Mehr als 250.000 Corona-Tote in USA Deutschland trotz hoher Corona-Zahlen "auf dem richtigen Weg"

Mit rund 22.000 bleibt die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland weiterhin sehr hoch. Das Robert-Koch-Institut sieht jedoch auch Hoffnungszeichen. In den USA dagegen steigt die Zahl der Infizierten und Toten dramatisch.
Intensivstation in Ulm: Die Auslastung ist im November deutlich gestiegen

Intensivstation in Ulm: Die Auslastung ist im November deutlich gestiegen

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Felix Kästle / dpa

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet mit 22.609 Corona-Neuinfektionen rund 5000 mehr als am Vortag, jedoch etwas weniger als im Vergleich zur Vorwoche. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen steigt demnach auf 855.916. Den Daten zufolge starben 251 weitere Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich somit auf 13.370.

RKI-Mitarbeiterin Ute Rexroth betonte während der Präsentation der neuen Zahlen Berlin, die angeordneten Einschränkungen wirkten. Deutschland sei "auf dem richtigen Weg". Trotz einer leichten Entspannung seien die Zahlen aber nach wie vor zu hoch.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Tierarzt Lothar Wieler (59), bezeichnet die Lage als "weiterhin ernst, sehr ernst". Das Infektionsgeschehen scheine sich zwar zu stabilisieren, "die Zahlen steigen nicht weiter, das ist eine gute Nachricht", sagt Wieler in Berlin. "Wir wissen aber nicht, ob das eine Trendwende ist, das müssen wir noch abwarten." Zudem steige die Zahl der Intensivpatienten, und auch die Zahl der Todesfälle sei weiterhin "sehr hoch".

250.000 Tote in den USA - deutlich mehr Krankenhausaufnahmen

Deutlich ernster ist die Corona-Lage derweil in den USA. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Seit Ende September starben allein 50.000 Menschen. Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat einen erneuten Lockdown kategorisch ausgeschlossen und wartet statt dessen auf einen Impfstoff.

Die USA befänden sich an einem "gefährlichen Punkt" in der Pandemie, sagte Admiral Brett Giroir, der der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus angehört, am Mittwoch dem Sender MSNBC. "Im Moment verzeichnen wir den stärksten Anstieg der Fallzahlen, unsere Krankenhausaufnahmen nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu, unsere Todesfälle nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu - und das bewegt sich nicht in die richtige Richtung."

Es handele sich nicht um falschen Alarmismus, betonte der Gesundheitsbeamte. Die Steigerungsrate bei den Corona-Fällen sei zu keinem anderen Zeitpunkt in der Pandemie so schlimm gewesen. Die Corona-Neuinfektionen pro Tag bewegen sich in den USA auf sehr hohem Niveau. Seit Anfang November meldeten die Behörden täglich mehr als 100 000 Neuinfektionen, am Mittwoch waren es rund 170 000. Am gleichen Tag wurden nach JHU-Angaben vom Donnerstag 1848 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion registriert - der höchste Wert seit Anfang Mai.

Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Auch ist die Opferzahl in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen - gefolgt von Brasilien mit rund 166 700 Toten und Indien mit knapp 131 000.

Biden fordert Sofortmaßnahmen von Trump

Kritiker werfen dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump schwere Versäumnisse in der Pandemie vor. Zuletzt äußerte sich Trump vor allem mit Blick auf die Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen, nicht aber zu den dramatisch steigenden Fallzahlen. Der gewählte Präsident Joe Biden forderte Sofortmaßnahmen von Trumps Regierung. Er will den Kampf gegen die Pandemie zur Priorität machen, sobald er ins Weiße Haus eingezogen ist. Die Amtseinführung ist für den 20. Januar geplant

la/dpa
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