Sonntag, 25. August 2019

Motorradmarkt Deutschland Warum Deutschlands beliebtestes Motorrad eine Enduro ist

KTM Duke 125: Das Kleinmotorrad hat serienmäßig ABS an Bord - und ist einer der Bestseller im deutschen Leichtkraftrad-Segment

Deutschlands Motorradhändler können sich freuen: In diesem Jahr hat der Zweirad-Verkauf deutlich angezogen. Doch von einem Boom will niemand sprechen, denn die Gesundung verläuft uneinheitlich. Stark wächst nur ein Segment.

Hamburg - Es waren beeindruckende Wachstumsraten, die der Industrieverband Motorrad (IVM) vor einigen Wochen präsentieren konnte. Im ersten Quartal 2014 schnellten die Neuzulassungen für Motorräder über 125 ccm Hubraum gleich um ein Viertel in die Höhe, meldete der Verband stolz. Von Januar bis März 2014 wurden 28.530 Motorräder in Deutschland neu registriert, im Vorjahreszeitraum waren es noch um 5.500 weniger.

Das Quartalsergebnis sei das beste seit sieben Jahren, erklärte der IVM -auch dank eines deutschlandweit sehr milden Monat März. In den Folgemonaten zeigten sich die Zweiradfans nicht mehr ganz so kauffreudig. Denn im April und Mai gingen die Neuzulassungen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten zurück. Unter dem Strich reicht das noch für ein deutliches Absatzwachstum von 8,5 Prozent in den ersten fünf Monaten.

Das sind Zuwächse, wie sie die Branche in Deutschland seit längerem nicht mehr gesehen hat. Von einem Boom will trotzdem niemand sprechen. Denn die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Motorradbranche kalt erwischt und sie vorsichtig gemacht bei Jubelmeldungen. Im Jahr 2008 wurden jährlich noch über 100.000 Motorräder verkauft, im Jahr 2010 waren es gerade mal 80.000.

Seither haben sich die Verkaufszahlen von Krafträdern wieder nach oben bewegt - im Tempo einer gemütlichen Spazierfahrt. Knapp 87.500 Motorräder über 125 ccm Hubraum wurden 2013 verkauft, um 2,65 Prozent mehr als im Vorjahr.Gleichzeitig gingen die Verkäufe von Motorrollern bis 125 ccm und Mopeds bis 50 ccm Hubraum um fast ein Fünftel zurück.

Modell-Flut bei Kleinmotorrädern

Doch es gibt einen Zweiradbereich, der derzeit sehr stark wächst: Die Zulassungen für Kleinmotorräder mit Hubräumen zwischen 50 und 125 ccm legten 2013 um fast ein Drittel zu, auch in diesem Jahr wachsen sie stark. Ein Grund dafür ist eine gesetzliche Neuregelung. Seit Anfang 2013 sind die Kleinmotorräder nicht mehr auf Geschwindigkeiten bis 80 km/h limitiert - sondern dürfen auch schneller unterwegs sein.

Das hat zu einer Flut an neuen Modellen geführt. Motorradhersteller wie BMW Börsen-Chart zeigen oder Harley-Davidson haben zudem eine neue Zielgruppe entdeckt, die Hersteller wie Honda Börsen-Chart zeigen oder Piaggio schon länger bedienen: Junge Städter.

"Leichtkrafträder haben viel mit Spaß und dem Freiheitsfaktor junger Menschen zu tun", meint Alexander Brenner, Experte für die Auto- und Motorradbranche bei der Strategieberatung Roland Berger. In großen Metropolen wie etwa Paris sei es üblich, dass Manager mit dem Motorroller zur Arbeit fahren. Das sei in Deutschland noch selten der Fall. Gerade Kleinmotorräder könnten auch in verstopften deutschen Großstädten zur Mobilitätsalternative werden. "Noch ist das ein zartes Pflänzchen", meint Brenner - doch der Trend gehe in diese Richtung.

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