Golf-Kolumne International Love

Mit seinem deutlichen Sieg beim "The International" in Colorado hat sich Profigolfer Davis Love III. auf Platz eins der US-amerikanischen Geldrangliste gesetzt. Was ihn zum großen Favoriten für das letzte Major-Turnier der Saison macht.
Von Thomas Lötz

Castle Rock/Kvistgaard - Die Sache war nach nur vier der insgesamt 18 Löcher auf der Schlussrunde gelaufen. Als Davis Love III. am Sonntag gleich zu Beginn drei Birdies erzielte, war dem US-Amerikaner der Erfolg beim "The International" nicht mehr zu nehmen. Love, der auf dem Par-72-Kurs des Castle Pines Golf Club souverän in Führung lag, gewann das mit fünf Millionen US-Dollar dotierte Turnier.

Mit seinem vierten Saisonsieg, dem 18. seiner Karriere, kletterte Love vom vierten auf den ersten Platz der Geldrangliste und muss jetzt als ein ganz ernster Anwärter auf den Titel bei der in dieser Woche beginnenden US-PGA-Championship, dem letzten von vier Major-Turnieren dieser Saison, erachtet werden.

Nachdem der 39-Jährige Love beim nach einem modifizierten Stableford-System gezählten Turnier die ersten beiden Runden am Donnerstag und Freitag bereits mit der Rekordzahl von 36 Punkten absolviert hatte, war ihm bewusst, dass nicht mehr allzu viel schief gehen könnte: "Ich durfte am Wochenende nur keine großen Fehler mehr begehen." Seine 10-Punkte-Führung vor der Finalrunde auf Landsmann John Rollins erwies sich schließlich als mehr als komfortabel.

Tiger Woods war nicht am Start

Nach vier Birdies und drei Bogeys am Sonntag siegte Love gar mit zwölf Punkten Vorsprung auf die geteilten Zweiten, den Südafrikaner Retief Goosen und Vijay Singh (Fidschi-Inseln). Die beste Runde des Schlusstages spielte Ernie Els (Südafrika) mit 13 Punkten, der Weltranglistenerste Tiger Woods war nicht am Start. Bester Europäer war der Engländer Paul Casey auf Rang 10.

Der einzige deutsche Teilnehmer, Alexander Cejka, verlor auf den letzten 18 Löchern klar an Boden. Nachdem sich der in Prag lebende Cejka für die Runde der besten 36 Spieler am Samstag mit einem 27. Rang noch scheinbar locker qualifiziert hatte, war der Platz am Sonntag alles andere als ein Freund für den 32-Jährigen. Der in der Weltrangliste auf Rang 64 geführte und damit bestplatzierte Deutsche leistete sich nicht weniger als fünf Bogeys ( minus fünf Punkte) und ein Doppelbogey (minus drei Punkte) und wurde - trotz dreier Birdies - am Ende Drittletzter in Castle Rock.

Ian Poulter fängt "Monty" ab

Auf der European Tour sicherte sich der 27-jährige Engländer Ian Poulter den Siegerscheck in Höhe von 266.660 Euro bei der erstmals ausgetragenen Nordic Open in Dänemark. Poulter, nach dem dritten Tag auf dem Par-72-Kurs des Simon's Golf Club in Kvistgaard nahe Kopenhagen noch auf dem geteilten dritten Platz liegend, spielte zum Abschluss eine 66 und lag damit schließlich bei minus 22 fürs Turnier.

Mit einem Schlag Rückstand auf Platz zwei landete der Schotte Colin Montgomerie, der nach einer Handgelenksverletzung und damit verbundener dreiwöchiger Zwangspause ein tolles Comeback feierte. Für Poulter war es nach dem Erfolg bei der Wales Open in Celtic Manor in diesem Jahr bereits der zweite Turniersieg auf der European Tour.

Von den drei deutschen Teilnehmern erreichten am Finaltag lediglich Marcel Siem und Sven Strüver Normalform. Während Siem sich mit einer 69er-Runde auf den geteilten 62. Platz vorspielen konnte, landete der zuvor gleichauf mit dem Rheinländer platzierte Strüver am Ende nur um einen Schlag schlechter auf dem geteilten 69. Rang.

Dort fand sich nach einem wahren Bogeyfestival auch Tobias Dier wieder. Wieder einmal zeigte der Nürnberger nach zwei guten Auftaktrunden in den beiden Schlussrunden Nerven. War er am Samstag bereits von Rang fünf auf 23 gefallen, so stürzte Dier am Schlusstag mit neun Bogeys, zwei Birdies und einem Eagle - plus vier für die Runde - auf Platz 69 ab.

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