Architektur Spa muss sein

Sie sind die Prestigeobjekte der Nobelhotels und die Tempel der Generation Wellness. Exklusive Spas und Thermen verbinden gehobene Badekultur mit der Inszenierung der Elemente - mal in orientalischer Üppigkeit, mal in puristischem Minimalismus. Ein handliches neues Fotobuch präsentiert 40 internationale Projekte.

Hamburg - Türkis leuchtet das Wasser, sanft wirbeln die Unterwasserdüsen. Der Blick fällt durch bodentiefe Fenster in einen gepflegten japanischen Garten. Nebenan wartet der Masseur, eine Tür weiter der Latte macchiato, und das Einzige, was hier schwerfällt, ist die Wahl: Whirlpool oder Himalaya-Salzsteinsauna? Eukalyptusdampfbad oder tropischer Regen? Finnische Sauna oder türkischer Hamam?

Spas und Thermen erleben in den vergangenen Jahren eine Hochkonjunktur. Sie sind Tempel einer säkularen Kultur, die vor allem eines feiert: Das eigene Wohlbefinden, die Lust am Luxus.

Die eigene Körperlichkeit wird zum Bestandteil einer durchästhetisierten Gesamtinszenierung, in der nichts dem Zufall überlassen bleibt. Das Spa ist eine hermetisch gegen die Unbilden des Alltags abgeschottete Welt, in der jede Verlockung gleich ihre Erfüllung mitbringt.

Für Architekten sind die Wohlstandswasserwelten wahre Spielwiesen - hier können sie sich richtig austoben. Ein kleiner Bildband mit 350 Fotos versammelt exemplarisch 40 Projekte: Hotelspas, Thermen und Privatbäder, die zeigen, wie grundverschieden das Thema Wellness umgesetzt werden kann. Von barocker Opulenz bis zu Bauhaus-Strenge - aber immer edel.

Das handliche Buch wartet löblicherweise mit Grundrissen auf, verzichtet aber (bis auf ein kleines englisches Vorwort und ein paar karge Stichworte zu jedem der Projekte) auf jeglichen Text - schade, denn ein wenig mehr Information über die einzelnen Projekte und die ihnen zugrunde liegenden Konzepte wäre interessant.

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