Umwelthilfe aus Schweden Ford und Volvo vereinbaren CO2-Allianz

Dem Automobilhersteller Ford könnte eine Strafe in bis zu dreistelliger Millionenhöhe drohen, sollte er in Europa nicht die CO2-Ziele erreichen. Nun hat der Konzern ein Bündnis mit dem schwedischen Hersteller Volvo angemeldet und hofft so, den Ausweg gefunden zu haben.
Gemeinsam zum CO2-Ziel: Ford und Volvo gehen Bündnis ein

Gemeinsam zum CO2-Ziel: Ford und Volvo gehen Bündnis ein

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Der amerikanische Autohersteller Ford versucht die drohenden CO2-Strafen in Europa durch eine Allianz mit dem schwedischen Konkurrenten Volvo zu vermeiden. Die Unternehmen meldeten ihr Bündnis am heutigen Donnerstag bei der Europäischen Union an.

Ford werde die seit diesem Jahr gültigen schärferen Regeln für CO2-Emissionen gemeinsam mit Volvo erfüllen, hieß es in Unternehmenskreisen. Einen solchen offenen Pool wie Ford und Volvo bilden bereits die Hersteller FCA Fiat Chrysler und Tesla.  Volvo kommt auf deutlich bessere CO2-Werte als Ford, die Amerikaner dürften für das Bündnis deshalb auch eine Ausgleichszahlung leisten.

Ford hatte vor zwei Wochen bereits bestätigt, dass man die CO2-Ziele in Europa ohne Partner verfehlen würde. Technische Probleme an der erfolgreichen Plugin-Hybrid-Variante des Ford-SUV Kuga hatten die Planungen durchkreuzt. Nach Brandfällen musste Ford rund 20.000 Kuga zurückrufen und die weitere Produktion des Modells stoppen. Ohne diesen elektrifizierten Kuga wären die Ziele aber nicht mehr erreichbar gewesen. Die Strafen, die bei einem Verfehlen der CO2-Ziele drohen, können leicht in dreistellige Millionenhöhe gehen. In der Branche war zunächst spekuliert worden, Ford werde einen Pool gemeinsam mit dem französischen Autohersteller Renault bilden. 

Die EU verlangt von den Autoherstellern ab 2020, dass ihre Modelle im Durchschnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die genauen Werte für die Hersteller variieren dabei leicht, und für 2020 greifen noch einige Erleichterungen. Auch bei den großen deutschen Herstellern ist noch nicht sicher, ob sie die CO2-Ziele 2020 allein erfüllen werden. Bei Volkswagen hieß es am Donnerstag, es werde ein hartes Rennen, die EU-Regeln zu erfüllen. Die Prognose sei schwierig; "das wird knapp". Daimler-Chef Ola Källenius sagte dem manager magazin im Interview, "mit einem sehr guten vierten Quartal können wir es noch schaffen".

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