Montag, 14. Oktober 2019

Brasilien schlägt Mexiko dank seines Superstars Neymar, das Genie. Neymar, der Schauspieler

WM 2018: Kein Fünftes Spiel für Mexiko
Getty Images

Neymar führt Brasilien mit einem Tor und einer Vorlage gegen Mexiko ins Viertelfinale - und macht sich gleichwohl erneut lächerlich.

Nach seinem denkwürdigen Auftritt zwischen Genie und Wahnsinn ging Neymar noch einmal alleine zu den Fans und genoss die Ovationen in vollen Zügen. Mit einem Tor und einer Vorlage hatte der teuerste Fußballer der Welt Rekord-Champion Brasilien beim 2:0 (0:0) gegen Deutschland-Schreck Mexiko ins Viertelfinale der WM in Russland geführt.

Mit einer weiteren aberwitzigen Schauspieleinlage gab er sich allerdings erneut auch der Lächerlichkeit preis. Doch das war zumindest den glückseligen Fans der Selecao egal, als ihr Idol ihnen lächelnd die Siegerfaust entgegenstreckte.

"Ich will nicht, dass es meine WM wird, ich will, dass es die WM Brasiliens wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir sehr weit kommen", sagte der herausragende Neymar danach pathetisch und ergänzte: "Wir mussten leiden, es war sehr schwer."

Unwürdige Schauspieleinlage eines genialen Fußballers

Am meisten litt augenscheinlich er selbst - bei einer Schauspieleinlage, die nicht nur eines genialen Fußballers seines Kalibers absolut unwürdig ist. Als Miguel Layun ihm in einer Spielpause (71.) leicht auf den Knöchel stieg, tat der sich windende und zuckende Neymar so, als ginge es zu Ende mit ihm. Wenig später lief er wieder aufs Feld.

"Der Tritt war unsportlich", behauptete Neymar, ohne seine Reaktion zu kommentieren. Stattdessen folgte ein Seitenhieb auf die Mexikaner: "Sie haben schon vor dem Spiel zu viel gemeckert. Jetzt fahren sie nach Hause."

Mexikos kolumbianischer Trainer Juan Carlos Osorio brachte Neymar nicht weniger als tiefe Verachtung entgegen, ohne sich herabzulassen, den Namen des Brasilianers überhaupt in den Mund zu nehmen. "Es ist eine Schande", sagte er, "wir haben viel Zeit verloren wegen eines Spielers. Das ist ein sehr negatives Beispiel für die Welt des Fußballs und alle Kinder, die zuschauen. So ein Schauspiel darf nicht sein."

Rauswurf zum siebenten Mal in Folge

Die Mexikaner waren untröstlich, die Tränen flossen nicht nur bei den Fans in Strömen. Zum sage und schreibe siebten Mal in Folge flog El Tri im Achtelfinale aus der WM. Die Runde der letzten Acht, in der Brasilien am Freitag (20.00 Uhr MESZ) in Kasan auf Belgien oder Japan trifft, bleibt mexikanische Tabuzone.

So unwürdig sein Schauspiel war, so genial war Neymars Führungstreffer: eine filmreife Co-Produktion mit dem zweitbesten Brasilianer. Der 222-Millionen-Mann spielte Willian an der Strafraumgrenze mit der Hacke frei, der Antreiber des FC Chelsea passte zurück auf Neymar, der nur noch einzuschieben brauchte. Es war das 227. Tor in Brasiliens WM-Geschichte - Rekord, Deutschland kommt auf 226. Das 2:0 durch den eingewechselten Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino (88.) leitete Neymar ein.

Dabei hatten die Mexikaner die Selecao vor 41.970 Zuschauern in Samara zunächst vor ähnliche Probleme wie Weltmeister Deutschland im ersten Gruppenspiel (1:0) gestellt. Allein die Durchschlagskraft fehlte den Lateinamerikanern, so dass Brasiliens Torwart Alisson nur selten gefordert war.

Nach 20 Minuten hatten die Mexikaner ausgetobt

Nachdem sich die Mexikaner gut 20 Minuten lang ausgetobt hatten, übernahmen die Südamerikaner allmählich die Initiative und gewannen immer mehr die Oberhand. Mexiko musste durchschnaufen, als es in die Halbzeitpause ging.

Brasilien drückte nach dem Seitenwechsel weiter, Mexiko kam nur noch vereinzelt zu Kontern. Bei einem dieser Gegenstöße, die El Tri mitunter ähnlich unkonzentriert zu Ende spielte wie beim Sieg gegen die DFB-Elf, übersah Jesus Gallardo den freistehenden Lozano - praktisch im Gegenzug schlug Neymar zu. Paulinho (59.), Willian (63.) und Neymar (68.) vergaben die frühzeitige Vorentscheidung.

rei/sid

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