Golf-Kolumne Alles Unfug

Europas beste Golferinnen taten gut daran, die Prognosen und Ratschläge aller Experten zu ignorieren - und gewannen so zum dritten Mal den Solheim-Cup gegen die USA.
Von Thomas Lötz

Barsebäck/Silvis/Saint-Nom-La-Bretèche - Was hatten sie sich vor den zwölf Schlusseinzeln nicht alles anhören müssen. "Ihr müsst eure Punkte vorher sammeln, am Sonntag habt ihr gegen die US-Mädels nicht den Hauch einer Chance!" So oder ähnlich lauteten die Ratschläge, die viele Experten und Expertinnen dem europäischen Team vor Beginn des Solheim-Cups mit auf den Weg gegeben hatten - alles Unfug.

Denn am Sonntag zeigten die Europäerinnen ihren Gästen aus der "neuen Welt" im schwedischen Barsebäck, dass sie im Gegensatz zum vorangegangenen Jahr diesmal nicht bereit waren, am Schlusstag kollektiv einzubrechen und damit den Titel herzuschenken.

Stattdessen siegte Team Europa in diesem prestigeträchtigen Kontinentalvergleich mit den besten Golferinnen der USA deutlich (17,5:10,5 Punkte) und korrigierte die Bilanz. Drei von insgesamt acht Auflagen des Solheim-Cups hat der "alte Kontinent" nun für sich entscheiden können.

Die Oberhand bei "Frau gegen Frau" behalten

Nach den Paardisziplinen Foursomes und Fourballs hatten sich die Europäerinnen einen Vorsprung von drei Punkten herausgearbeitet, was bei der vermuteten individuellen Stärke der US-Amerikanerinnen als nicht ausreichend erachtet wurde, um nach den jeweils mit einem Punkt bewerteten Einzeln "Frau gegen Frau" die Oberhand zu behalten. Doch dann kam alles ganz anders auf dem Par-72-Kurs im Südschweden.

Die Entscheidung fiel am Sonntag bereits in Match Nummer sechs, als die US-Amerikanerin Rosie Jones in der Partie gegen die Schottin Catriona Matthew am 17. Loch ihren Birdie-Putt nicht lochte. Damit hatte Europa die zum Sieg im Solheim nötigen 14,5 Punkte sicher, die noch nicht zu Ende gespielten restlichen sechs Partien wurden mit dem aktuellen Stand beendet.

Mit im Team um die schwedische Weltranglistenerste Annika Sörenstam war erstmals auch eine Deutsche: Elisabeth Esterl. Die 27-jährige aus dem bayrischen Dingolfing schlug sich bei ihrem Debüt prächtig. Zwar verlor Esterl ihr Abschlusseinzel gegen die US-Amerikanerin Laura Diaz klar. Dafür aber leistete "Lisl", wie sie gemeinhin genannt wird, mit 1,5 von 2 möglichen Punkten in den Foursomes einen ganz wesentlichen Beitrag zum europäischen Sieg beim Solheim-Cup.

Singh überholt Woods und Love

Singh überholt Woods und Love

Mit seinem Sieg bei der verregneten John Deere Classic setzt sich Vijay Singh von den Fidschi-Inseln an die Spitze der US-amerikanischen Geldrangliste.

Die 630.000 US-Dollar, die Singh für seinen Sieg bei dem Turnier im US-Bundesstaat Illinois mitnehmen durfte, schoben ihn an Tiger Woods und dem bisher in der "order of merit" führenden Davis Love III. (beide USA) vorbei auf Platz eins. Der 40-jährige Singh hat in dieser Saison nunmehr 5.702.507 US-Dollar an Preisgeld verdient.

Allerdings benötigte der Vielspieler mit Wohnsitz Florida dafür auch die Teilnahme an 23 Turnieren. Love (18 Turniere) und Woods (15), die beiden anderen Professionals oberhalb der 5-Millionen-Dollar-Grenze auf der US-Tour, kamen mit weitaus weniger Starts aus.

Ceijka wurde disqualifiziert

Auf dem Par-71-Kurs "TPC at Deere Run" in Silvis schoss Singh auf der Finalrunde am Montag eine 65, um das Turnier mit einer Gesamtschlagzahl von 268 (-16) und vier Schlägen Vorsprung auf ein US-amerikanisches Trio um Chris Riley, J. L. Lewis und Jonathan Byrd zu beenden. Die John Deere Classic war am Samstag wegen Regens für 24 Stunden unterbrochen worden und konnte am Sonntag dann wegen einbrechender Dunkelheit nicht zu Ende gespielt werden.

Mit sieben Schlägen Rückstand auf Sieger Singh belegte Bernhard Langer den geteilten zehnten Rang (71/65/70/69), was für den europäischen Ryder-Cup-Kapitän die beste Leistung auf der diesjährigen US-Tour nach seinem geteilten fünften Platz bei der FBR Capital Open war.

Gemeinsam mit dem in Silvis disqualifizierten Alexander Cejka - er hatte die Tee-Time verpasst - startet Langer ab Donnerstag bei der von ihm mitveranstalteten Linde German Masters in Pulheim bei Köln.

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