Dienstag, 17. September 2019

Büroalltag Wohin mit der Wut?

4. Teil: Die Wutlawine stoppen

Wer richtig in Rage kommt, verliert den Überblick. Deshalb ist es wichtig, wahrzunehmen, wenn man wütend wird und sich zugleich nicht von der Wut mitreißen zu lassen. Wie das geht? Indem man sich angewöhnt, tief durchzuatmen, sobald man merkt, dass Wut in einem aufsteigt. Denn nur, wer die Wutlawine früh stoppt, kann sie überhaupt noch stoppen. Tiefes Atmen aktiviert den Parasympathikus, unseren Ruhenerv.

Die automatische Aufgeregtheit hört auf, der Kopf wird wieder klar. Das gibt einem die Freiheit, zu sehen, was wirklich los ist: War das wirklich ein persönlicher Angriff? Oder eher Unsicherheit oder Unwissenheit? Häufig schrumpft die Wut unter diesem neugierigen Blick auf einen handhabbaren Ärger. Man wird ruhiger und kann den Ärger mit einem klärenden Wort gut aus der Welt räumen. Wem Durchatmen nicht reicht: Man kann auch ein wichtiges Telefonat vorschützen, für das man eben den Raum verlässt. Oder kurz zur Toilette gehen. Hauptsache Abstand und Atmen.

Wer sehr häufig wütend wird, sollte sich diesen Wut-Stopp zur absoluten Gewohnheit machen. Denn es könnte sein, dass Sie Ihrem Gegenüber meist Unrecht tun. "Typisch für Menschen, die viel Wut empfinden, ist, dass sie anderen Menschen böse Absichten unterstellen", erklärt der Psychiater und Psychotherapeut Georg Schürgers. Wer diese Annahme hinterfragt, gewinnt Gelassenheit.

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