Freitag, 22. November 2019

Bogenschießen als sportlicher Ausgleich Extrem fokussiert

Bogenschießen: Das Ziel im Blick
TMN

2. Teil: Teambildung mit Pfeil und Bogen

Scholz hat auch gute Erfahrungen bei Heranwachsenden gemacht, die unter einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden. "Kinder, die rumzappeln, verändern sich, wenn sie einen Bogen in die Hand nehmen", sagt der 47-Jährige.

Allerdings betont er, dass Bogenschießen nur eine ergänzende Therapieform sein kann - etwa im Rahmen einer Gesprächstherapie oder einer psychosomatischen Behandlung. Auch sollte es bei bestimmten Krankheitsbildern außen vor bleiben. "Ich würde einem Patienten mit einem Borderline-Syndrom niemals einen Bogen in die Hand drücken", macht Scholz klar.

Der Bogen findet seinen Einsatz auch bei Trainings in Unternehmen. Hier kann der Sport das Team-Building fördern, erzählt der Coach. Dabei spielten Fragen nach den Zielen des Teams und seiner Mitglieder eine Rolle: Wo stehe ich? Wo will ich hin? "Diese Zielorientierung kann man mit den Pfeilen gut üben", sagt Scholz.

Schaumstofftiere im Visier

Manfred Baum betont, dass Bogenschießen ein durchaus anspruchsvoller Sport ist. Er muss es wissen: Baum ist Vorsitzender des schwäbischen Vereins Schützengilde Welzheim, der Außenstelle des Olympiastützpunkts Stuttgart ist und regelmäßig Athleten zu den Sommerspielen schickt. "Viele meinen, Bogenschießen sei ganz einfach. Aber für eine gute Ausführung ist sehr viel Übung erforderlich", betont er.

Während die Spezialisten technisch ausgefeilte Bögen nutzen, wird im Freizeitbereich häufig mit einfachen Langbögen geschossen. Das gilt auch für das meditative Zen-Bogenschießen und eine Reihe weiterer Formen. Dazu gehört das der Jagd nachempfundene 3-D-Schießen im Grünen. Dabei zielen die Teilnehmer auf Schaumstofftiere.

"Bei solchen und ähnlichen Dingen stehen der Spaß und die Natur im Vordergrund", sagt Baum. "Das ist sehr im Trend." Deshalb hat auch sein Verein oft Anfragen von Unternehmen und arbeitet mit einer Schule zusammen.

Matthias Jung, dpa

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