Donnerstag, 23. Mai 2019

Die teuersten Sportarten Fitness für Millionen

2. Teil: Segeln: Seeschlacht für Milliardäre

Die Seeschlacht der Milliardäre: So wird der America's Cup auch genannt. Ein Kritikpunkt an dem Rennen war immer, dass im Zweifelsfall der Skipper mit der dicksten Brieftasche gewinnt. Hier sieht man eine Oracle Racing AC45 auf der San Francisco Bay - das ist das Vorgängermodell der AC72, die hier beim America's Cup-Finale in diesem Jahr starten wird. Der Cup soll mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar in die Region spülen, mehr als 500.000 Zuschauer werden erwartet.

Was macht man?

Es gibt Segeln und Segeln. Wir reden hier vom letzteren. Also: Wenn Sie ganz oben mitspielen wollen, sollten Sie den America's Cup anpeilen. Bei der ältesten Segelregatta der Welt tritt seit 1851 der Titelverteidiger in einer Serie von Rennen gegen mehrere Herausforderer an - eine Seeschlacht exzentrischer Milliardäre. Richtig los geht es dieses Jahr am 4. Juli in San Francisco. Wahlweise könnten Sie aber auch bei der Extreme-40-Weltserie, der Formel Eins des Segelsports, mit einem schnellen Hightech-Katamaran antreten. Oder beim Volvo Ocean Race, dem Cup der Weltumsegler - hier fährt man in genormten Yachten, was die Materialschlacht zumindest geringfügig eingrenzt.

Was braucht man?

Ein Boot. Aber nicht irgendeine Jolle. Für den America's Cup muss es eine High-Tech-Segelyacht sein, die technisch neue Maßstäbe setzt - oder ein guter Katamaran für die Extreme 40.

Was kostet das?

Wenn diese Frage für Sie eine ernsthafte Hürde darstellt, sind Sie definitiv der oder die Falsche für diesen Sport. Die Boote für den America's Cup kosten leicht schon mal mehr als 100 Millionen Dollar. Immerhin bleibt das Geld im Land - die Yacht muss im Land des jeweiligen Teams gebaut worden sein. Und der Sieger darf den nächsten Cup in seinem Land ausrichten. Etwas günstiger kommt man mit den bis zu 70 Stundenkilometer schnellen Katamaranen davon. Wer es nur mal ausprobieren möchte: Eine Stunde Extremsegeln vor Saint Tropez ist schon für 150 Euro zu haben.

Wen lernt man dabei kennen?

Larry Ellison, den Gründer des Oracle Team USA, des diesjährigen Herausforderers beim America's Cup und derzeit laut Forbes-Liste mit einem Vermögen von 36 Milliarden US-Dollar fünftreichster Mann der Welt. Oder den segelbegeisterten Milliardär Ernesto Bertarelli, Ritter der französischen Ehrenlegion, nahm 2003 und 2007 als Navigator auf seiner Alinghi am America's Cup teil. Seinen Extreme-40-Katamaran steuert er selbst (Tipp für Nichtschwimmer: Golf spielt er übrigens auch).

Sie werden sich allerdings für einen von beiden entscheiden müssen - die Teams der beiden Milliardäre waren im Zusammenhang mit dem America's Cup in diverse Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

Wenn Sie es eine Nummer kleiner haben möchten - es gibt auch immer wieder sogenannte Promi-Regatten auf Alster und Wannsee, mit Hobbyseglern wie Hardy Krüger junior, Uwe Ochsenknecht oder Cherno Jobatey. Medienleute trifft man beim John Jahr Cup in Hamburg. Die größte Regattaserie für Amateure ist der BMW Sailing Cup auf dem Starnberger See - auch hier mit einer gewissen Promidichte.

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