Dienstag, 2. Juni 2020

So trainieren Profi-Sportler in Corona-Zeiten Ironman auf dem Heimtrainer, Sprint-Training auf der Auffahrt

Profi-Sportler im Corona-Modus: Wie Frodeno, Ronaldo und Co. sich auf Instagram inzenieren
instagram/olympics

Not macht erfinderisch. In der Corona-Krise eine strenge Ausgangssperre in der spanischen Wahlheimat? Da liefert Ironman-Sieger Jan Frodeno eben einen Triathlon auf seinem Grundstück ab. Schwimmen im Pool mit Gegenstromanlage, Radeln auf der Rolle und Joggen auf dem Laufband. Achteinhalb Stunden lang. Elisha Nochomovitz aus Toulouse hat in einer ähnlich strengen Quarantäne-Situation einen ganzen Marathon auf seinem Balkon absolviert. Paralympics-Sieger Mathias Mester veranstaltet seit ein paar Tagen die "Parantänischen Spiele" und sorgt mit Hochsprung aufs Bett und anderen amüsanten Ideen für Kurzweil.

Andere verhinderte Olympia-Teilnehmer lassen sich bei gewagten Kletterkünsten in der eigenen Wohnung beobachten oder springen über Hürden im Hausflur; Cristiano Ronaldo zeigt sich zusammen mit seiner Freundin beim Sprint-Training auf Instagram. Sportler weltweit präsentieren sich in diesen Zeiten in den sozialen Medien in ihrem Zuhause.

Da keine Sportveranstaltungen mehr stattfinden, weichen zudem immer mehr Sportler auf virtuelle Veranstaltungen aus. Radsport-Teams laden regelmäßig zu kleinen Rennen auf Plattformen wie Zwift ein. Fußballer kämpfen virtuell um den besten Schuss.

Und auch Triathlon-Athlet Frodeno sorgte mit seiner Inszenierung des Heim-Ironmans am vergangenen Wochenende für Aufsehen. Der Sportler hatte dafür auch Sportstars wie Tennis-Legende Boris Becker, den ehemalige Bahnrad-Giganten Chris Hoy, die deutschen Fußball-Weltmeister Mario Götze und André Schürrle, Tennis-Ass Andrea Petkovic oder Ex-Ski-Star Felix Neureuther per Video zu seinem über acht Stunden langen Event zugeschaltet. User konnten den Sportler bei seiner körperlichen Schwerstarbeit über die gesamte Zeit virtuell begleiten.

Am Ende zauberten die gesammelten 200.500 Euro Frodeno ein breites Lächeln ins Gesicht. Der Triathlet rannte bei seinem "Tri@home" vor allem für einen guten Zweck. "Keine Weltrekorde gebrochen", kommentierte Frodeno: "Aber es gibt keine Worte dafür, was heute passiert ist."

akn mit dpa

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