Montag, 20. Mai 2019

Neue Edel-Cabrios Für alles offen

Edel-Cabrios: Die neuen von Bentley, BMW, Porsche und Lexus
Richard Pardon/Bentley/dpa-tmn

Für viele gibt es keine sinnlichere Art des Fahrens als in einem offenen Auto. Doch die Zulassungszahlen sinken. Neue, luxuriöse Modelle trotzen dem Trend zur Verschlossenheit.

Das erste Auto war ein Cabrio, und Bertha Benz musste sich bei der Fahrt im Patent-Motorwagen ihres Mannes Carl warm anziehen. Genau wie viele tausend Autofahrer nach ihr. Denn über lange Jahre waren die Autos offen, und man musste für eine geschlossene Karosserie tief in die Tasche greifen. Heute ist das genau andersherum, und offene Autos sind ein teures Vergnügen.

Zugleich ermöglichen sie ein sehr viel intensiveres Fahrerlebnis, weil im offenen Auto buchstäblich alle Sinne angesprochen werden. Über viele Jahrzehnte hat das die Begehrlichkeit erhöht, sagt der Kölner Designprofessor und Automobil-Philosoph Paolo Tumminelli.

Doch mittlerweile sinken die Zulassungszahlen, und das Angebot wird entsprechend ausgedünnt: Modelle wie das Beetle Cabrio bei VW sind schon eingestellt, und für Dauerbrenner wie den Mercedes SLC läuft die Uhr gerade ab. Doch nicht alle Hersteller beugen sich diesem Trend zur neuen Verschlossenheit. Auch in dieser Saison starten eine Reihe neuer Open-Air-Modelle. Weil die allerdings fast ausschließlich von Oberklasse- und Sportwagenherstellern kommen, muss man sich den Platz an der Sonne einiges kosten lassen.

So wird der neue BMW Z4 mit einem stolzen Grundpreis von zunächst 40 950 Euro zur billigsten offenen Neuheit, wenn er im März mit einem 145 kW/197 PS starken Vierzylinder startet. Aber auch die Bayern wissen, wie man Frischluft zur Luxusware macht und bieten den zum Stoffdach zurückgekehrten Roadster auch als Sechszylinder mit 250 kW/340 PS an, der dann schon 60.950 Euro kostet.

Als zweite Frischluft-Premiere bringt BMW den neuen 8er auch als Cabrio. Er bietet unter seinem Stoffdach Platz für vier Personen, kommt mit sechs oder acht Zylindern von zunächst 235 kW/320 PS bis 390 kW/530 PS und kostet mindestens 108.000 Euro.

Um die gleiche Kundschaft buhlt womöglich auch Lexus: Die noble Toyota-Schwester hat dafür im Januar auf der Detroit Motor Show die Studie eines offenen LC gezeigt und US-Chef David Christ ließ bei der Enthüllung keinen Zweifel daran, dass die Serienfreigabe des 351 kW/477 PS starken Luxusliners kaum mehr ist als eine Formalität und er spätestens zur Saison 2020 in Produktion geht.

Zwar bewegen sich die Bayern und die Japaner damit schon weit oben in der Oberklasse, markieren aber noch lange nicht die Spitze. Die nimmt der neue Bentley Continental ein, der ein Jahr nach der Coupé-Premiere in diesem Sommer die Hüllen fallen lässt. Er startet zu Preisen ab 228.480 Euro zunächst wieder mit einem Zwölfzylinder von 467 kW/635 PS und dürfte mit einem Spitzentempo von 333 km/h jede Föhnwelle auf eine schwere Probe stellen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung