Samstag, 25. Mai 2019

Fitness in der Firma Unternehmensziel Gesundheit

Ratgeber: Zehn Tipps für gutes Gesundheitsmanagement im Betrieb
AP

Die Gesundheit der Mitarbeiter wird für Unternehmen immer wichtiger. Nicht nur wegen der immer länger werdenden Lebensarbeitszeit. Wirklich kluge Köpfe sind schwer zu ersetzen. Ein gutes Gesundheitsmanagement im Betrieb hilft, Fach- und Führungskräfte fit und bei Laune zu halten.

Für Unternehmen ist es keine leichte Aufgabe, die Gesundheit und Fitness ihrer Mitarbeiter zu fördern. Burn-out-Fälle wie auch die steigende Zahl psychischer Erkrankungen legen den Schluss nahe, dass es durchaus Anlass zur Sorge gibt. In diesem Jahr habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Druck auf Führungskräfte noch einmal deutlich zugenommen hat. Viele fühlen sich überfordert, gestresst und am Rande ihrer Belastungsgrenze. Und das hat Folgen: Negativer Stress beeinträchtigt nicht nur die seelische Gesundheit, sondern auch die körperliche.

Statistische Auswertungen von 7000 Patientendaten unserer Klinik haben ergeben, dass Manager im Vergleich zur altersgleichen Durchschnittsbevölkerung für bestimmte Krankheiten ein erhöhtes Risiko aufweisen. Etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ein erhöhter Blutdruck war bei 35 Prozent der Manager messbar. Bei der Durchschnittsbevölkerung sind es 25 Prozent.

Zudem wurde bei 15 Prozent der Entscheider eine Verdickung des Herzmuskels diagnostiziert, die im Durchschnitt sonst nur 4,5 Prozent der Bevölkerung betrifft. Verstärkt traten bei den Führungskräften außerdem Fettstoffwechselstörungen auf. Der Cholesterinspiegel war bei 40 Prozent der Probanden erhöht. Darüber hinaus wurde auch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Darmpolypen diagnostiziert.

Gute Vorsätze allein helfen wenig

Viele dieser Manager betreue ich schon über einen langen Zeitraum. Meist kamen sie zunächst zu umfangreichen Check-ups. Selten fanden wir tatsächlich manifeste Erkrankungen, die dann sofort behandelt und geheilt werden konnten. In den meisten Fällen deckten wir Risikofaktoren auf: Übergewicht, bestimmte erhöhte Blutwerte, Gefahren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder ähnliches.

Diese Menschen bekamen konkrete Empfehlungen an die Hand, eine Ernährungsumstellung etwa, bestimmte Sportprogramme, Stressabbau. Doch danach hörte unser Einfluss damals auf. Nach zwei Jahren kamen die gleichen Personen wieder und sehr zu meinem Bedauern hatte sich bei einem Großteil trotz guter Vorsätze nichts bis sehr wenig geändert. Die Begründung lautete nicht selten: "Keine Zeit, eingefahrene Strukturen oder Druck im Job".

Das hat uns gezeigt, dass man das Ganze sehr viel systematischer angehen muss. Check-ups können dabei nur ein Teil eines umfassendes Konzeptes sein, das auch Angebote wie Ernährungsberatung, Bewegungsprogramme und Stressmanagement umfasst. Vor allem muss man die Motivation der Mitarbeiter für einen gesunden Lebensstil wecken. Das kann man über Gespräche erreichen, die die Brücke schlagen zwischen der medizinischen Analyse und der nachhaltigen Umsetzung.

Gesundheitsmanagement muss ein integratives System sein, das sowohl die individuelle Person des Mitarbeiters als auch die Firmenkultur und die Kommunikation im Unternehmen berücksichtigt. Das gibt es nicht kostenlos, aber dafür lohnt es sich. Verschiedene Studien belegen, dass sich das Engagement in betriebliche Gesundheitsmaßnahmen auch unter finanziellen Aspekten lohnt. Fehlzeiten und damit Kosten sinken, die Produktivität steigt - und die Mitarbeiter sind fitter und zufriedener.

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