Wechsel nach Saudi-Arabien Cristiano Ronaldos Aufstieg in neue finanzielle Höhen

Der Fußballer Cristiano Ronaldo hat den höchstdotierten Vertrag der Sportgeschichte unterschrieben. Für zweieinhalb Jahre beim saudi-arabischen Klub Al-Nassr winken ihm offenbar 500 Millionen Euro – und die Rolle des Botschafters für eine Bewerbung des Golfstaates zur Ausrichtung der WM 2030.
"CR7": Cristiano Ronaldo, hier im Trikot der portugiesischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2022

"CR7": Cristiano Ronaldo, hier im Trikot der portugiesischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2022

Foto: MANAN VATSYAYANA / AFP

An den Namen seines neuen Heimarbeitsplatzes wird sich Cristiano Ronaldo (37) sicher noch gewöhnen müssen. Früher trugen sie so klangvolle Titel wie Old Trafford, das Theater der Träume von Manchester United. Oder das legendäre Estadio Santiago Bernabéu von Real Madrid. Oder das Juventus Stadium in Turin. Ab jetzt läuft der fünfmalige Weltfußballer und Europameister von 2016 im Mrsool Park des Al-Nassr FC auf. Fassungsvermögen 25.000 Zuschauer. Dass die Plätze künftig gefüllt sein dürften, ist kaum anzuzweifeln.

Der Klub aus der Hauptstadt hat sich eine der größten Attraktionen des Weltfußballs gekauft – und lässt sich den Superstar Medienberichten zufolge eine hohe Summe kosten, die ihn zum bestbezahlten Sportler überhaupt macht. Umgerechnet rund 200 Millionen Euro soll Ronaldo angeblich pro Spielzeit bekommen. Für zweieinhalb Jahre hat er unterschrieben. Das würde bedeuten: Eine halbe Milliarde Euro.

Im Anschluss an seine demnach in Saudi-Arabien ausklingende Karriere soll er demnach noch als Botschafter für eine WM-Bewerbung nicht weniger utopisch entlohnt werden. Dabei könnte es dann auch zu einem Wiedersehen mit seinem Weltfußballer-Rivalen Lionel Messi (35) kommen. Der argentinische Weltmeister ist das Gesicht einer Tourismus-Kampagne von Saudi-Arabien, einem streng konservativen Königreich, das sich auch durch sportliche Großereignisse etablieren will. Messi spielt aber diese und womöglich auch nächste Saison noch bei Paris Saint-Germain und damit wohl auch wieder in der Champions League.

Ronaldo nicht mehr. "Ich bin gespannt auf eine neue Fußball-Liga in einem anderen Land", wurde er in der Vereinsmitteilung in der Nacht auf Samstag zitiert. Er sprach von einer "sehr inspirierenden Vision" des Vereins: "Zusammen werden wir dem Team helfen, mehr Erfolg zu haben." Einen neuen Arbeitgeber in Europa hatte er nach dem Zoff-Aus bei Manchester United Ende November, noch vor der für ihn enttäuschenden WM, nicht mehr gefunden.

Diese Unterschrift werde nicht nur den Verein inspirieren, noch größeren Erfolg zu haben, "sondern auch unsere Liga, unsere Nation und die kommenden Generationen", hieß es von Clubseite. Vorgestellt werden dürfte Ronaldo wohl schon an diesem Samstag, wenn sein neuer Verein, neunmaliger Meister, zuletzt 2019, bei Al-Kaleej antritt. Ob Ronaldo womöglich schon im ersten Spiel des neuen Jahres und seines neuen Karriereabschnitts im Mrsool-Park am 5. Januar gegen Al-Tai auflaufen wird, bleibt abzuwarten.

Wegen Menschenrechtsverletzungen steht Saudi-Arabien international immer wieder in der Kritik

Saudi-Arabiens Sportminister hieß Ronaldo bereits im Golfstaat willkommen. "Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie wundervolle Erfahrungen im Königreich", schrieb Abdulasis bin Turki al-Faisal (39) auf Twitter: "Willkommen in Ihrem neuen Zuhause". Mit dem Transfer würde "einer der Größten aller Zeiten" nach Saudi-Arabien kommen, schrieb der Minister weiter.

Auch die saudische Pro League begrüßte Ronaldo. "Einer der ganz Großen des Fußballs wird bei Al-Nassr spielen", hieß es in einem Tweet. Kritiker werfen dem streng konservativen Golfstaat vor, mit dessen Engagement im Profisport den eigenen Ruf aufpolieren zu wollen.

Das Land steht wegen Menschenrechtsverletzungen international immer wieder in der Kritik – vor allem wegen der Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi. Er wurde 2018 von einem Mordkommando aus Riad brutal umgebracht.

hr/dpa
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