Stark gestiegene Nachfrage Biontech prüft zusätzliche Impfstoff-Lieferungen

In den vergangenen zwei Wochen ist die Nachfrage nach dem Impfstoff von Biontech extrem gestiegen, die Lager leeren sich. Der Mainzer Hersteller will nun gegensteuern. Unterdessen steht eine Impfstoff-Zulassung für 5- bis 11-Jährige laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unmittelbar bevor.
Bisher den älteren Kindern vorbehalten: Der Impfstoff von Biontech ist derzeit nur für Menschen ab 12 Jahren zugelassen

Bisher den älteren Kindern vorbehalten: Der Impfstoff von Biontech ist derzeit nur für Menschen ab 12 Jahren zugelassen

Foto: Sven Hoppe / picture alliance / dpa

Nach der Mitteilung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU; 41) über zur Neige gehende Mengen des Corona-Impfstoffs von Biontech prüft das Mainzer Unternehmen nun, ob es mehr Impfstoff liefern kann als bisher vereinbart. "Wir prüfen aktuell, ob und wenn ja, wie viele Dosen wir kurzfristig und zusätzlich zu den vertraglich vereinbarten liefern könnten", sagte Biontech-Sprecherin Jasmina Alatovic in Mainz.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Wochenende in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Biontech-Impfstoff angekündigt. Grund dafür sei die in den vergangenen zwei Wochen extrem gestiegene Nachfrage, wodurch die Biontech-Lager leer laufen würden. Zudem würden gleichzeitig ab Mitte des 1. Quartals 2022 eingelagerte Moderna-Dosen verfallen. Aktuell mache der Impfstoff von Biontech über 90 Prozent der Bestellungen aus.

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Spahn bemühte sich nun, Vorbehalte gegen den alternativen mRNA-Impfstoff von Moderna für das Boostern zu zerstreuen. "Moderna ist ein guter, sicherer und sehr wirksamer Impfstoff", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin.

Bis zum Jahresende stünden aber insgesamt 24 Millionen Biontech-Dosen zur Verfügung. "Wenn wir also davon ausgehen, dass wir 25 bis 30 Millionen Auffrischungsimpfungen bis zum Jahresende machen wollen, dann wird ein großer Teil dieser Impfungen – wenn gewünscht – auch mit Biontech stattfinden können", so Spahn weiter. Zusätzlich seien von Moderna in den Lagern aktuell 16 Millionen Booster-Impfstoffdosen verfügbar. Bis zum Jahresende seien es bis zu 26 Millionen Dosen.

Impfstoff für Kinder wird voraussichtlich Ende der Woche zugelassen

Spahn kündigte zudem an, dass noch im Dezember 2,4 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs für 5- bis 11-jährige Kinder zur Verfügung stehen sollen. Angesichts von 4,5 Millionen Kindern dieser Altersgruppe werde wohl ein großer Teil der anfänglichen Nachfrage bedient werden können. Die Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde wahrscheinlich Ende dieser Woche erfolgen, so der Gesundheitsminister. Die gesamte Europäische Union erhalte die erste Lieferung am 20. Dezember.

Unterdessen steigt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ungebremst von Höchststand zu Höchststand. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Rekordwert von 386,5 nach 372,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das RKI registrierte zudem 30.643 Neuinfektionen, das sind über 7000 Fälle mehr als vor einer Woche. 62 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,34 an (Donnerstag: 5,30). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

mg/dpa-afx, Reuters
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