Elf Tipps von unseren Karrierecoaches Diese Bücher bringen Sie weiter

Millenials, Mindfuck, Menschlichkeit – ganz unterschiedliche Bücher haben unsere Karriereexperten inspiriert. Lesen oder verschenken Sie die Empfehlungen unserer Coaches.
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Frauke Thielking / plainpicture

Arroganz als Werkzeug

Carmen Michaelis empfiehlt »Das Arroganzprinzip« von Peter Modler

Carmen Michaelis war zehn Jahre Führungskraft in einem Unternehmen, zuletzt stellvertretende Geschäftsführerin. Seit 2004 arbeitet sie selbstständig als Coach, Trainerin und Moderatorin für Unternehmen.

Carmen Michaelis war zehn Jahre Führungskraft in einem Unternehmen, zuletzt stellvertretende Geschäftsführerin. Seit 2004 arbeitet sie selbstständig als Coach, Trainerin und Moderatorin für Unternehmen.

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Privat

»Ich will mich aber nicht verbiegen und die überflüssigen Spielchen der Männer mitspielen«, sagen mir unzählige Frauen im Coaching. Sie alle sind auf dem Weg zum nächsten Karriereschritt und hadern. Und ich sage, was ich immer sage: »Wenn Sie weiterkommen wollen, müssen Sie die Machtspiele verstehen, sich beteiligen und ihnen was entgegensetzen. Das nützt alles nichts« Gerne empfehle ich ihnen dann das Buch von Peter Modler »Das Arroganzprinzip«. Es vermittelt mit wenig Theorie und viel Praxis, Techniken, mithilfe derer Frauen in einer männlich geprägten Berufswelt die Sprache und Spielchen der Männer entschlüsseln und erfolgreich ihren Weg gehen. Arroganz versteht Modler nicht als Haltung, sondern als Werkzeug, das Frauen in der Männerwelt wirkungsvoll benutzen.

Sein Ausgangspunkt: Männer und Frauen sprechen eine unterschiedliche Sprache. Während die Mehrzahl der Männer von klein auf in einem vertikalen System kommuniziert, das sich dadurch auszeichnet, dass zunächst mal Rang und Revier geklärt werden müssen, kommunizieren Frauen in einem horizontalen System. Es ist gekennzeichnet durch Zugehörigkeit, Gleichheit und Inhalte. Wer diese Unterschiedlichkeit nicht anerkennt und berücksichtigt, so Modler, läuft Gefahr, eigene Interessen nicht ins Ziel zu bringen und »verwundert im Off zu landen«.

Damit das nicht passiert, bietet Modler Trainings für Frauen an. Aus diesen Trainings berichtet er in dem Buch und erzählt sehr kurzweilig von den weniger und sehr erfolgreichen Strategien, sich als Frau Raum und Gehör zu verschaffen. Er deckt dabei Fallen auf, die Frauen sich unbewusst selbst stellen. Oft (leider) mit hohem Wiedererkennungswert.

Die Anschaulichkeit und Praxisnähe stellt Peter Modler in seinen Arroganztrainings durch ein ungewöhnliches Setting her. Ein männlicher Protagonist, den Modler quasi als Übungsobjekt in seine Seminare mitnimmt, steht den Frauen zur Verfügung, damit sie im Rollenspiel Strategien erproben und konkrete Lösungen finden. Diese Lösungen sind allesamt umsetz- und übertragbar auf die Arbeitswelt, in der wir uns bewegen. Die Übung am lebenden Objekt verschafft diverse Aha-Momente und ermutigt dazu, aktiver mitzumischen.

Was ich von meinen Coachees höre, die die Unterschiedlichkeit zwischen Männern und Frauen anerkennen, sich nicht daran aufreiben, sondern sich ausprobieren und mitmischen? »Unglaublich, Mann nimmt mich jetzt ernst!« Es versteht sich von selbst, dass ich auch Männern das Buch sehr gerne empfehle. Zweisprachig unterwegs zu sein, wird auch ihnen neue Wege öffnen.

Was ist mir wirklich wichtig im Leben?

Bernd Slaghuis empfiehlt »Dienstags bei Morrie« von Mitch Albom

Bernd Slaghuis hat seit 2011 in seinem Kölner Büro als Karrierecoach mehr als tausend Angestellte und Führungskräfte bei ihren nächsten Schritten im Beruf begleitet. Er betreibt den Karriere-Blog »Perspektivwechsel« und ist Autor des Buchs »Besser arbeiten«.

Bernd Slaghuis hat seit 2011 in seinem Kölner Büro als Karrierecoach mehr als tausend Angestellte und Führungskräfte bei ihren nächsten Schritten im Beruf begleitet. Er betreibt den Karriere-Blog »Perspektivwechsel« und ist Autor des Buchs »Besser arbeiten«.

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Armin Zedler

Dieses Buch fiel mir im Sommer 2000 bei einem vierwöchigen Sprachkurs-Aufenthalt in New York in die Hände. Ich erinnere mich daran, wie ich als damals 28-Jähriger an einem Samstag im Central Park saß und es aufgesaugt habe. Es beruht auf einer wahren Geschichte und lässt uns teilhaben an den letzten 14 Wochen im Leben des Soziologieprofessors Morrie Schwartz (75) im Gespräch mit seinem ehemaligen Studenten und heutigem Journalisten Mitch Albom. Dieser erfuhr zufällig 1995 in einem TV-Interview von der ALS Erkrankung seines damaligen Lieblingsprofessors und nahm Kontakt zu ihm auf. Er besuchte ihn in der Folge wöchentlich dienstags und schrieb ihre Gespräche über das Leben und den Tod auf.

»Die meisten von uns laufen wie Schlafwandler durch die Gegend. Wir kosten das Leben nicht aus, weil wir ständig im Halbschlaf sind und Dinge tun, von denen wir glauben, wir müssten sie tun.« Dies ist eine von vielen seiner Aussagen, an die ich mich immer wieder erinnere. Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Diese Frage ist heute nicht nur in jedem meiner Karriere-Coachings von zentraler Bedeutung, sondern sie ist auch zum Kompass für mein eigenes Leben geworden.

Ich empfehle hier bewusst kein Buch mit Karrieretipps und den fünf goldenen Regeln für ein erfolgreiches Leben. Denn es sind keine Tools oder Methoden, sondern es ist unsere eigene Haltung uns selbst gegenüber sowie die Sicht auf und die Beziehung zu anderen Menschen, die über Glück und Erfüllung, Freude und Erfolg im Leben und Beruf entscheiden.

»Dienstags bei Morrie« zeigt auf berührend eindrückliche Weise, welche Werte in unser aller Leben wirklich zählen. Meine Leseempfehlung für einige ruhige Stunden der Selbstreflexion in einer Zeit, die von persönlicher Sinnsuche, vergänglicher Schnelllebigkeit und haltloser Orientierung im Außen stärker denn je geprägt ist.

Wie überhaupt Erfolg gelingt und bleibt

Dorothea Assig empfiehlt Kent Naganos »10 Lessons of my Life«

Dorothea Assig berät internationale Topmanagerinnen und -manager und ambitionierte Organisationen. Sie leitet zusammen mit Dorothee Echter Topmanagement- und Vorstandsseminare und ist Co-Autorin mehrerer Managementbücher. Dazu zählen »Freiheit für Manager« und "Ambition. Wie große Karrieren gelingen«.

Dorothea Assig berät internationale Topmanagerinnen und -manager und ambitionierte Organisationen. Sie leitet zusammen mit Dorothee Echter Topmanagement- und Vorstandsseminare und ist Co-Autorin mehrerer Managementbücher. Dazu zählen »Freiheit für Manager« und "Ambition. Wie große Karrieren gelingen«.

Foto: Magdalena Joos

Wie ist Kent Nagano zu einem Stardirigenten geworden? Davon handelt sein Buch, gemeinsam geschrieben mit der Co-Autorin Inge Kloepfer nicht. Sondern davon, wie beeindruckt er von Weggefährt:innen aus der klassischen Musik ist, wie auch Björk ihn inspiriert hat, und was er von Frank Zappa gelernt hat. In diesem Buch strahlen Wertschätzung, positive Resonanz und unbändige Lernbereitschaft, Note um Note, Begegnung um Begegnung. Unermüdlich.

Wie Nagano über die Begegnung mit anderen Menschen schreibt, was er von ihnen wie gelernt hat, wie sie ihn angetrieben haben, wie er dabei seiner eigenen Ambition gefolgt ist, ist das Beste und Inspirierendeste, was ich zu diesem Thema gelesen habe. Seine Co-Autorin Inge Kloepfer präsentiert seine Begegnungen im Kontext seines Schaffens als Musiker, so dass wir Leserinnen und Leser miterleben, wie sein Erfolg wächst. Wie überhaupt Erfolg gelingt und bleibt, ist beispielhaft. Dieses Buch ist erkenntnisreich und darüber hinaus großartig geschrieben. Ich bin Fan.

Erkennen, was einen selbst sabotiert

Lunia Hara empfiehlt Petra Bocks »Mindfuck«

Lunia Hara ist Führungskraft in einem Technologieunternehmen. Zusätzlich beschäftigt sie sich mit dem Thema empathische Führung und Diversität, schreibt dazu Artikel und hält Vorträge. Lunia Hara möchte andere Führungskräfte zu mehr Offenheit und Mitgefühl im Job inspirieren.

Lunia Hara ist Führungskraft in einem Technologieunternehmen. Zusätzlich beschäftigt sie sich mit dem Thema empathische Führung und Diversität, schreibt dazu Artikel und hält Vorträge. Lunia Hara möchte andere Führungskräfte zu mehr Offenheit und Mitgefühl im Job inspirieren.

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Bryan Hammerschmidt

Wir Menschen sabotieren uns gedanklich dauernd, ohne es zu merken. Unsere Denkmuster stehen uns im Weg und verhindern, dass wir beruflich und privat Fortschritte machen. Petra Bock erläutert in ihrem Buch »Mindfuck« anhand von Praxisbeispielen sieben dieser Denkmuster, die unser Verhalten und unsere Entscheidungen negativ beeinflussen können. Sie zu erkennen und sich selbst bewusst zu machen, ist enorm wichtig.

Mir sind unter anderem durch dieses Buch vor vielen Jahren die Nachteile meines Perfektionismus – auf den ich bis dahin stolz war – klar geworden. Ich habe festgestellt, dass er mich beim Verfolgen meiner Ziele eher bremste, als dass er mir genützt hätte. Dieses Wissen hat mir geholfen, meinen Perfektionismus zu akzeptieren, aber auch zu lernen, ihn zu steuern. Zu erkennen, was einen selbst sabotiert, ist ein guter Schritt in Richtung Selbstreflexion.

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Bock, Petra

Mindfuck: Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können (Die Mindfuck-Bücher)

Verlag: Knaur HC
Seitenzahl: 256
Für 19,99 € kaufen
Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Wie sich Menschen nicht selbst im Weg stehen

Dorothee Echter empfiehlt Madeleine Kühnes »Millenial Boss«

Dorothee Echter berät Entscheider und Entscheiderinnen in Konzernen, Consultancies, in der Wissenschaft und in politischen Institutionen wie den United Nations. Gemeinsam mit Dorothea Assig leitet sie Topmanagement- und Vorstandsseminare. Beide sind Autorinnen mehrerer Managementbücher, darunter »Freiheit für Manager« und »Ambition. Wie große Karrieren gelingen«.

Dorothee Echter berät Entscheider und Entscheiderinnen in Konzernen, Consultancies, in der Wissenschaft und in politischen Institutionen wie den United Nations. Gemeinsam mit Dorothea Assig leitet sie Topmanagement- und Vorstandsseminare. Beide sind Autorinnen mehrerer Managementbücher, darunter »Freiheit für Manager« und »Ambition. Wie große Karrieren gelingen«.

Foto: Magdalena Joos

Die Einladung, das eigene Lieblingsbuch vorzustellen, ist eine Verführung zum Angeben: die griechischen Philosophen gelesen, Proust in die Sommerfrische mitgenommen, die wichtigsten Neuerscheinungen studiert ... eine Verführung, der ich nicht erliegen will. Vielmehr will ich ein Führungsbuch empfehlen, das nachahmenswert, umsetzungsstark ist, und es in den Kanon der Managementliteratur noch schaffen will.

Tiefgang, unterhaltsam geschrieben: Madeleine Kühne, eine Meisterin ihres Fachs, rollt große Themen lässig auf – wie die Millennials die Zukunft der Unternehmen gestalten: Mit Ambition, Entschlossenheit und Können. Es ist die souveräne Erfolgsgewissheit, eine begeisternde Frische, die dieses Buch so attraktiv macht. Madeleine Kühne zeigt, wie kleine und große Teams von ihren Chef:innen am besten begleitet werden. Wie sich Menschen nicht selbst im Weg stehen, sondern wie sie ohne Dramen sich und ihre Unternehmen zum Erfolg führen. Im sicheren Wissen: »Auch Du wirst Fehler machen. Das ist völlig klar. Auch Du bist nur ein Mensch aus Fleisch und Blut.«

Hoffnung, das Problem Rassismus lösen zu können

Ellen Wagner empfiehlt Robert Livingstons »The Conversation«

Ellen Wagner ist Expertin für Diversity, Equity und Inclusion und arbeitet mit Kunden, Kundinnen und Unternehmen in Deutschland und den USA. Sie unterstützt Organisationen bei der Schaffung einer inklusiven Unternehmenskultur und Individuen, externe und interne Barrieren zu überwinden.

Ellen Wagner ist Expertin für Diversity, Equity und Inclusion und arbeitet mit Kunden, Kundinnen und Unternehmen in Deutschland und den USA. Sie unterstützt Organisationen bei der Schaffung einer inklusiven Unternehmenskultur und Individuen, externe und interne Barrieren zu überwinden.

Foto: cross cultural bridges – wagner Coaching

Der Harvard-Professor und Sozialpsychologe Robert Livingston veröffentlichte Anfang 2021 ein Buch, dass mir die Augen öffnete und mir unglaublich viel Sicherheit und Zuversicht für meine Arbeit als Empowerment und Diversity Coach gab. Der Titel des (derzeit leider nur in englischer Sprache verfügbaren) Buches lautet: »The Conversation: How Seeking and Speaking the Truth about Racism Can Radically Transform Individuals and Organizations«. Darin geht es darum, ehrliche Konversationen zu dem so sehr komplexen und schwierigen Thema Rassismus anzustoßen und damit Rassismus zu reduzieren.

Livingston beschreibt anschaulich und praxisbezogen, wie Einzelpersonen, Organisationen und Gemeinschaften jeder Größe den Dialog über Rassismus und Vorurteile in Gang bringen. Dann unterstützt er, gut gemeinte Erklärungen zu Bemühungen um Gleichberechtigung in konkrete Maßnahmen umzuwandeln. Die Struktur des Buches verfolgt dabei den Ablauf des von ihm entwickelten fünfstufigen Modells, welches einen sofort umsetzbaren Leitfaden für Organisationen und Unternehmen darstellt.

Livingston erläutert zunächst, dass ein Bewusstsein für das eigentliche Problem geschaffen werden sollte. Dieses fehlt ebenso häufig wie das Wissen über die Ursache eines Problems. Zuerst muss verstanden werden, dass Rassismus ein strukturelles Problem ist. Wenn die Ursache begriffen wird, können die vielfältigen Gründe erörtert werden, warum Menschen bereit und gewillt sind, sich gegen Rassismus einzusetzen oder eben auch nicht. Erst dann sollen konkrete Maßnahmen durchgeführt werden, um sowohl von einzelnen Menschen als auch von Unternehmensseite aus Rassismus zu bekämpfen. Livingston schreibt »Obwohl nichts Wertvolles völlig kostenlos ist, kostet es nicht so viel, wie Sie denken.« Und gibt uns damit Hoffnung, das Problem Rassismus lösen zu können. Sind Sie bereit?

Das wirklich Großartige an diesem Buch ist seine breite Anwendbarkeit. Auch wenn es in dem Buch um die Bekämpfung von Rassismus geht, ist es möglich, sein Modell auf jegliche Form von Diskriminierung oder Problemen anzuwenden. Livingstons Werk strotzt vor spannenden Forschungsergebnissen, Fakten und Studien, die seine Aussagen in den Feldern der Psychologie, der Soziologie, des Managements und der Verhaltensökonomie belegen. Das Buch ist ein exzellenter Leitfaden sowohl für Menschen, die mehr zum Thema Rassismus lernen möchten, als auch für Personalverantwortliche und Gleichstellungsbeauftragte in Organisationen.

Die Wahrhaftigkeit des Körpers

Katrin Wilkens empfiehlt die Bücher von Samy Molcho

Katrin Wilkens, Jahrgang 1971, ist Berufsberaterin, Journalistin und Autorin. In ihrer Job-Profiling-Agentur i.do berät sie seit 2011 Frauen nach der Babypause, einen passenden Job zu finden. Ihre Erfahrung hat sie in dem Buch »Mutter schafft. Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt« zusammengetragen.

Katrin Wilkens, Jahrgang 1971, ist Berufsberaterin, Journalistin und Autorin. In ihrer Job-Profiling-Agentur i.do berät sie seit 2011 Frauen nach der Babypause, einen passenden Job zu finden. Ihre Erfahrung hat sie in dem Buch »Mutter schafft. Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt« zusammengetragen.

Foto: Marianne Moosherr

Mich haben früh und immer noch die Körpersprachen-Bücher von Samy Molcho geprägt. Weil er einfühlsam das erotische Geheimnis einer schiefen Hüfte erklären konnte. Weil er die Sprache des Körpers erklärt ohne ideologischen Überbau. Weil er jede Mimik imitieren konnte, als wäre sie in sein Gesicht hineingewachsen. Und trotz der 40 Jahre Zeitverschiebung sind seine ersten Bücher heute aktueller denn je: denn wir verlernen immer mehr, den Körper des anderen zu lesen. Weil wir zu sehr auf unser Smartphone schauen, Corona-maskiert sind, unverbindlich erscheinen wollen, benötigen wir immer mehr Erklär-Bär-Emojis: Is´ ironisch gemeint, verstehste?

Molcho kennt keine Ironie. Er kennt nur die Wahrhaftigkeit des Körpers, der sich in seinem Ausdruck nicht verstecken kann und Molcho wird zum Aufklärer. Beim Coaching hilft es mir, die Menschen so zu betrachten, wie er es lehrt: ganzheitlich, wertfrei und, trotz aller aufbrechenden Geschlechterklischees, Männlein und Weiblein getrennt. Und selbst als Mutter habe ich von ihm profitiert. Der erhobene Zeigefinger, so oft verlacht, findet bei Molcho sein Gnadenbrot. Immerhin macht er dem Kind unmissverständlich deutlich: halt, bis hierhin und nicht weiter. Meine Kinder haben kein Erziehungstrauma – und ich habe meine Stimmbänder geschont.

Lizenz zum Leisesein

Michael Martens empfiehlt »Leise Menschen – starke Wirkung« von Silvia Löhken

Matthias Martens, Jahrgang 1964, war zehn Jahre Personalleiter im Otto-Konzern, bevor er sich 2006 für die Selbstständigkeit entschied. Heute begleitet der Inhaber einer Outplacementberatung als Berater und Coach vor allem Menschen in der Lebensmitte, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen.

Matthias Martens, Jahrgang 1964, war zehn Jahre Personalleiter im Otto-Konzern, bevor er sich 2006 für die Selbstständigkeit entschied. Heute begleitet der Inhaber einer Outplacementberatung als Berater und Coach vor allem Menschen in der Lebensmitte, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen.

Foto: B+B Photography

Mein Herzensbuch ist »Leise Menschen – starke Wirkung. Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden« von Silvia Löhken, 2012 erschienen. Das Buch liegt mittlerweile in der 10. Auflage vor und ist heute mehr denn je relevant. Löhkens Ratgeber richtet sich an alle introvertierten Menschen, die sich im Job gern mehr in Szene setzen möchten. Die meisten Kommunikationsratgeber bieten Tipps, die sich am Verhalten extrovertierter Menschen orientieren, also an Menschen, die sich in ihrem Verhalten dynamisch, spontan und gern nach außen öffnen und stärker wahrgenommen werden. Wollen Introvertierte diese Tipps befolgen und versuchen, Extrovertierte nachzuahmen, lenken sie ihre Aufmerksamkeit noch mehr auf ihre Defizite und werden scheitern. Selbstzweifel wachsen.

Löhken geht einen anderen Weg. Im ersten Teil zeichnet sie in präziser und wertschätzender Weise die Stärken, Bedürfnisse und Hürden der Introvertierten nach, wie ich es noch nirgends gelesen habe. Als Introvertierter fühlte ich mich sofort verstanden.

In der zweiten Hälfte des Buches zeigt sie Wege auf, wie man als Intro auf Basis der vorhandenen Stärken den privaten und beruflichen Bereich positiv gestalten kann. Sie beschreibt konkrete Kommunikationsstrategien zum Ausprobieren, die auch für Introvertierte umsetzbar sind. Das Buch schließt mit einer »Lizenz zum Leisesein«. Damit ermutigt sie die Leser, die Stärken des Introvertierten bewusst einzusetzen und ein erfülltes Leben zu führen.

Raum für Wachstum

Dieter Lederer empfiehlt »Was wir sind und was wir sein könnten« von Gerald Hüther

Dieter Lederer ist Veränderungsexperte, Unternehmer, Investor und Musiker. Er hat mehr als 250 industrielle Change-Projekte betreut. Sein Buch zum Thema: »Veränderungsexzellenz – 12 Erfolgsstrategien für den Unternehmenswandel«.

Dieter Lederer ist Veränderungsexperte, Unternehmer, Investor und Musiker. Er hat mehr als 250 industrielle Change-Projekte betreut. Sein Buch zum Thema: »Veränderungsexzellenz – 12 Erfolgsstrategien für den Unternehmenswandel«.

Foto: PR

Der Hirnforscher Gerald Hüther erzählt über die Entwicklung unseres Gehirns und unserer Fähigkeiten. Er tut das mit einer so wunderbar leichten, bildhaften und klaren Sprache, dass es große Freude macht, sich sukzessive einzulesen. Dieses Buch hat meine Sicht auf Menschen und ihre Entwicklungsfähigkeit nachhaltig verändert. Es weist weg von einem mechanistischen Verständnis von Ressourcen und Humankapital, weg von der oft anzutreffenden Doktrin des Wettkampfs und der Auslese, hin zur Frage danach, wie die Entfaltung der hochindividuellen und reichhaltigen Potenziale einzelner Menschen und ganzer Gemeinschaften gelingen kann.

Die Antworten sind einfach und anspruchsvoll zugleich: Es braucht die Verbundenheit in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten genauso wie den Raum für eigenes Wachstum. Nichts begünstigt Lernen und Vorangehen so sehr wie Freude und Begeisterung. Das Gehirn macht das ohne Weiteres mit, sogar bis ins hohe Alter, denn es entwickelt sich so, wie es gebraucht wird – das Stichwort dazu ist »Neuroplastizität«.

Die Kunst läge nun darin, dieses Wissen in Unternehmen zu nutzen. Das hieße, einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen mehr stärkende als schwächende Erfahrungen machen. Sich in gegenseitiger Verbundenheit zu ermutigen, ist eine Möglichkeit dafür. Überholte Strukturen und die Notwendigkeit der Anpassung daran aufzugeben, eine andere. Intensiv in Beziehungen zu denken und diese zu gestalten, ist eine dritte – und es gibt unzählige weitere. Rein auf Leistung und Konkurrenz zu fokussieren, ist hingegen abträglich.

Letzten Endes geht es Hüther darum, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – was einer der großen Hebel für das Wachstum des sozialen Systems »Unternehmen« ist, auch für das wirtschaftliche.

Gegen Widerstände den beruflichen Traum leben

Doris Brenner empfiehlt »Neuleben« von Katharina Fuchs

Doris Brenner arbeitet als freie Beraterin und Coach mit den Schwerpunkten Personalentwicklung sowie Karriere- und Outplacementberatung. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin verfügt über langjährige Erfahrung in Fach- und Führungsfunktionen. Doris Brenner ist Initiatorin und Gründungsvorstand der DGfK (Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung).

Doris Brenner arbeitet als freie Beraterin und Coach mit den Schwerpunkten Personalentwicklung sowie Karriere- und Outplacementberatung. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin verfügt über langjährige Erfahrung in Fach- und Führungsfunktionen. Doris Brenner ist Initiatorin und Gründungsvorstand der DGfK (Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung).

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Uta Mosler

Gerne empfehle ich ein Buch, das ich vor Kurzem gelesen habe und das mich sehr gefesselt hat. Der Roman spielt im Jahre 1953, also in der Nachkriegszeit, und basiert auf der eigenen Familiengeschichte der Autorin, wobei ihre Mutter und ihre Tante die beiden Protagonistinnen sind.

Das Leben und die Träume der beiden sehr unterschiedlichen Frauen werden sehr einfühlsam beschrieben. Was mich an dem Buch besonders gefesselt hat, ist die Tatsache, wie diese beiden Frauen unter sehr widrigen Umständen und gegen viele Widerstände ihren beruflichen Traum leben. Der Wunsch, sich eine eigene berufliche Identität aufzubauen, im einen Fall als Richterin, im anderen Fall als Modedesignerin, ist in jeder Zeile spürbar. Die Energie, mit der die Visionen verfolgt werden, begeistert einfach. Das Buch macht insbesondere Frauen Mut, sich berufliche Ziele zu setzen, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben und sich nicht von dem eigenen Weg abbringen zu lassen.

Den Schatz unter dem Schmerz finden

Claudia Kimich empfiehlt Safi Nidiayes "Herz öffnen statt Kopf zerbrechen"

Claudia Kimich ist Diplom-Informatikerin und systemischer Coach sowie Autorin der Bücher »Verhandlungstango« und »Um Geld verhandeln« im Beck Verlag. Nach IT- und Vertriebsleitungspositionen trainiert und coacht sie seit mehr als 25 Jahren zu den Themen Gehalts-, Honorar- und Preisverhandlung, Schlagfertigkeit und Selbstmarketing.

Claudia Kimich ist Diplom-Informatikerin und systemischer Coach sowie Autorin der Bücher »Verhandlungstango« und »Um Geld verhandeln« im Beck Verlag. Nach IT- und Vertriebsleitungspositionen trainiert und coacht sie seit mehr als 25 Jahren zu den Themen Gehalts-, Honorar- und Preisverhandlung, Schlagfertigkeit und Selbstmarketing.

Foto: Anselm Moors

Herz öffnen statt Kopf zerbrechen. Allein der Titel würde die Pharmaindustrie Millionen Umsätze kosten, wenn es viele lesen und noch mehr umsetzen würden. Ich habe vor 12 Jahren in meinem ersten Buch geschrieben. »Sie sind nicht Ihre Gefühle, Sie haben nur welche.« Da kannte ich Safis Buch noch gar nicht und der Satz könnte gut von ihr stammen.

Kennen Sie diese Sätze?

  • Jungs weinen nicht

  • Gefühle sind im Business nicht erlaubt/gewollt

  • Sie sind ja wieder so emotional

  • Können wir bitte sachlich bleiben

  • Mit so einer Gefühlsduselei kommen wir hier doch nicht weiter.

Ich höre sie oft und bin komplett anderer Meinung, ich sage dann gerne: Moderieren Sie Ihre Gefühle. Es merkt eh jeder, dass da welches Gefühl auch immer in Ihnen brodelt. Wenn Sie über Ihren Gefühlszustand sprechen, ist das Verständnis auf der anderen Seite gleich viel größer und die Lösung näher.

Und genau das lernen wir in diesem Buch:

  • Wie wir uns bewusst mit unseren Gefühlen beschäftigen und sie dann sofort weniger bedrohlich sind.

  • Dass Gefühle sowieso da sind und uns gerne unbewusst sabotieren, wenn wir sie verdrängen.

  • Dass wir den Schatz unter dem Schmerz finden.

  • Dass Verdrängen allenfalls eine kurz- oder mittelfristige Lösung ist.

  • Dass wir auch mit all unseren Gefühlen voll ok sind.

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Nidiaye, Safi

Herz öffnen statt Kopf zerbrechen: Der Weg zu Freiheit, Freude und Frieden (0)

Verlag: Allegria Taschenbuch
Seitenzahl: 240
Für 11,00 € kaufen
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Es ist eines von den Büchern, das mir neben den Augen auch das Herz geöffnet hat. Es fordert sehr beim Durcharbeiten, bringt nach intensiver Beschäftigung aber innere Freiheit und Gelassenheit. Und das ist ein wirklich wunderbares Gefühl.

mh
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