Börse Dax mit deutlichem Wochengewinn

Der Dax gibt am Freitag wieder nach, beendet die Handelswoche aber mit klaren Gewinnen. Bankenwerte sind europaweit gefragt.
Dax-Kurve in Frankfurt: Der deutsche Leitindex hat nach vier Gewinntagen in Folge am Freitag leicht nachgegeben

Dax-Kurve in Frankfurt: Der deutsche Leitindex hat nach vier Gewinntagen in Folge am Freitag leicht nachgegeben

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Atempause nach der Kursrallye: Der Dax  hat am Freitag nach vier Tagen mit Kursgewinnen in Folge wieder leicht nachgegeben. Der deutsche Leitindex büßte bis zum Handelsschluss des Xetra-Computerhandels (17.30 Uhr) rund ein halbes Prozent auf 14 502 Punkte ein, nachdem er tags zuvor mit 14 595 Punkten eine Bestmarke erreicht hatte. In der abgelaufenen Woche legte er damit aber immer noch mehr als 4 Prozent zu. Auch der MDax gab zum Wochenabschluss ein halbes Prozent ab auf 31.779 Punkte.

Am Vortag hatten die geldpolitische Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und neue Bestmarken an der Wall Street den deutschen Leitindex Dax noch auf ein Rekordhoch getrieben. Zu den Gewinnern im Dax zählten die Deutsche Bank und die Deutsche Post, während Autowerte wie Daimler und BMW unter Abgabedruck gerieten. Die Nachfrage nach Bankenwerten sorgte auch im MDax für Kursgewinne bei der Aareal Bank.

Dax

Entscheidend für die weitere Richtung der Börsen bleibt die Entwicklung an den Anleihemärkten. Zunächst drohe von hier keine Gefahr, da die Europäische Zentralbank (EZB) diese mit den Aussagen am Vortag auf dem aktuellen Niveau stabilisiert habe, glaubt Altmann. "Damit ist das Gespenst der steigenden Inflation und der steigenden Zinsen erst einmal vom Parkett vertrieben." Die Experten der Credit Suisse glauben zwar, dass der Aktienmarkt auch künftig sensibel auf deutlichere Zinsbewegungen reagieren wird. Generell gehen sie aber davon aus, dass die Anleger mit einem insgesamt steigenden Zinsniveau in diesem Jahr gut zurechtkommen können, da dieses vermutlich von einer stark zunehmenden Wachstumsdynamik begleitet wird.

Daimler und BMW unter Druck

Vor allem Analystenkommentare sorgten für Kursausschläge. Die bis vor kurzem stark gelaufenen Autoaktien zählten zu den größten Verlierern im Dax. BMW büßten 2,4 Prozent ein, nachdem die britische Investmentbank Barclays ihre Kaufempfehlung gestrichen hatte. Die Titel des Konkurrenten Daimler stufte Barclays zwar hoch und nannte sie neben Volkswagen als Favoriten im Sektor. Stärker wog aber der Verkauf eines Daimler-Aktienpakets durch Renault, so dass die Papiere der Stuttgarter über zwei Prozent verloren. Der kriselnde Konkurrent Renault nutzte den zuletzt guten Lauf der Daimler-Aktie für einen Verkauf seiner restlichen Beteiligung.

Im MDax setzte sich Freenet mit einem Kursplus von knapp drei Prozent in der Spitzengruppe fest. Barclays empfiehlt nun eine Übergewichtung. Das Telekomunternehmen sei in einer guten Position für einen nachhaltig starken Mittelzufluss und biete eine attraktive Dividendenrendite.

Wall Street: Dow solide, Techwerte geben wieder nach

Der Dow Jones Industrial ist am Freitag erneut freundlich gestartet. Zuletzt notierte der US-Leitindex 0,2 Prozent fester bei 32 553 Punkten. Er würde damit eine bislang starke Woche abrunden, bislang hat der Index mehr als drei Prozent zugelegt.

Düsterer sieht es am Freitag aber für die an der Nasdaq-Börse konzentrierten Technologiewerte aus. Hier geht das Hin und Her der vergangenen Tage wohl mit Verlusten weiter. Der von diesen Branchenwerten geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 wurde zuletzt 1,2 Prozent tiefer taxiert.

Tesla-Aktie unter Druck

Eine gewisse Kluft zwischen dem Dow, der auf einer positiven Welle schwimmt, und der Nasdaq, die seit der dem Februar-Kursrutsch konsolidiert, bleibt damit bestehen. "Rotation ist derzeit das Thema an den Aktienmärkten: Raus aus Technologie, rein in Zykliker", kommentierte Markus Reinwand von der Helaba. Insgesamt bleibe die Risikobereitschaft der Anleger aber präsent.

Ein stark schwankendes Sinnbild für den Tech-Index bleibt die Aktie von Tesla, die am Freitag vorbörslich um 3,3 Prozent sank. Zuletzt war der Kurs erstmals seit Anfang März zeitweise über die Marke von 700 US-Dollar zurückgekehrt.

Nasdaq 100

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Bitcoin behält Marke von 60.000 Dollar im Blick

Bitcoin-Anleger laufen sich unterdessen für den Test der psychologisch wichtigen 60.000er Marke warm. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise war in der Nacht zu Freitag zeitweise bis auf 58.000 US-Dollar gestiegen, gab dann aber wieder leicht nach. Die bisherige Rekordmarke von Bitcoin liegt bei knapp 59.000 US-Dollar. "Anleger haben offensichtlich den jüngsten Kursrutsch als Wiedereinstiegsgelegenheit erachtet", sagte ein Börsianer.

Bitcoin

Asiens Börsen im Plus, Euro kaum verändert

In Erwartung einer kräftigen Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise decken sich Anleger mit asiatischen Aktien ein. Der japanische Nikkei-Index stieg am Freitag um 1,7 Prozent auf 29.718 Punkte. Die chinesische Börse in Shanghai hinkte mit einem Plus von 0,3 auf 3447 Zähler hinterher. Hier dämpften neue politische Spannungen zwischen den USA und China die Kauflaune.

Die Regierung in Washington hatte das striktere Wahlsystem für die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong scharf verurteilt. Die Unterzeichnung der billionenschweren Corona-Staatshilfen durch US-Präsident Joe Biden gebe den japanischen Börsen bislang Auftrieb, sagte Norihiro Fujito, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. "Aber die US-Wirtschaft erholt sich so stark, dass die Notenbank Federal Reserve über eine Drosselung ihrer Anleihekäufe diskutieren muss." Dies könne japanischen Aktien einen Kursrücksetzer von acht bis zehn Prozent einbrocken. "Aber der Markt wird sich schnell wieder erholen, weil sich das weltweite Wachstum beschleunigt."

Zu den Favoriten am japanischen Aktienmarkt gehörte Softbank mit einem Kursplus von 3,4 Prozent. Der südkoreanische Online-Händler Coupang, an dem der Technologie-Investor beteiligt ist, war bei seinem Börsendebüt in den USA mit 109 Milliarden Dollar bewertet worden. Die Titel von Rakuten legten sogar 8,6 Prozent zu. Japan Post intensiviert die Zusammenarbeit mit dem Online-Händler und steigt bei dem Unternehmen ein. Die Papiere von Japan Post gewannen fünf Prozent.

Der Euro notierte am Freitag im frühen Handel kaum verändert gegenüber dem US-Dollar.

USD/EUR

Ölpreise steigen

Die Ölpreise sind zuletzt kräftig gestiegen. Am Markt wurde die gute Börsenstimmung als Hauptgrund genannt. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 69,53 US-Dollar. Das waren 1,63 Dollar mehr als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,38 Dollar auf 65,82 Dollar.

Brent

Die Ölpreise profitierten vor allem von der Risikofreude der Anleger. Der Dollar als Weltreservewährung war aufgrund der guten Marktstimmung weniger gefragt. Davon profitierte Rohöl, weil es in der US-Währung gehandelt wird. Fällt der Dollarkurs, steigt meist die Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums.

mit Nachrichtenagenturen
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