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Lexus UX 300e - Batterie-Exot mit Ladehemmung

Foto: Harald Dawo

Ausfahrt im Lexus UX 300e Oje statt echtes E in Japans Akku-Exoten

Mit dem UX will Lexus bei kompakten Premium-Elektro-SUVs mitmischen. Es bleibt beim Versuch.
Von Wilfried Eckl-Dorna aus manager magazin 1/2021

Von Elektroautos, die ihre Fahrenergie ausschließlich aus Akkus schöpfen, hielt sich Toyota lange fern. Stattdessen waren den Japanern ihre Hybridmotoren fürs Erste klimaschonend genug, und für die Zukunft setzte man auf Brennstoffzellen.

Von diesem Sonderweg verabschiedet sich Toyota nun schrittweise, weil die Zulassungszahlen für reine E-Autos weltweit kräftig steigen. In Europa schickt man die hauseigene Upperclass Lexus ins Rennen.

Mit größeren Landgewinnen an der Batteriefront sollten die Japaner aber lieber nicht rechnen.

Frontantrieb-Elektromotor mit 204 PS,
150 Kilowatt Systemleistung
305 – 315 km Reichweite

Klar, ein Lexus ist immer gut bis sehr gut verarbeitet, das gilt auch für die rein elektrische Version des Kompakt-SUVs UX. Auch in den klassischen Autodisziplinen kann er mit den deutschen Luxuskonkurrenten mithalten: Die Lenkung ist präzise ausgelegt, die Federung bequem, ohne allzu straff zu sein. Und die Geräuschdämmung ist selbst für ein ohnedies leises Elektroauto vorzüglich.

Bei einer Ausfahrt im Kölner Umland zeigen sich aber auch rasch ein paar handfeste Nachteile: Der UX wird nur mit einer Batteriegröße verkauft, das ist kein konkurrenzfähiges Angebot. Im Alltag sind kaum mehr als 270 Kilometer Fahrstrecke mit einer Akkuladung drin.

Was die Sache noch schwieriger macht: Schnell laden kann der Japaner nur an den in Deutschland seltenen Ladestationen mit sogenannten Chademo-Steckern. Und das Navi fällt als Orientierungshilfe aus, weil es statt Elektroladesäulen herkömmliche Tankstellen anzeigt. Wer trotzdem fündig geworden ist, muss mindestens 50 Minuten kalkulieren, um zu vier Fünfteln vollzutanken. Mercedes, Audi oder BMW sind an passenden Ladesäulen fast doppelt so schnell.

Die Motorisierung ist ausreichend, aber nicht sportlich. Auch die Sprachbedienung verharrt im Mittelmaß.

Bleibt der günstige Preis als Argument. Deshalb könnten Fans von Elektro-SUVs den Lexus als Stadtwagen und für die nähere unwegsame Umgebung in Betracht ziehen.

Ein Auto also eher für die Fortbewegung in sicherem Umfeld. Auch die Japaner selbst planen mit ihrem UX vorsichtig: Nur wenige Hundert Stück will Lexus im Jahr 2021 in Deutschland verkaufen.

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