Mittwoch, 29. Januar 2020

Europas Großstädte und ihre Rad-Arterien Bike statt Bus - das sind die Rad-Autobahnen der Metropolen

Übersicht über Europas Großstädte: Die Rad-Arterien der Metropolen
Heat created by Strava cyclists. Map provided by Mapbox/Open Street Map

Ob mit dem trendigen Eingangrad, dem vollgefederten Mountainbike oder dem filigranen Rennrad - die Straßen der Großstädte gehören längst nicht mehr nur den Autos, sondern auch den Radlern. Vor allem Pendeln per Rad gehört inzwischen ins Stadtbild.

Kein Wunder - Radfahren hält fit, vermeidet Staus und hebt den persönlichen Status. Und auf Kurzstrecken dürfte es dem Auto in Sachen Tempo ebenbürtig sein. "Fahrräder und vor allem auch E-Bikes werden in urbanen Räumen immer häufiger für den Pendelverkehr genutzt", beobachtet Arne Sudhoff vom Hersteller Derby Cycle. "Schon heute radeln laut einer ADFC-Umfrage fast ein Drittel der Befragten mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Doch wo fahren sie eigentlich, die Radler? Auf Nebenstrecken oder den Hauptstraßen? Das ist nicht nur aus sportlicher Hinsicht interessant, sondern auch für Stadtplaner. Denn die nehmen sich immer öfter des Radverkehrs an. Bauen neue Fahrradwege oder richten Fahrradspuren auf den Straßen ein. Auch die Bundesregierung setzt auf das Fahrrad, hat vor rund 3 Jahren den Nationalen Radverkehrsplan 2020 ausgerufen. Rauf aufs Rad, so dessen Stoßrichtung.

Und am besten freilich da, wo das Interesse an der Rad-Infrastruktur bereits besteht, an jenen Strecken, an denen zur Arbeit geradelt wird. Nur, wo ist das? Kohorten von Beamten mit Zählern in der Hand könnten eine Antwort geben. Oder eine App, die Radler gern benutzen.

Daten aus der Strava-App

Strava ist eine Firma mit Sitz in San Francisco, die so eine App für Radsportler anbietet und nach eigenen Angaben pro Woche weltweit rund 150.000 neue Kunden gewinnt. Sie vermisst Tourenlängen, Höhenmeter und lässt dem Nutzer die Wahl, seine Ergebnisse der binären Gemeinschaft vorzulegen. Daher kennt Strava die Wege seiner Radler, freilich eben auch nur von denen.

Strava Metro heißt die Vermessung der Radler-Wege. Paul Niemeyer, bei Strava verantwortlich für Deutschland, Österreich und die Schweiz erklärt: "Wenn wir anonymisierte und aggregierte Strava Metro Daten präsentieren, sind Stadtplaner in der Regel überrascht von der Dichte und Qualität der verfügbaren Informationen. Im Durchschnitt stammen 50 bis 60 Prozent der Radfahraktivitäten in den Ballungsräumen von Pendlern. Und da täglich neue Aktivitäten hinzukommen, entwickeln sich auch die Daten selbst immer weiter - die Zusammenarbeit wird zu einem organischen Prozess."

Strava Metro stellt den Städten und deren Planern die Roh-Daten zur Verfügung, deren Planer können dann darauf aufsatteln. Aber sehen Sie selbst -die Lieblingsstrecken der Radler in Europas Metropolen.

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