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Modellversuch: Wenn ein Fahrzeug das andere warnt

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Volvos Cloud-Pläne Autos sollen sich gegenseitig vor Gefahren warnen

Autofahren soll sicherer werden - durch die Vernetzung von Autos. An einem cloud-basierten System arbeitet unter anderem Volvo: Es soll etwa vereiste Straßenabschnitte erkennen und die Information an andere Fahrer und den Winterdienst weitergeben.
Von Axel Schoen

Hamburg - Volvo  will beim Thema Sicherheit punkten: Der Autobauer aus Schweden erforscht neue Cloud-Kommunikationstechniken, damit Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer vor gefährlichen Straßenbedingungen warnen können. Der Modellversuch ist ein gemeinsames Pilotprojekt mit der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket und der norwegischen Straßenbaubehörde Statens Vegvesen.

Dabei werden Informationen einzelner Fahrzeuge zum aktuellen Straßenzustand an andere Autos in der Umgebung übermittelt, um sich gegenseitig vor potenziellen Gefahren zu warnen. Die in Echtzeit erfassten Daten erhalten auch Räumdienste, damit diese gefährliche Straßenabschnitte etwa durch Streusalz entschärfen können.

"Dieses Pilotprojekt ist eines der ersten praktischen Beispiele dafür, wie Fahrzeuge miteinander und mit der Verkehrsinfrastruktur über das Mobilfunknetz kommunizieren können, um den Straßenverkehr noch sicherer zu machen", sagt Erik Israelsson, Projektleiter Cooperative IST (Intelligent Transport System) bei der Volvo Car Group.

Informationen über das Mobilfunknetz führen zu akustischer Warnung

"Entdeckt" ein Fahrzeug eine vereiste oder glatte Fahrbahnoberflächen, wird diese Information über das Mobilfunknetz an die Volvo Datenbank übermittelt. Von dort aus werden sofort andere Fahrzeuge gewarnt, die sich der Gefahrenstelle nähern. Die Warnung erfolgt akustisch sowie optisch über eine Anzeige in der Instrumenteneinheit - in Abhängigkeit davon, wie ernst die Gefahr ist. Berücksichtigt werden dabei die Geschwindigkeit und die aktuellen Straßenbedingungen.

Gegenüber dem manager magazin online rechnete ein Konzernsprecher mit der Einführung vergleichbarer Systeme nicht vor 2017. Durch die aufwendige Technik würde so ein cloudbasiertes Warnsystem erst bei einem Modellwechsel eingeführt und für ältere Modelle erst im Rahmen einer Modellüberarbeitung angeboten werden.

"Derzeit sind bereits 50 Testfahrzeuge auf den Straßen unterwegs und diese Flotte wird im nächsten Winter noch einmal deutlich ausgebaut. Wir wollen diese Technik unseren Kunden innerhalb weniger Jahre zur Verfügung stellen", erläutert Erik Israelsson und ergänzt: "Dies ist nur der Anfang. In Zukunft werden die Fahrzeuge noch weitere wichtige Informationen austauschen".

Projektleiter Israelsson prophezeit: "Im Jahr 2020 wird niemand mehr in einem neuen Volvo schwer verletzt oder getötet". Ob dieses hehre Versprechen eingehalten werden kann, ist zu bezweifeln. Dennoch ist ein plattformübergreifender Austausch von Daten sinnvoll, um auf Gefahren schneller reagieren zu können.

Auf der Webseite  car-to-car.org stellen europäische Autohersteller ihre Pläne im Bereich vernetzte Autos.

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