Samstag, 19. Oktober 2019

Fahrrad-Navis und Handy-Apps für Radfahrer Gewusst wo bei Radtouren

Gewusst wo: Fahrrad-Navis und Handy-Apps für Radfahrer
Sebastian Hofer/pd-f.de/dpa-tmn

In der Stadt eignen sich Smartphone-Apps auch für Radfahrer bestens, um von A nach B zu kommen. Doch wer Touren machen will, greift besser zum Fahrrad-Navigationsgerät. Denn dessen Akku hält länger durch, und es bietet bessere Möglichkeiten zur Planung des Trips.

"Für alltägliche Wege in der Stadt sind Smartphone-Apps in der Regel besser geeignet", sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Apps greifen mittlerweile häufig auf eingespeiste Daten hunderter anderer Nutzer zu, das ist besonders in unbekannten Städten ein Vorteil", nennt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) weitere Vorteile. Außerdem seien Smartphone-Displays manchmal größer als die der Fahrrad-Navis. So lassen sich Kartendetails besser ablesen - jedoch fressen die Bildschirme auch jede Menge Akkustrom.

Für längere Touren, die auch mal kreuz und quer durch die Stadt oder zum Radwandern weite Strecken über Land führen, raten die Experten deshalb zu Navigationsgeräten. "Bei längeren Touren haben sie Vorteile, weil sie wetterfest sind, längere Akkulaufzeiten haben und oft bessere Möglichkeiten zur Planung bieten", sagt Filippek. Die Geräte sind zudem stoßfester als viele Handys und dürfen aus Lenkerhöhe auch schon mal auf den Boden fallen. Ihre Displays sind für den Outdoor-Einsatz optimiert: Spiegeln Smartphone-Oberflächen je nach Lichteinfall stark, sind viele der Navis mit sogenannten transflektiven Displays ausgestattet und lassen sich so noch in direktem Sonnenlicht gut ablesen.

Doch auch unter den Fahrrad-Navis gibt es Unterschiede: "Besonders software-seitig können Navis sperrig in der Bedienung sein", sagt Koßmann. Für möglichst genaue Ergebnisse empfiehlt er, dass die Geräte zu Routenkalkulation Verbindungen nicht nur zu GPS-, sondern auch Glonass-Satelliten aufbauen.

Das Fachmagazin "Bike Bild" (2/2019) nahm jüngst Modelle verschiedener Hersteller von 180 Euro bis 440 Euro unter die Lupe und weist auf weitere Unterschiede hin. So lassen sich an manchen Geräten Touren nicht nur durch Vorgabe von Ziel und Wegpunkten generieren, sondern auch in gewünschter Länge. Manche Touch-Displays funktionieren bei Regen nur eingeschränkt, weswegen manche Hersteller ihren Geräten zusätzlich Tasten gönnen.

Wer überlegt, sich ein Fahrrad-Navi anzuschaffen, sollte auch darauf achten, ob man in die Karten hineinzoomen kann oder ob das Display in Farbe oder nur in schwarz-weiß auflöst. Funktioniert das Re-Routing verlässlich? Passt sich die Route also dynamisch an, wenn man mal den Abzweig verpasst hat?

Wobei es vor allem Radwanderern weniger um das Erreichen eines Zielpunktes als vielmehr um den Weg an sich geht. "Daher sind die Routen bei guter Fahrrad-Navigation detailliert planbar und nicht nur auf das öffentliche Straßennetz beschränkt", sagt René Filippek. "Mit dem Rad möchte ich ganz andere Strecken fahren als mit dem Auto und auch die Wahl haben zwischen kurzen, flachen und szenisch schönen Strecken", ergänzt David Koßmann.

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