Freitag, 22. November 2019

Quads, Roller und Dreiräder Es muss nicht immer Auto sein

Quads, Roller, Dreiräder: Motorisierte Alternativen zum Auto
Peugeot/dpa-tmn

Quads und große Roller können Alternativen zu normalen Motorrädern oder sogar zum Auto sein. Auf was müssen Fahrer achten, und welchen Führerschein brauchen sie eigentlich?

Wer sich auch lieber den Wind um die Nase wehen lässt anstatt im Auto zu sitzen, kann auch zwischen zahlreichen Nischenfahrzeuge wählen. Ob Käufer dabei zwei, drei oder gar vier Räder nehmen, entscheidet häufig die Art des Untergrunds. "Menschen mit Affinitäten zu Offroad-Aktivitäten und zu Gleichgesinnten bevorzugen das klassische Quad", sagt ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla. Die stammten oftmals von taiwanesischen Herstellern wie Kymco, Adly oder SMC, aber auch klassische Motorradmarken wie Honda oder Yamaha bauen Quads.

Der Vorteil der vierrädrigen Kraftfahrzeuge, die ab knapp 1000 Euro angeboten werden, liege darin, dass zum Chauffieren lediglich der Pkw-Führerschein benötigt wird. Für kleine Quads mit einem maximalen Hubraum von 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h reicht die Führerscheinklasse AM, die früher mit S bezeichnet wurde.

Doch die vermeintliche Freiheit hat auch ihre Schattenseiten: "Von Quads wird spöttischerweise behauptet, sie würden die Nachteile des Motorrades mit denen des Autos verbinden", berichtet Mikulla. "Sie brauchen fast so viel Platz wie ein kleines Auto, und bei Regen werden die Aufsassen so nass wie auf dem Motorrad. Und sie verfügen über keine Knautschzone." Zudem seien die Fahreigenschaften von Quads teilweise sehr gewöhnungsbedürftig - wie ein Mix aus Pkw und Lkw.

Durch den hohen Schwerpunkt mit schmaler Spur kann es auf der Straße schnell zu kritischen Situation bis hin zum Kippen kommen. "Vor dem Kauf sollten Quads Probe gefahren werden, damit man schauen kann, ob man mit den Fahreigenschaften zurechtkommt", sagt Mikulla. "Durch die besondere Fahrdynamik muss zudem mit der Zeit ein gewisses Können entwickelt werden." Allein die Fahrt in eine Kurve beansprucht die volle Konzentration, da die Ballonreifen erst spät, aber dann unerwartet heftig auf den Lenkwinkel reagieren. Da zudem bei vielen Fahrzeugen das Differenzial fehlt, wirkt sich das Gasgeben in der Kurve direkt auf die Lenkbarkeit aus.

Lesen Sie auch: Neue Edel-Cabrios - für alles offen

Das bevorzugte Terrain der Quads ist deshalb das Gelände abseits des Asphalts. "In der Forstwirtschaft gehört ein Quad vielfach zum Fuhrpark, weil damit Stellen im Wald angesteuert werden können, die mit dem Pkw oder größeren Fahrzeugen nicht zu erreichen sind", sagt die Sprecherin des Verkehrsclubs.

Reine Straßenfahrer beschränken sich zunächst vor allem auf das Motorrad mit seinen unterschiedlichen Hubraumklassen. Erst mit zunehmendem Alter der Zweiradfans geraten auch große Roller auf die Liste der Alternativen, die ab rund 8000 Euro angeboten werden. Hier stehen Modelle wie Suzuki Burgman oder Honda X-ADV ebenso zur Verfügung wie Yamaha Tmax, Vespa GTS 300ie Super oder BMW C 650.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung