Dienstag, 26. Mai 2020

Neue "Légendes de Bugatti" Bugatti lässt das Super-Rennpferd los

Bugatti "Black Bess": Das Rennpferd unter den Supersportwagen
Bugatti

Dieses Auto hängt auch den teuersten Gaul um Längen ab: Bugatti stellt das fünfte Modell seiner Legenden-Edition vor. Drei Stück des 2,15 Millionen Euro teuren "Black Bess" werden gebaut. Benannt ist das Luxusauto nach einem englischen Rennpferd - weshalb, ist eine verworrene Geschichte.

Hamburg - Hamburg - Diese Autogeschichte beginnt eher ungewöhnlich: Mit dem Viehdieb Dick Turpin, der gut 150 Jahre vor der Erfindung des Automobils in England lebte. Gerade mal 34 Jahre wurde er alt, bis er 1739 wegen seiner Verbrechen in York gehängt wurde. Von einer seiner Taten erzählten die Yorker aber noch lange nach seinem kurzen Leben: In einer einzigen Nacht will Turpin auf seinem Pferd 320 Kilometer von York nach London geritten sein.

Vermutlich ist die Geschichte vom Wahnsinnsritt erfunden - doch sie war gut genug, dass ein englischer Schriftsteller 100 Jahre nach Turpins Tod ein ganzes Buch daraus strickte. Den Namen von Turpins Überpferd packte er auf den Titel: Black Bess oder der Ritter der Straße hieß das Werk.

Die Pferdegeschichte passt, zugegeben, nur auf Umwegen zu Bugattis neuestem Streich: Auf der Pekinger Automesse stellt der Kleinserienhersteller ein Auto mit dem einprägsamen Namen "Black Bess" vor. Es ist das fünfte Fahrzeug der sechsteiligen "Légendes de Bugatti"-Reihe. Wie bereits bei seinen Vorgängern ist die "Black Bess"-Sonderedition auf drei Stück limitiert, die je 2,15 Millionen Euro netto kosten werden.

Mit seiner "Legenden"-Serie ehrt der zum VW-Konzern gehörende Sportwagenhersteller Personen seiner über 100-jährigen Firmengeschichte. Das tut der in Frankreich beheimatete Hersteller mit ein wenig Verrenkung auch bei der aktuellen Sonderedition. Laut Pressetext ist das schwarz lackierte "Black Bess"-Sondermodell eine Hommage an Bugattis Typ 18, eines der wichtigsten Vorkriegsmodelle des Herstellers. Firmengründer Ettore Bugatti nahm selbst mit dem Typ 18 an Rennen teil, nur sieben Stück davon wurden gebaut. Einen der Wagen erwarb der französische Flugpionier Roland Garros, der sein Modell später nach dem englischen Rennpferd "Black Bess" benannte.

Handbemalte Lederpaneele - und reichlich Bling-Bling

Nur zur Erinnerung: Die früheren Ausgaben der 2013 gestarteten "Legenden-Edition" von Bugatti hörten auf die klingenden Namen "Jean-Pierre Wimille", "Jean Bugatti", "Meo Costantini" und "Rembrandt Bugatti" - und sind bei Stückpreisen über zwei Millionen Euro bereits komplett verkauft.

Die drei Wagen der "Black Bess"-Edition basieren - wie auch ihre Vorgänger - auf Bugattis Modell Veyron Grand Sport Vitesse. Das bietet 1200 PS, beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h - und war auch schon mal 408,84 km/h schnell. Laut Bugatti ist das Auto deshalb der schnellste Serien-Roadster der Welt.

Kenner können die Black Bess-Sondermodelle schon beim ersten Hinsehen von einem herkömmlichen Grand Sport Vitesse unterscheiden - und zwar an ein paar nicht gerade unauffälligen Details. Die drei "Black Bess"-Modelle werden komplett schwarz lackiert sein - wie auch ihr historisches Vorbild. Doch ein wenig Glanz darf es dann schon sein: Das markante Bugatti-Hufeisen am Kühlergrill ist mit 24-karätigem Gold beschichtet - ebenso wie Seitenstreifen, das Logo am Fahrzeugheck und die Radnabenabdeckungen.

Im Inneren des Wagens geht es dafür etwas bunter zu: Hier dominiert Leder in beige, braun und rot. Besonders stolz ist Bugatti auf die handbemalten Türpaneele, auf denen Rennszenen mit dem historischen "Black Bess" und Garros' Flugzeug abgebildete sind. "Wir haben ein neues Verfahren für die individuelle Handbemalung von Leder im Interieur entwickelt", sagt Bugatti-Chefdesigner Achim Anscheidt dazu. Das sei so noch nie in der Automobilindustrie zum Einsatz gekommen - und garantiere, dass das "bemalte Leder den Belastungen in einem Automobil standhält".

Wer das Black Bess-Modell begutachten will, muss allerdings weit reisen: Bugatti stellt sein Auto vom 21. bis 29. April auf der Pekinger Automesse aus. Das ist natürlich nicht gerade um die Ecke. Doch die anvisierte Zielgruppe stellt eine Kurzvisite nach China wohl vor keine allzu großen finanziellen Probleme.

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