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Polestar 2 - Volvos Direktangriff auf Teslas Model 3 in Bildern

Foto: Polestar

Volvo Polestar 2 im Fahrtest Nimm das, Elon!

Höherer Verbrauch, aber bessere Verarbeitung: Mit dem Polestar 2 eröffnet Volvo die Jagd auf Teslas Model 3.
aus manager magazin 9/2020

Dieser Schwenk war kein einfacher: Jahrzehntelang kitzelte Volvos Haustuner Polestar ein paar mehr PS aus den Verbrennungsmotoren der Schweden. Dann, vor drei Jahren, polte Volvos langjähriger Chefdesigner Thomas Ingenlath die Tochter zum eigenständigen Elektroautobauer um. Nach dem auf 1500 Stück limitierten und gut 150.000 Euro teuren Polestar 1 starten die Skandinavier nun mit einem Elektrocoupé Richtung Massenmarkt, das rund ein Drittel des Erstlings kostet – und damit zum Angriff auf Elon Musks Model 3 ansetzt.

Äußerlich sind beim Polestar 2 zwar Anleihen an aktuelle Volvo-Modelle zu erkennen. Entschlackt hat Ingenlaths Team aber auch kräftig, etwa bei der Knöpfchenzahl. Den Startschalter haben sie ebenso eingespart wie einen Kofferraumknopf. Zum Losfahren reicht es, den Schalthebel auf D zu stellen und den Autoschlüssel im richtigen Fach zu platzieren. Und der Kofferraum schwingt mit einem angedeuteten Tritt unter das Auto auf.

Ausfahrt: Volvo Polestar 2

(Polestar 2 mit 78-kWh-Batterie) Zwei AC-Synchronelektromotoren mit 408 PS
300 kW Systemleistung
470 km Reichweite (WLTP, kombiniert)

Die meisten Fahrzeugfunktionen lassen sich über einen hochkant eingebauten Touchscreen einstellen; ein Armaturenbrett gibt es – anders als im Model 3 – sicherheitshalber auch noch. Zur Spracherkennung und für das Infotainment setzt Polestar auf Googles Android-Betriebssystem, das Spracheingaben schnell und verlässlich erkennt – und viel besser ist als bisherige Volvo-Lösungen.

Das Fahren macht Spaß. Die Federung des Wagens ist sportlich, aber nicht zu hart, die Lenkung präzise, auch in schnell gefahrenen Kurven fühlt sich der Polestar 2 souverän an. Abstandsradar und Spurhalteassistent gibt's serienmäßig – und sie funktionieren ebenso unauffällig wie verlässlich.

Wo verliert der Polarstern an Leuchtkraft gegen seinen kalifornischen Widersacher? Der Energieverbrauch von 19,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometern liegt um etwa 20 Prozent höher als beim Model 3. Anders als Elon Musks Kompaktwagen bietet der Schwede auch keine ausführlichen Stromverbrauchsstatistiken während der Fahrt.

Das könnte man noch per Onlineupdate nachlegen – die bessere Verarbeitung und das gekonnt entschlackte Design gibt's dafür schon frei Haus. Und die Reichweite ist bereits heute sehr ordentlich.

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