Samstag, 21. September 2019

So geht Achtsamkeit Fünf gute Übungen für Gestresste

Achtsamkeit: Fünf einfache Übungen für Gestresste
Corbis

2. Teil: Was mache ich gerade? Wie mache ich es?

Einigen ist dabei gar nicht klar, dass sie diese Arbeitsweise stresst. Achtsamkeitsübungen können helfen, sich solcher Dinge bewusst zu werden. Dazu ist es wichtig, einmal in sich hineinzuhorchen und hineinzuspüren. Das fängt an mit ganz einfachen Fragen: Was mache ich gerade? Wie mache ich es? Und wie fühle ich mich dabei?

Das hilft auch dabei, in schwierigen Situationen nicht immer in alte Rollenmuster zu verfallen. Kommt der Chef auf sie zu, geraten manche zum Beispiel gleich in Panik. Macht der Kollege einen Änderungsvorschlag, sehen einige das sofort als persönlichen Angriff an. Das kann leicht passieren, wenn der Autopilot an ist.

Dann ist es wichtig, einen Moment innezuhalten, erklärt Rüdiger Standhardt vom Giessener Forum, einem Ausbildungsinstitut für achtsamkeitsbasierte Verfahren. "Stress ist oft durch einen Tunnelblick gekennzeichnet." Wer dann innerlich einen Schritt zurücktritt, sieht womöglich, dass es noch andere Wege gibt, mit der Situation umzugehen. So schaffen es Mitarbeiter eher, angemessen zu reagieren, wenn sie merken, dass die Wut in ihnen hochkocht und sie am liebsten explodieren würden.

Dazu sollten sie einmal genau beobachten, was in solchen Situationen passiert, um sie besser verstehen zu können. Wichtig dabei ist es, nicht zu bewerten. Denn wirklich offen für Eindrücke ist man nur, wenn man sich nicht selbst zensiert. Damit ist keine Alles-Egal-Haltung gemeint, erläutert Hudasch. Es geht vielmehr darum, Dinge nicht "wegzukontrollieren" - beispielsweise einen Schweißausbruch abzutun, weil man sich dafür schämt. Zunächst geht es darum, einfach nur wahrzunehmen, was geschieht. Das hilft, ein wenig Abstand zu bekommen. Und beim nächsten Mal womöglich nicht mehr so verkrampft zu reagieren.

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