Mittwoch, 13. November 2019

Merkel vor Autogipfel Eine Million Ladepunkte für Elektroautos bis 2030

Eine Million Ladestationen in Deutschland bis 2030: Auch die Industrie soll sich beteiligen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor dem Auto-Gipfel am Montag zu einem deutlichen Ausbau der Ladestationen für Elektro-Autos bekannt. "Hierfür wollen wir eine Million Ladepunkte bis zum Jahr 2030 schaffen, und hieran wird sich auch die Industrie beteiligen", bekräftigte die CDU-Politikerin am Sonntag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

Beim zweiten Auto-Gipfel im Kanzleramt sollten neben dem Ausbau der Ladepunkte zwei weitere Themen im Zentrum stehen: Zum einen die Förderung alternativer Antriebe, was durch eine Kaufprämie geschehen könne, an der sich die Bundesregierung und die Automobilfirmen beteiligten.

Bei den neuen Antriebstechnologien werde neben der Elektromobilität auch Wasserstoff eine strategische Rolle spielen. Zum anderen werde es um die Auswirkungen des Mobilitätswandels auf die Arbeitswelt gehen. Deshalb seien auch die Zulieferer zu dem Treffen eingeladen. "Wir werden darüber reden, wie Menschen die Transformation vom klassischen Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität schaffen können", sagte Merkel. "Wir wollen unsere Fachkräfte mitnehmen auf den Weg in eine moderne, klimafreundliche Zukunft."

Am Auto-Gipfel werden neben der Kanzlerin unter anderem Verkehrsminister Andreas Scheuer, Finanzminister Olaf Scholz und Arbeitsminister Hubertus Heil teilnehmen. Unklar ist noch die Teilnahme von Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich zuletzt bei einem Sturz das Nasenbein gebrochen hatte. Erwartet werden zudem Vertreter der Gewerkschaften und mehrere Vorstände der Hersteller.

Bei Ladestationen dürfte eine Einigung zumindest skizziert werden. Hier gebe es seit längerem Gespräche der Energiekonzerne mit dem Verkehrsministerium, sagten mehrere Insider. Um letzte Details dürfte am Montag noch gerungen werden. Befürchtungen der Versorger, bereits gebaute Ladesäulen könnten zur Investitionsruine werden, seien beseitigt.

Der scheidende VDA-Präsident Bernhard Mattes hatte zuletzt betont, es müsse vor allem bei der Ladeinfrastruktur für E-Autos Fortschritte geben. Um die CO2-Ziele der EU bis 2030 zu erreichen, müssten bis dahin auf deutschen Straßen sieben bis 10,5 Millionen E-Autos unterwegs sein. Bei Lademöglichkeiten sei auch die Politik gefordert, vor allem die Kommunen, weil sie die Gegebenheiten vor Ort am besten kennen würden. "Die heute vorhandenen gut 20.000 öffentlichen Ladepunkte reichen nicht. Notwendig bis 2030 sind eine Million öffentliche Ladepunkte, zusätzlich 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte."

la/dpa

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