Pflegeheime Geld spielt keine Rolle

Je teurer der Platz in einem Pflegeheim, desto besser die Qualität der Pflege, so die weit verbreitete Meinung. Doch der Schein trügt. Die Kosten eines Platzes sagen einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zufolge, die manager magazin exklusiv vorliegt, rein gar nichts über die Qualität eines Heimes aus.

Hamburg - Zwischen deutschen Pflegeheimen herrschen laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey dramatische Qualitätsunterschiede. Das berichtet das manager magazin exklusiv in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (24. August) am Kiosk erhältlich ist.

Für die Studie wertete McKinsey Daten und Interviews aus mehreren Hundert Heimen aus. Demnach werden zum Beispiel in gut geführten Pflegeheimen pro Monat nur 4 Prozent der Bewohner ins Krankenhaus eingewiesen. In schlecht geführten, aber ansonsten vergleichbaren Heimen, müssen mehr als dreimal so viele Bewohner ins Krankenhaus – häufig wegen vermeidbarer Beschwerden, wie sie beispielsweise durch Flüssigkeitsmangel entstehen.

Zwischen dem Preis eines Pflegeheims und seiner Qualität gibt es dabei keinerlei Korrelation. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen lässt sich die Qualität eines Heims von außen kaum erkennen. "Am dringendsten bräuchte der Pflegebereich mehr Transparenz", sagt Jürgen Wettke, Studienautor und Direktor in der Gesundheitssparte von McKinsey.

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