Montag, 16. September 2019

Die neue Generation von Sprachsteuerung  Wenn Alexa & Gang  im Auto mitfahren

Sprachsteuerung im Auto: Die neue Generation
TMN

2. Teil: Gesprächige Zeiten für Neuwagenkunden

Auch Amazons virtueller und sprachgesteuerter Assistent Alexa geht unter die Autofahrer. So hat zum Beispiel VW eine Partnerschaft mit dem Online-Händler angekündigt und Anfang des Jahres skizziert, wie man aus dem Auto heraus mit Hilfe von Alexa daheim die Jalousien öffnen oder die Vorräte im Kühlschrank überprüfen kann.

Den umgekehrten Weg stellt Mercedes in Aussicht: Der Stuttgarter Hersteller will nach eigenen Angaben noch im Lauf des Jahres seine Fahrzeuge auf den ersten Märkten für den Dialog mit Alexa und Google Home so freischalten, dass man über diese Systeme von zu Hause aus zum Beispiel bereits Navigationsziele in den Wagen schicken oder den Benzinvorrat überprüfen kann.

Eine andere Form von Sprachbedienung propagieren die Hersteller mit ihren Infotainment- und Telematik-Portalen wie Mercedes Me, BMW Connected Drive oder Opel Onstar. Auch dort kann man sich auf Knopfdruck im natürlichen Dialog etwa Sonderziele heraussuchen und das Navigationssystem programmieren lassen. Mit zwei entscheidenden Unterschieden: Die Intelligenz dafür ist nicht im Wagen, sondern am anderen Ende der Hotline. "Und man hat es mit einem Menschen zu tun, statt mit einer Maschine", sagt Opel-Sprecher Michael Blumenstein. "Missverständnisse sind deshalb seltener und lassen sich leichter ausräumen."

Sprachsysteme lassen sich auch nachrüsten

Neuwagen-Käufer können sich auf gesprächige Zeiten einstellen. Doch geht es nach Holger Weiss und Patrick Weissert, müssen auch die Fahrer älterer Autos nicht länger den Mund halten. Die beiden sind die Gründer des Berliner Start-ups German Autolabs und haben eine Nachrüstlösung entwickelt, mit der sie das Infotainment in älteren Fahrzeugen radikal vereinfachen wollen.

"Nicht umsonst liegt das Durchschnittsalter der Privatfahrzeuge in Deutschland bei neun Jahren", sagt Weiss. Als Alternative zu Alexa & Co schickt ihr Start-up deshalb bald Chris ins Rennen: Einen digitalen Assistenten, der über intelligente Spracherkennung sowie Gestensteuerung den Zugriff auf das Smartphone auch während der Fahrt einfach, bequem und vor allem sicher ermöglichen soll.

Über Bluetooth oder bei älteren Fahrzeugen über UKW mit dem Hifi-System des Autos auf der einen und dem Smartphone des Benutzers auf der anderen Seite verbunden, bietet Chris Zugriff auf die wichtigsten Apps, so Weiss. Das mit einem Saugnapf an der Scheibe befestigte Gerät mit Display übernimmt das Messaging mit E-Mails, SMS, WhatsApp & Co, organisiert auf Zuruf Telefonate, übernimmt die Navigation und spielt die Lieblingsmusik des Fahrers von Spotify. Das System soll im Februar 2018 für rund 300 Euro auf den Markt kommen.

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