sonst werden Sie krumm im Rücken und verspannen."

Wer schon unter Rückenproblemen leidet und einen sogenannten orthopädischen Stuhl braucht, kann dafür einen Zuschuss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Das Formularpaket ist recht umfangreich und muss zum großen Teil von einem Arzt ausgefüllt werden. Dafür gibt es dann aber bis zu 435 Euro Zuschuss.

Das Arbeiten am Laptop ist aus ergonomischer Sicht nur zu empfehlen, wenn man das Gerät wirklich mobil nutzt. "Als Dauerarbeitsplatz ist ein Laptop nicht geeignet, weil man Bildschirm und Tastatur nicht unabhängig voneinander einstellen kann", sagt Andreas Stephan. Zum Dauerarbeiten sollte man eine zusätzliche Tastatur anschließen.

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