Caravan Salon 2022 Darf es noch ein Ferrari dazu sein?

Reisemobile und Wohnwagen liegen weiterhin im Trend, das zeigt auch der diesjährige Caravan Salon in Düsseldorf. So viele Aussteller wie nie zuvor zeigen auf der Messe ihre Neuheiten. Ein Überblick.
Volkner Performance S: Der Luxuscamper hat in der integrierten Garage auch Platz für einen Sportwagen

Volkner Performance S: Der Luxuscamper hat in der integrierten Garage auch Platz für einen Sportwagen

Foto: IMAGO/rech / IMAGO/Rech

Die Reisemobilbranche boomt nach wie vor, auch wenn wegen der Probleme in den Lieferketten und der pandemiebedingten Personalausfälle derzeit die Zahl der Neuzulassungen sinkt. Allein bis Ende Juli wurden in Deutschland rund 64.704 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das ist zwar weniger als in den Corona-Jahren 2020 und 2021, aber immer noch mehr als vor der Pandemie.

Sichtbar wird das auch an der Messe Caravan Salon in Düsseldorf: Mit 736 Ausstellern aus 34 Ländern ist die diesjährige Branchenleitmesse für Wohnmobile und Wohnwagen die größte ihrer Geschichte. In den 17 Hallen und auf dem Freigelände finden Besucher noch bis zum 4. September ein riesiges Angebot an Caravans, Reisevans, Wohnmobilen und Zubehör. Die Veranstalter rechnen mit rund 200.000 Besuchern. 2021 sind trotz Pandemie 185.000 Menschen gekommen.

"Der Caravan Salon war nie so gefragt wie heute", sagte auch Staatssekretär Michael Kellner (45; Grüne) in einer Videobotschaft zur Eröffnung des Salons für Fachbesucher am Freitag. Der Boom in Europa halte an, jetzt gelte es, sich für die Zukunft aufzustellen. Klima- und Umweltschutz werde auch beim Camping-Tourismus immer wichtiger, denn dieser sei besonders von einer intakten Umwelt abhängig. Nachhaltigkeit ist entsprechend ein wichtiger Aspekt vieler Neuheiten, die in Düsseldorf präsentiert werden.

Das sind die Neuheiten

Am Stand der Pössl Group etwa wird der elektrische Campingbus "E-Vanster" in den Fokus gerückt. Mit seinem 75 Kilowattstunden großen Akku lassen sich rund 300 Kilometer rein elektrisch in dem kompakten Wagen zurücklegen. Der Bus verfügt über ein ausfahrbares Dach und die sogenannten Campboxen gibt es in zwei Ausführungen: Koch- und Spülmöglichkeit oder zusätzliches Bett. Kostenpunkt: etwa 60.000 Euro.

Französische Grundlage: Der E-Vanster von Pössl beruht auf dem Citroën E-Spacetourer

Französische Grundlage: Der E-Vanster von Pössl beruht auf dem Citroën E-Spacetourer

Foto: Federico Gambarini / dpa

Auch beim Hersteller Knaus Tabbert weise vieles in Richtung Elektromobilität, sagte ein Firmensprecher. Eine Reisemobil-Studie, die vollelektrisch funktioniert und auf Gas für die Kochmöglichkeit verzichtet, werde zurzeit getestet.

Für Neueinsteiger und die junge Zielgruppe bietet Fendt mit dem "Apero 495 SG" einen Einstiegswohnwagen an. Der 7,22 Meter lange Wagen, der insbesondere für Paare und kleine Familien geeignet ist, beginnt bei rund 28.000 Euro.

Praktisches Detail: Der Kühlschrank im Apero 495 SG lässt sich sowohl von innen als auch von außen öffnen

Praktisches Detail: Der Kühlschrank im Apero 495 SG lässt sich sowohl von innen als auch von außen öffnen

Foto: Fendt-Caravan

Wer es spartanisch mag und gerne mit dem eigenen Auto unterwegs ist, für den könnte das Dachzelt eine Option für den günstigen Campingurlaub sein. Diese Aufbauten gibt es bereits ab 1500 Euro in unterschiedlichen Größen und Formen.

Am anderen Ende des Preisspektrums bewegt sich der "Credo" von Concorde. Bei diesem kompakten Luxusmobil lassen sich auch Roller oder Fahrräder mitnehmen. Allerdings müssen Interessenten auch rund 266.000 Euro für dieses 7,5 Meter lange Gefährt bezahlen. Soll nicht nur das Zweirad mit, sondern gleich der Smart, werden rund 420.000 Euro für den längeren "Carver 920 G" fällig.

Garage mit dabei: In dem Luxuswohnmobil von Concorde lassen sich nicht nur Fahrräder mitnehmen, sondern auch Autos

Garage mit dabei: In dem Luxuswohnmobil von Concorde lassen sich nicht nur Fahrräder mitnehmen, sondern auch Autos

Foto: IMAGO/Sebastian Geisler

Doch es geht noch mehr: Der "Performance S" von Volkner Mobil dürfte das teuerste Reisemobil der Messe sein. Dieser 18 Tonnen schwere Wagen ist 530 PS stark, zwölf Meter lang und 3,85 Meter hoch. Er hat auf Wunsch einen Ferrari gleich mit dabei, der natürlich in die integrierte Garage des Wohnmobils passt. Dazu gibt es 35 Quadratmeter Wohnfläche mit Fußbodenheizung. Ferrari und Reisemobil im Paket kosten in der auf der Messe gezeigten Ausstattung etwa 5,3 Millionen Euro.

Kein Schnäppchen: Volkner Mobil verkauft den integrierten Ferrari gleich mit – für rund 5,3 Millionen Euro

Kein Schnäppchen: Volkner Mobil verkauft den integrierten Ferrari gleich mit – für rund 5,3 Millionen Euro

Foto: IMAGO/Sebastian Geisler

Wer auch mit weniger Platz auskommt, könnte beim Campingvan "Globetrail 590 C" von Dethleffs zugreifen. Der Grundriss ähnelt dem gewohnten Bild, das man von einem Wohnmobil hat: drehbarer Fahrer- und Beifahrersitz, dahinter Bad und Küche und im Heck ein quer eingebautes Doppelbett.

Neu aber ist das Badkonzept. Durch den Rückbau des Doppelbetts zu einem Einzelbett verdoppelt sich die Fläche der Waschkabine. Die ist auch für große Menschen geeignet, im gesamten Fahrzeug misst die Stehhöhe 1,94 Meter. Die Grundausstattung gibt es ab rund 59.000 Euro.

Lukas Fortkord, dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.