Donnerstag, 17. Oktober 2019

Die teuersten Sportarten Fitness für Millionen

3. Teil: Offshore Powerboat Racing: Die nasse Formel Eins

Fomel Eins auf dem Wasser: Offshore Powerboat Racing

Was macht man?

Motorboot fahren. Aber nicht die kleine Angeberrunde vor dem Yachtclub oder in Strand- und Cocktailsichtweite - sondern Langstrecke auf offener See oder großen Seen. Reizvoll: Man kann sich als gelangweilter Multimillionär ein schickes Gerät und ein Team leisten und dann selbst aktiv mitmachen - das ist deutlich schwieriger, wenn man sich, nur mal so als Beispiel, wie SAP-Gründer Dietmar Hopp, einen Fußballverein anschafft. Da darf man selbst dann nicht mitspielen, wenn man alles bezahlt hat.

Was braucht man?

Ein Boot. Präziser gesagt: Ein schnelles Boot. Angeblich wurden die Wassergeschosse in den 1940er Jahren für Schmuggler entwickelt, die damit den Zollfahndern entkommen wollen. Dem spricht aber entgegen, dass es bereits 1904 ein nasses Wettrennen gab, bei dem (laut Wikipedia) ein Mercedes-Boot mit Daimler-Motor gewann. Unter "Class 1" sollten Sie es heutzutage nicht machen - diese Geschosse haben einen maximalen Hubraum von 16 Litern, die Streckenlängen liegen bei den Rennen bei 180 Kilometern. Außerdem braucht man ein gutes Team, wie in jedem Motorsport. Wer bezahlt, geht dann gerne mal als Navigator an Bord. Ganz risikolos ist die Sache allerdings nicht - der italienische Unternehmer Stefano Casiraghi etwa kam vor 23 Jahren vor der Küste Monacos bei einem Rennunfall ums Leben.

Was kostet das?

Teuer oder nicht teuer ist immer eine Frage des Standpunktes. Der norwegische Unternehmer und Offshore-Powerboating-Champion Bjørn Rune Gjelsten meinte einmal, dass man mit einer Million Dollar in der Formel Eins nicht weit käme - beim Powerboating könne man aber das ganze Boot davon kaufen. Also ein, hm, vergleichsweise günstiger Sport.

Wen lernt man dabei kennen?

Powerboating ist etwas für extrovertierte Persönlichkeiten. Ex-Wrestler Hulk Hogan soll sogar mehrere solcher Gefährte haben; auch Basketballer Dennis Rodman cruist gerne schnell umher. Abu Dhabi leistet sich ebenso ein eigenes Team wie Fendi und D'Alessio. Der brasilianische Milliardär Eike Batista, der lange an der Weltspitze beim Super Powerboat Offshore mitfuhr, hat das schnelle Hobby allerdings wieder aufgegeben. "Es ist einfach zu gefährlich, da man schneller fährt, als es die Verhältnisse erlauben", wurde er zitiert.

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