Nicht von dieser Welt Christie's versteigert außerirdische Artefakte

Das britische Auktionshaus bietet derzeit in einer Online-Auktion Objekte an, die wahrlich nicht von dieser Welt sind. Vor allem neureiche Kryptoinvestoren befeuern den Hype.
Mondpreise für Mondgestein: Christie´s versteigert außerirdische Objekte

Mondpreise für Mondgestein: Christie´s versteigert außerirdische Objekte

Foto: THOMAS PETER/ REUTERS

Einmal im Jahr gibt es beim britischen Auktionshaus Christie's etwas ganz Außergewöhnliches zu kaufen: außerirdische Artefakte. Insgesamt 66 Himmelsobjekte werden noch bis zum 23. Februar in einer Online-Auktion versteigert, wie Christies's am Dienstag mitteilte .

Meteoriten sind kleine natürliche Objekte im Weltraum, die auf der Oberfläche der Erde landen. Dabei kann es sich um Exemplare vom Mond oder Mars sowie besonders ästhetische Gesteine aus Eisen und Steinen halten. Bei der heute startenden Versteigerung werden Objekte verschiedener Preisklassen angeboten: Ein Querschnitt eines Meteoriten im Wert von bis zu 800 US-Dollar ebenso wie das drittgrößte Stück vom Mars, das auf der Erde existiert und auf bis zu 800.000 US-Dollar geschätzt wird.

Der Wert eines Meteoriten richtet sich dabei nach Größe, Form, Wissenschaft und Geschichte, wie James Hyslop von Christie's der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärt : Unter gleichen Bedingungen ist beispielsweise ein Meteorit, der doppelt so groß ist wie ein anderer, auch doppelt so viel wert. Zudem sollte die Form außergewöhnlich sein und sich von einem beliebigen Kieselstein deutlich unterscheiden. In Bezug auf die Wissenschaft ist wiederum ein Stück des Mondes wertvoller als ein Gestein aus einem riesigen Asteroidengürtel.

Hundehütte nach Meteoriteneinschlag bis zu 300.000 US-Dollar wert

Die Geschichte zeigt sich am besten an diesem ungewöhnlichen Stück aus der aktuellen Versteigerung: Es handelt sich dabei um eine Hundehütte, die von einem Meteoriten getroffen wurde. Der Wert der Behausung wird nun auf bis zu 300.000 US-Dollar geschätzt, der Meteorit, der einschlug, auf bis zu 60.000 US-Dollar. Der in der Hütte wohnende Hund blieb übrigens unversehrt.

Das Auktionshaus hat diese Art der Versteigerung bereits vor einigen Jahren gestartet – und erzielte zuletzt Rekordpreise. Allein im vergangenen Jahr wurden von 75 Gesteinen 72 über ihrer bereits sehr hohen Schätzung verkauft, wie Hyslop erzählt.

Treiber dieses Wachstums sind dem Auktionator zufolge vor allem neureiche Kryptoinvestoren. Die Käufer seien deutlich jünger und sagen von sich selbst, sie hätten ihr Vermögen mit Kryptowährungen gemacht. "Sie sind total begeistert von Meteoriten." Ein zuvor überbotener Bieter habe ihm gesagt, er müsse vor der nächsten Versteigerung unbedingt Bitcoin verkaufen.

Interessenten könnten bei der Auktion mit etwas Glück aber auch ohne ein prall gefülltes Krypto-Wallet oder Bankkonto zum Zuge kommen: Die Mehrheit der Gegenstände wird ohne Mindestpreis angeboten.

mg