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Mercedes Benz Style: Luxus unter dem MB-Label

Foto: Daimler

Mercedes-Benz-Chefdesigner Silberpfeil für die Wasserwelt

In dieser Woche präsentiert Mercedes Benz Style die ultramoderne Motoryacht Silberpfeil auf der Monaco Yacht Show. Gorden Wagener, Chefdesigner von Daimler, erklärt im Interview, warum es für Autohersteller wichtig ist, auch Produkte wie eine Yacht, Taschen, Brillen und Co. zu entwerfen.

mm: Herr Wagener, Mercedes-Benz steht nicht nur für Autos, sondern auch für Möbel, Lederwaren, Brillen, Koffer und eine Luxusmotoryacht.

Wagener: Richtig, dies sind alles Produkte von Mercedes-Benz Style. Wir haben auch das Interieur eines Helikopters entworfen. Mercedes-Benz Style steht für hochklassige Luxus-Produkte.

mm: Sie zeigen die Yacht gerade auf der Monaco Yacht Show. Was ist daran Mercedes Benz?

Wagener: Unsere Designabteilung hat die "Arrow460 - Granturismo" entworfen, das heißt, der gesamte Innen- wie der Außenbereich wurde von unseren Designern kreiert und die Yacht drückt auf den Punkt unsere Designphilosophie aus: sinnliche Klarheit.

mm: Gebaut wird die Yacht aber nicht von Ihnen.

Wagener: Nein, unser Partner Silver Arrows Marine baut die Yacht.

mm: Was macht gutes Design aus?

Wagener: Die Verbindung von Hightech mit Emotion oder: Schönheit mit Intelligenz zu paaren. Mit der Silberpfeil-Yacht bringen wir unsere Mercedes-Benz Formensprache auf das Wasser.

mm: Wofür steht Ihre Formensprache?

Wagener: Das Mercedes-Benz Design steht für sinnliche Klarheit. Unsere Marke ist ja schon fast ein deutsches Kulturgut und unsere aktuelle Formensprache verkörpert modernen Luxus.

mm: Wie haben Sie das bei der Yacht umgesetzt?

Wagener: Die "Arrow 460 - Granturismo" zeichnet sich durch eine automotive Ästhetik aus, die durch Klarheit besticht und die zudem sehr emotional wirkt. Dass wir sie in der Farbe Silber halten, unterstreicht auch die Namensgebung "Silberpfeil". Im Innenraum haben wir uns für ein stilvolles Ambiente entschieden und mit besonders edlen Stoffen, hochwertigem Leder und naturbelassenem Holz gearbeitet.

mm: Was ist das Besondere der Yacht?

Wagener: Mit ihren 14 Metern ist sie eine Yacht für Tagausflüge. Die meisten Day-Boote sind entweder geschlossen oder offen, teilweise auch nur mit einer Notunterkunft versehen. Bei unserer Yacht verbinden wir diese beiden Ansätze. Beim Außendesign haben wir darauf geachtet, dass die Kabine in die Hauptsilhouette integriert ist und die Linie nicht durchbrochen wird. Dennoch ist die Kabine großzügig geplant und die Seitenfenster sind versenkbar. Die loungeartige Sitzfläche verwandelt sich auf Wunsch in eine großzügige Schlafstätte. Dazu gibt es ein eigenes Bad mit Dusche.

mm: Ist die Yacht schon einmal gebaut worden?

Wagener: Nein. Im vergangenen Jahr haben wir unser Yachtprojekt in Monaco vorgestellt. In diesem Jahr präsentieren wir das finale Design. Ab jetzt nimmt Silver Arrows Marine auch Bestellungen entgegen. Im nächsten Jahr freuen wir uns, die "Arrow460 - Granturismo" im Wasser zu sehen.

mm: Wird man einen Mercedes-Stern finden?

Wagener: Die Yacht wird ein "Mercedes-Benz Style"-Label tragen, keinen Stern. Dieser ist unseren Fahrzeugen vorbehalten.

Warum immer mehr Autohersteller Designprodukte entwerfen

mm: Mercedes ist nicht der erste Autohersteller, der verschiedene Produkte unter seiner Marke auf den Markt bringt. Porsche betreibt dies - wenn auch mit einer anderen Geschichte als Mercedes Benz - schon lange unter dem Label Porsche Design.

Wagener: Das ist richtig. Wir möchten unser Engagement allerdings sehr exklusiv halten.

mm: Bugatti hat gerade eine eigene Modekollektion für eigene Geschäfte angekündigt. Warum schlagen Autohersteller diesen Weg ein?

Wagener: Die Welt ändert sich. Früher gestaltete man Produkte, heute gestalten wir Marken. Und dazu werden Markenwelten kreiert. Wir wollen unseren Anspruch, eine Luxusmarke zu sein, unterstreichen - auch mit den Produkten von Mercedes Benz Style. Wir wollen einzigartig sein und das sollen alle unsere Produkte ausdrücken.

mm: Ist das auch der Grund, warum man im Rückspiegel immer seltener die Modelle unterscheiden kann, sondern nur noch die Marke?

Wagener: Da stimme ich Ihnen zu, das ist tatsächlich gefährlich - und nicht unser Weg. Denn Mercedes-Modelle sind auf den ersten Blick erkennbar - sogar Ihre jeweilige Klasse.

mm: Ist das so?

Wagener: Wenn Sie sich zum Beispiel einmal die A-Klasse und die S-Klasse anschauen, werden Sie auf Anhieb zwei völlig unterschiedliche Gesichter erkennen, die man gar nicht verwechseln kann. Die Formensprache von Mercedes-Benz ist eine modellspezifische Charakterfrage. Das heißt: Sie ist bei jedem Modell Ausdruck seines Charakters - und das wird auch in Zukunft so bleiben. Natürlich gibt es markentypische Gemeinsamkeiten bei den verschiedenen Modellen, damit sie auch über den Stern im Kühlergrill hinaus als Mercedes erkennbar sind. Das Mercedes-Benz Design zeichnet sich durch sinnliche Klarheit aus.

mm: Unaufgeregter in der Linie, das Innenleben mancher Autos sieht dagegen manchmal verwirrend aus, wenn man an die vielen Knöpfe und Hebel denkt.

Wagener: Das verwirrt nicht nur die Kunden, sondern auch uns. Wir Designer sind natürlich an einer Reduktion interessiert. In der S-Klasse Coupé-Studie, die wir gerade auf der IAA gezeigt haben, sehen sie keine Knöpfe mehr, da haben wir alles in den Bildschirm integriert. Dieser liegt etwas höher in der Konsole, so dass er gut zu sehen ist. Und das Bedienkonzept ist intuitiv zu verstehen. Autos zu entwerfen ist heute grundsätzlich anders als früher. Die Komplexität hat sich stark erhöht. Heute muss man sich beispielsweise auch im Bereich Softwaredesign auskennen. Dafür brauchen wir Spezialisten. Nicht ohne Grund haben wir deshalb ein Softwaredesignstudio in Palo Alto.

mm: Wie groß ist Ihre Designabteilung?

Wagener: Wir sind insgesamt circa 500 Designer.

mm: Da kann man sich gut vorstellen, dass auch Zeit bleibt, andere Produkte als Autos zu entwerfen.

Wagener: Wir sind ein großes Kompetenzteam. Dass wir uns auch über andere Dinge viele Gedanken machen - nicht nur über Autos - ist nicht nur im Hinblick auf die Markenwelt gut. Es macht auch den Kopf frei, Strömungen und Trends mitzubekommen und neue Ideen zu entwickeln.

mm: Porsche Design ist inzwischen mit Flagship Stores in zahlreichen Metropolen der Welt vertreten. Wird man nun künftig auch Mercedes Benz-Shops in den Innenstädten und an den großen Flughäfen der Welt sehen?

Wagener: Ja, es gibt einen klaren Trend in Richtung Innenstädte. Mit unseren Mercedes-Benz Connection Showrooms zum Beispiel in Paris, Berlin oder New York haben wir diesen Trend als erster Autohersteller erkannt. Und das Konzept ist vielversprechend. Lassen Sie sich überraschen, was die Zukunft bringt.

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