Abgaswerte von Benzinern manipuliert? Porsche drohen wieder Sammelklagen in den USA

Nach Dieselgate drohen Porsche wieder Sammelklagen in den USA. Wurde auch bei Abgaswerten von Benzinern getrickst? Erste Klagen wurden eingereicht.
Auch bei Benzinern manipuliert? Produktion des Porsche 911 im Jahr 2015 im Werk in Zuffenhausen

Auch bei Benzinern manipuliert? Produktion des Porsche 911 im Jahr 2015 im Werk in Zuffenhausen

Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpa

Der deutsche Sportwagenbauer Porsche und sein Mutterkonzern Volkswagen sind erneut wegen angeblicher Abgas-Manipulationen ins Visier von US-Klägern geraten. In den vergangenen Wochen starteten unter anderen die Anwaltsfirmen Hagens Berman und Lieff Cabraser neue Verfahren gegen den Konzern. Beide Kanzleien sind auf Sammelklagen spezialisiert und waren bereits treibende Kräfte beim milliardenschweren "Dieselgate"-Vergleich.

DER SPIEGEL berichtet, dass interne Porsche-Ermittlungen einen Verdacht erhärtet haben sollen, dass zwischen 2007 und 2017 bei Abgaswerten von Benzinern getrickst worden sei. Anfang Oktober bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart, Ermittlungen im Zusammenhang damit aufgenommen zu haben. Betroffen sollen Modelle sein wie der Porsche 911, der Panamera, Boxster und Cayenne.

Porsche erklärte auf Nachfrage, die Behörden selbst über die Themen informiert zu haben und weiter mit ihnen zu kooperieren. Es gehe um Sachverhalte, die mehrere Jahre in der Vergangenheit lägen und nach derzeitigem Kenntnisstand nicht die aktuelle Fahrzeugproduktion beträfen. Zu den einzelnen Klagen in den USA könne man sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht weiter äußern, hieß es in der Stellungnahme weiter.

Laut den Klagen von Hagens Berman und Lieff Cabraser sind in den USA gut 100.000 Porsche der Modelle Panamera und 9/11 von den möglichen Manipulationen betroffen. Die Erfolgsaussichten der Klagen sind im aktuellen Stadium schwer einzuschätzen - in den USA fackeln Anwaltskanzleien nicht lange mit Sammelklagen gegen Unternehmen, häufig versanden diese jedoch auch im Rechtssystem.

Laut SPIEGEL habe der kalifornische Richter Charles Breyer die Klagen angenommen und dürfte sie in den nächsten Monaten zu einer Sammelklage bündeln. Laut dpa sollen die ersten Gerichtsanhörungen im Januar stattfinden.

Vor wenigen Wochen ist in München das Verfahren unter anderem gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler angelaufen. 181 Verhandlungstage sind bis 2022 angesetzt, um herauszufinden, inwieweit der Manager in die Abgasmanipulationen involviert war. Neben Stadler sind auch noch der ehemaligen Audi-Motorenchefs und Porsche-Vorstand, Wolfgang Hatz, sowie zwei Ingenieure angeklagt. Dabei geht es um manipulierte Dieselwagen von Audi, VW und Porsche ab dem Modelljahr 2009.

akn/dpa
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