Rauchen Anleitung zur Enthaltsamkeit

Viele wollen es, doch häufig schaffen sie es einfach nicht: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist für viele Raucher ein unerreichtes Ziel, denn das lieb gewordene Laster ist hartnäckig. Wie also aufhören?

Frankfurt/Main - Glimmstängel machen psychisch und körperlich abhängig, sagt Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Die psychische Abhängigkeit macht sich dadurch bemerkbar, dass sich im Laufe der Zeit bestimmte Verhaltensweisen ergeben, die zu einem Griff nach der Zigarette führen", erklärt die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Poth.

So komme es, dass man etwa vor allem nach dem Essen, in stressigen Situationen oder nach einer Tasse Kaffee quasi automatisch zur Zigarette greife. "Es entsteht eine Stimmung, in der es schwer ist, ohne eine Zigarette auszukommen", betont Pott. Die körperliche Abhängigkeit ist nach ihren Worten vor allem auf das in den Glimmstängel enthaltene Nikotin zurückzuführen. "Im Laufe einer Raucherkarriere gewöhnt man sich daran und bekommt beim Aufhören Entzugserscheinungen."

Die Symptome reichen von Nervosität, möglicherweise auch gesteigerter Aggressivität bis hin zu Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen. Diese Tatsachen muss man nach Ansicht Potts wissen, um eine erfolgreiche Entwöhnung in Angriff zu nehmen.

"Der beliebteste und nach unserem Wissen erfolgreichste Ansatz ist die Schlusspunktmethode." Etwa 80 Prozent der früheren Raucher hätten so den Abschied vom blauen Dunst geschafft. Dabei wird der Tag, von dem an nicht mehr geraucht werden soll, etwa zehn Tage vorher festgelegt. Bis dahin sollte der Raucher ein Tagebuch seiner Rauchgewohnheiten führen und vor allem die Uhrzeit und den Anlass notieren. "Damit sollte man sich sein eigenes Rauchverhalten bewusst machen und gleichzeitig nach Ablenkungen und Alternativen suchen", rät Pott.

Keine Süßigkeiten

In der heißen Phase der Entwöhnung, die häufig alles andere als angenehm ist, muss man ihrer Ansicht nach nämlich sehr diszipliniert sein und auch seine Umwelt vorbereiten. Die gewohnten Rituale dürften auf keinen Fall wieder zugelassen werden. Konkret heißt das: Alternativen zum Glimmstängel finden - etwa Obst, Gemüse oder Salzstangen essen. "Aber keine Süßigkeiten", betont die Expertin. Außerdem könnte man auch eine Zigarettenlänge lang um den Block laufen oder einfach frische Luft am Fenster schnappen.

Der Angst vieler Raucher, nach dem Aufführen stark zuzunehmen, sei zu begegnen: "Das Nikotin hat den Stoffwechsel verändert. Fehlt es auf einmal, normalisiert er sich wieder. Dann wird weniger Energie benötigt." Deshalb sei es wichtig, auf eine fett- und zuckerarme Ernährung zu achten. Ein Griff zu Gemüse und Obst sei das beste Ablenkungsmanöver.

Darüber hinaus sei es wichtig, genügend zu trinken - mindestens zwei Liter pro Tag - und sich ausreichend zu bewegen. Die Expertin rät aber davon ab, sein Heil in Ersatzpräparaten wie Nikotinpflastern oder speziellen Kaugummis zu suchen: "Ohne den eigenen Willen, etwas zu ändern, und die nötige Disziplin geht es nicht. Solche Ersatzpräparte könnten allenfalls die Entzugssymptome etwas lindern."

Daniel Rademacher, ap

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.