Sonntag, 26. Januar 2020

Fahrrad-Navis und Handy-Apps für Radfahrer Gewusst wo bei Radtouren

Gewusst wo: Fahrrad-Navis und Handy-Apps für Radfahrer
Sebastian Hofer/pd-f.de/dpa-tmn

2. Teil: Die Route am besten am PC planen

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Geräte und Software nicht nur den Unterschied zwischen verschiedenen Wegearten - Straße, Waldweg, Trail, Feldweg, geschottert oder asphaltiert - kennen. Sie sollten sie zur besseren Orientierung auch erkennbar auf dem Display abbilden. Zeigen die Geräte ein Höhenprofil an - umso besser. Teils lassen sich mit ihnen auch Rundreisen erstellen. Auch die Abbiegehinweise sollten eindeutig wahrnehmbar sein.

An vielen Geräten lassen sich Strecken anhand von Adressen, Kartenpunkten und Koordinaten oder Points-of-Interest (POIs) berechnen. Das sind für Radler zum Beispiel Restaurants oder Unterkünfte, teils sind auch Läden mit Reparaturmöglichkeiten hinterlegt.

Für längere Trips rät Koßmann aber zur Routenkalkulation am heimischen Computer: Man habe Streckenlänge und Höhenmeter besser im Blick. "Zudem lassen sich viele Straßen auf Google Earth auf ihren Zustand überprüfen" - was am Gerät selbst nicht geht. "Zur Planung gibt es von den Herstellern meist entsprechende Software, die vorher auf dem Computer installiert werden muss", sagt Filippek.

Berechnen lassen sich Routen zum Beispiel aber auch auf Webseiten wie Strava.com, Bikemap.net oder Komoot.de. Von letzterer beispielsweise lässt sich die Route ans Smartphone senden, wenn dort die Komoot-App installiert ist. Nun lässt sie sich entweder am Handy nutzen, oder man schickt sie ans Navi - auch dafür sind manche Geräte ausgelegt. Die Übertragung der Tour vom Computer oder dem Telefon erfolgt per Kabel oder kabellos, etwa über Bluetooth oder WLAN, seltener per Umstecken einer SD-Karte. "Auf der planenden Plattform kann man die Tracks meist als GPX-Datei exportieren und diese dann einfach ins Gerät kopieren", so Koßmann.

Längst auch verschmilzt die Technik miteinander. So kommunizieren Navi und Handy nicht nur miteinander, um neues Kartenmaterial per App aufs Gerät zu bekommen, das man vorher per Mobilfunkverbindung oder im WLAN heruntergeladen hat. Wer seine Tour teilen möchte, kann sie in die Hersteller-Cloud laden und sich dabei manchmal sogar live tracken lassen oder von der Cloud Trips anderer Nutzer auf sein Endgerät holen - eine Möglichkeit, die Navi-Apps ebenfalls bieten. Die Navis koppeln sich teils mit dem Smartphone, um auch Telefonanrufe und eingehende Nachrichten auf dem Display anzuzeigen.

Können die Geräte zudem mit Trittfrequenz- und weiteren Sensoren am Rad kommunizieren, bereiten sie Leistungsdaten auf, die wiederum in der Online-Community geteilt werden können - interessant für sportlich orientierte Radler zum Überwachen von Trainingseffekten. Wer nur radwandern möchte, benötigt so etwas aber nicht - und freut sich womöglich mehr daran, auch mal unbekanntes Terrain zu ergründen.

Stefan Weißenborn, dpa/mh

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