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Showcar: Mercedes EQA 250, Edition 1, digitalweiss
Showcar: Mercedes EQA 250, Edition 1, digitalweiss
Foto: Daimler AG

Ausfahrt im Mercedes EQA Grüner Hoffnungsträger

Das erste elektrische Kompakt-SUV von Mercedes besitzt nicht nur Fahrprogramme, sondern auch ein Parteiprogramm.
Von Margret Hucko aus manager magazin 9/2021

Wann hatten Sie das letzte Mal das Gefühl, einen technologischen Fortschritt selbst erfahren zu dürfen? Beim ersten iPhone in der Hand? Oder als im Wohnzimmer endlich der Röhrenfernseher dem Flachbildschirm wich?

Wer sich zurücksehnt nach einem solchen Aha-Moment, dem sei eine Ausfahrt im Mercedes EQA empfohlen. Das kompakte SUV ist der Nachfolger des GLA, nur mit Elektromotor. Damit ist der Neuling so etwas wie das OLED-TV von Daimler.

interessiert sich beruflich wie privat für alles, was Räder hat. Jeden Monat testet sie ein anderes Führungskraftfahrzeug.

Den Anspruch, Frisches zu liefern, unterstreicht das Design: Über Front und Heck zieht sich ein durchgehendes Lichtband. Dafür ist der Grill schwarz wie der Humor von Jan Böhmermann und genauso undurchlässig. So sieht der EQA aus wie ein Showcar – allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er fahrtüchtig ist.

Asynchron-Elektromotor mit 190 PS

140 kW

Reichweite: 432 km

Auf Knopfdruck wird der Motor in Bereitschaft geschaltet, nach alter Verbrennerwährung zählen wir 190 PS. Die Stille nach dem Start beeindruckt nach wie vor, am meisten Lärm machen die imposanten 20-Zoll-Reifen beim Abrollen – beim Testwagen sind diese auf leicht protzig anmutenden goldigen AMG-Felgen im Vielspeichendesign aufgezogen. In Serie verbaut hat Mercedes im EQA einigen Komfort: eine Klimaautomatik etwa, ebenso wie vielfach verstellbare Komfortsitze, doch auch Spielereien wie Ambientelicht in 64 Farben.

Am Ende besteht der größte Luxus vermutlich darin, möglichst weit mit dem E-Auto zu fahren und es schnell wieder aufzuladen. Mercedes verspricht Tanken in 30 Minuten an Schnellladestationen sowie eine maximale Reichweite von 432 Kilometern – realistischerweise sind es eher 100 Kilometer weniger. Ein paar Bonuskilometer gibt es, wenn ich den Eco-Modus wähle: Man kann ihn als eines von vielen Fahrprogrammen interpretieren oder aber als Parteiprogramm. Zur Reichweitensteigerung reduziert der Wagen die Leistung der Klimaanlage und gibt sich selbst ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern. Nur durch Kick-down des Gaspedals kann die Barriere durchbrochen werden.

Während der Verband der Automobilindustrie also mit der Politik noch über eine Geschwindigkeitsbegrenzung streitet, ist Mercedes da schon einen Schritt weiter. Ob's ein Fortschritt ist, darüber will ich hier nicht streiten.

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