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Volvo C40 Recharge im Test Jetzt wird abgeledert

Elektrisch und vegan – Volvo liegt mit seinem C40 Recharge voll im Zeitgeist. Aber eine Sache fehlt.
aus manager magazin 5/2022
Schwedisch-chinesisches Elektroauto: Der Volvo C40 Recharge

Schwedisch-chinesisches Elektroauto: Der Volvo C40 Recharge

Foto: Volvo

Gehören Sie auch zu den Menschen, für die ein Blick in die Bedienungsanleitung an eine persönliche Niederlage grenzt? Seitdem ich den Volvo C40 Recharge Pure Electric Twin in der Ausstattung 1st Edition gefahren bin, hat sich meine Einstellung dazu grundlegend geändert. "Noch etwas unklar?", fragte mich der Volvo-Pressesprecher freundlich, bevor er mir den Schlüssel des C40 übergab. "Nö, nö", winkte ich ab. Schließlich habe ich es immer noch geschafft, mit einem Auto vom Hof zu kommen, selbst wenn es dafür Zwischengas, minutenlanges Vorglühen oder – wie bei einem Oldtimer-Renault-Formel-1-Wagen – für das Treten der Kupplung kurzzeitig der Beinkraft eines Tour-de-France-Teilnehmers bedurfte. Ich schloss die Tür und richtete mich in den textilen Sitzen ein.

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Volvo C40 Recharge

Foto:

Volvo

Der C40 ist eine Mischung aus SUV und Coupé; Volvo wirbt damit, dass er komplett lederfrei ist. Und dann saß ich da, in diesem Veganer-Paradies, und suchte nach etwas, um den 4,44 Meter langen und 2185 Kilogramm schweren Koloss in Bewegung zu setzen. Aber da war nichts! Kein Zündschloss, kein Startknopf, nichts.

Volvo, dachte ich, ist schon immer gut darin, clever zu sparen; etwa, indem sie ein Tempolimit von 180 Kilometern pro Stunde in ihre Autos implantierten und damit die Entwicklungskosten senkten. Und beim C40 haben sich die Schweden einfach den Startknopf geschenkt. Das ist zwar ungewohnt, aber wieder einmal nur konsequent. Fuß auf die Bremse, Automatik auf D, dann ging es los.

Der Volvo fährt unaufgeregt elektrisch mit ordentlich Wumms, vor allem aber schafft er es, simple Materialien wie Plastik und Stoff in Szene zu setzen. Da erinnert das geschichtete Armaturenbrett aus Plastik an Formen der Natur, bei Nacht leuchten Elemente davon in einem feinen Silber, und die teilweise aus recyceltem Textil hergestellten Fußmatten überzeugen in Fjordblau.

Die Söhne mochten den C40 schnell so sehr, dass sie mir vorschlugen, ihn einfach zu behalten. Bisschen klein wäre er ja als Familienwagen mit seinem hinten steil abfallenden Dach. Immerhin aber groß genug, um hinten zwei Kindersitze zu montieren und 413 Liter Gepäck zu transportieren. Woher ich die exakten Zahlen habe? Erwähnte ich nicht, dass ich neuerdings Anleitungen lese?

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