Donnerstag, 22. August 2019

Krafttrainingexperte Werner Kieser "Zu Kieser gehen ist nicht lustig"

3. Teil: "Der Körper wehrt sich gegen jede Veränderung"

mm: Warum muss Fitness wehtun?

Kieser: Der Körper wehrt sich gegen jede Veränderung. Und Training ist Einflussnahme auf den Status Quo. Leider wissen das viele nicht. Sie denken, sie machen die Übung einfach zehn mal, dann ist gut. Aber sie müssen das Gewicht so schwer wählen, dass Sie die zehnte Wiederholung kaum noch schaffen. Und dann noch eine elfte versuchen und scheitern. Dann war es richtig.

mm: Haben Sie immer Lust, zum Training zu gehen?

Kieser: Lust ist das falsche Wort. Unter Lust stelle ich mir schon etwas anderes vor. Aber es ist die Notwendigkeit, die mich treibt. Und wenn ich mal, aus welchen Gründen auch immer, nicht trainieren kann, fehlt mir etwas.

mm: Trainieren Sie selber genauso wie vor zwanzig Jahren? Oder haben Sie etwas dazu gelernt?

Kieser: Ich habe vor allem gelernt, dass es lange dauert, bis die anderen etwas lernen. Die Trainingsprinzipien habe ich nicht erfunden, wissen Sie? Ich habe das von Arthur Jones gelernt. Wenn die Branche jemals ein Genie hatte, dann ihn. Er hat die Nautilus-Maschinen erfunden. Daran orientiert sich Kieser. Wenn Sie so wollen, war Arthur Jones mein Mentor. Er hat übrigens auch das sogenannte High Intensity Training entwickelt, das jetzt erst so langsam in Deutschland Verbreitung findet.

mm: Und wie entspannen Sie am besten?

Kieser: Nach dem Training bin ich automatisch entspannt.

mm: In diesem Leben wird man Sie also wohl nicht mehr in einem Zumba-Kurs antreffen...

Kieser: Nein. Ich tanze durchaus gerne zum Vergnügen. Aber Zumba... Aus so etwas einen Kult zu machen, geht völlig an der Sache vorbei. Zur Entspannung hab ich früher mal Yoga gemacht. Heute ich gehe ich in der Zeit lieber mit meinem Hund spazieren.

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