Montag, 9. Dezember 2019

Neuer Taxiboot-Dienst in Boston Uber geht aufs Wasser

Nur einen Smartphone-Anruf entfernt: Ubers neues Wassertaxi in Boston
Boston Harbor Cruises
Nur einen Smartphone-Anruf entfernt: Ubers neues Wassertaxi in Boston

Der Fahrdienst Uber ist etablierten Taxiunternehmen ein Dorn im Auge, die ihre Pfründen ungern teilen wollen. Jetzt geht das Unternehmen auch noch aufs Wasser - in Boston laufen Tests mit einem Taxiboot.

Hamburg - Der Limousinendienst Uber bekommt Gegenwind von allen Seiten - nicht nur in Deutschland, wo Taxifahrer gegen die neue Konkurrenz auf die Straße gehen. In Boston gibt es schon länger ähnliche Proteste. Und während die Stadt noch prüft, ob sie Uber dazu zwingen kann, für deren Fahrer Chauffeurlizenzen zu erwerben, setzen die smarten Dienstleister provokant noch einen drauf - mit einem Wassertaxi, das bis Mitte Juni in Boston seinen Testbetrieb aufnimmt, wie das Portal Forbes schreibt.

Diesmal hat Uber statt privaten Fahrzeugbesitzern einen professionellen Anbieter mit ins Boot geholt. Die Boston Harbor Cruises bieten seit langem Charterfahrten an und betreiben nun auch das Uber-Wassertaxi, das man über die Uber-Smartphone-App rufen kann. Der Uberboat-Service wurde bereits kurzzeitig in Sydney, Amsterdam, Baltimore und San Francisco getestet. Auf dem Smartphone wird das Boot als Transportoption angezeigt, sobald man sich eine Viertelmeile im Umkreis des Hafens aufhält.

Anders als bei den Uber-Limousinen, deren Preis sich nach der Nachfrage richtet, kostet das Wassertaxi pro Fahrt 10 Dollar plus 20 Prozent Trinkgeld pro Person; Uber kassiert einen zusätzlichen Dollar als Provision. Man kann das, schon wegen der jeweiligen kurzen Befristung der Uberboat-Angebote, als Marketinggag werten - aber erfolgreich ist das Angebot allemal, zumal sich für Pendler je nach Route gegenüber dem Auto schon einige Fahrtminuten auf dem Wasserweg sparen lassen.

Allerdings ist die Stimmung zwischen Uber und den Taxiunternehmen so angespannt, dass ein Uberboat-Kunde auf Twitter witzelte, er mache sich doch ein wenig Sorgen, dass die Taxiunternehmen Seeminen im Hafen auslegten.

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