Mittwoch, 18. September 2019

Die besten Entspannungstechniken Jetzt kommen Sie mal runter

Atemübungen: Entspannung pur
TMN

Mit dem Feierabend kommt auch die Entspannung - oder? Schön wär's. Manchen Menschen fällt das Runterkommen ziemlich schwer. Trotzdem muss man nicht unter Dauerstrom stehen. Verschiedene Techniken können  helfen.

Der Arbeitstag ist geschafft, die Kinder schlafen, die Hausarbeit ist getan - endlich Zeit für sich haben, endlich entspannen. "Von wegen" wird sich manch einer denken. Abschalten - das ist für viele leichter gesagt als getan. "Entspannung setzt voraus, sich von stressverursachenden Gedanken und Bildern zu lösen", erklärt Gabriele Vietze. Die Diplom-Psychologin ist Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren (DG-E).

Bei vielen kreisen die Gedanken aber weiter, auch wenn längst Feierabend ist. Gezielte Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Atemtherapie und Progressive Muskelrelaxation können helfen, das Karussell zu stoppen, Ruhe zu finden und langfristig entspannter zu sein.

Autogenes Training: Alles wird wohlig schwer und warm

Das Autogene Training funktioniert über Selbstbeeinflussung: Man versetzt den Körper mittels der sogenannten Autosuggestion in einen Zustand, der dem Nickerchen ähnlich ist, erklärt Thomas Loew. Er ist Leiter der Abteilung für Psychosomatik des Universitätsklinikums Regensburg und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ärztliche Hypnose und Autogenes Training (DGÄHAT). Das geht natürlich nicht von selbst: "Erst die häufige Wiederholung führt dazu, dass wir mit den Übungen eine sehr tiefe Entspannung erreichen", sagt Loew.

Lernen sollte man die Technik am besten in speziellen Kursen. Die Kursleiter sind am besten als Therapeuten bei den Fachgesellschaften DG-E oder DGÄHAT gelistet. Angebote gibt es aber auch etwa bei Krankenkassen oder Volkshochschulen. Entspannungs-CDs seien zwar nicht schlecht, sagt Loew. "Aber die Zielsetzung ist ja, das aus sich selbst heraus zu erreichen."

Als Einsteigerübung zum Ausprobieren empfiehlt Loew Folgendes: Man setzt sich entspannt hin und erlaubt den Muskeln, locker zu werden. Dann beginnt die Autosuggestion: "Der rechte Arm wird ganz schwer." Je schwerer der Arm, desto entspannter fühlt man sich. So arbeitet man sich an der rechten Körperhälfte hinunter und wechselt dann auf die linke Seite. Ist der gesamte Körper schwer, beginnt das Ganze von vorn - allerdings lässt man nun die Körperteile warm werden. Mit viel Übung kann man Entspannung schon erreichen, indem man sich sagt: "Mein Körper ist schwer, warm, entspannt", erklärt Loew. "Es kann sein, dass man beim ersten, zweiten, dritten Mal gar nichts merkt."

Alles wird wohlig schwer und warm: Autogenes Training hat den Effekt eines erholsamen Power-Naps

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