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Mercedes S-Klasse: Digitale Schlittenfahrt

Foto: Daimler

Ausfahrt in der neuen S-Klasse Dieser Mercedes setzt Sie voll ins Bilde

Komfort und Sicherheit der neuen S-Klasse sind exzellent wie immer. Der Clou steckt im Armaturenbrett.
Von Wilfried Eckl-Dorna aus manager magazin 12/2020

Wer sich eine S-Klasse zulegt, verbringt sein Berufsleben oft bequem auf dem Rücksitz. Bei der neuen Version lohnt es sich nun, nach vorn zu kommen und das Armaturenbrett auf sich wirken zu lassen: Es bietet – gegen Aufpreis – dreidimensionale Karten ähnlich einem Hologramm, ohne dass der Fahrer dafür eine Spezialbrille benötigt. Zudem blendet ein Head-up-Display nicht nur Abbiegepfeile direkt in die Fahrbahn ein. Es zeigt auch mit grünen Punkten an, welchem Fahrzeug der Abstandstempomat folgt. Damit sieht der Fahrer in der Windschutzscheibe, woran sich die Assistenzsysteme des Wagens orientieren.

Ab Mitte 2021 wird die S-Klasse in Autobahnstaus autonom fahren können – anders als Audi und BMW, die am dafür notwendigen Zusammenspiel von Technik und Gesetzgebung bislang gescheitert sind. Sogar von hinten herannahende Einsatzfahrzeuge erkennt der Wagen dann mit Mikrofonen und einer Heckscheibenkamera und weicht selbstständig aus.

V6-Benzinmotor mit
435 PS,
320 kW
2999 ccm Hubraum
214-181 g/km CO2-Emission



Damit reklamiert Daimlers S-Klasse schon mal einen großen Fensterplatz in Richtung Zukunft.

Natürlich darf auch Bewährtes nicht fehlen, das Dahingleiten, die Kraft der Motoren, seien es Benziner, Diesel, Hybride oder, im Laufe des nächsten Jahres, auch Elektromotoren pur. Das Fahrgefühl aber bleibt s-klassentypisch, von der Außenwelt dringt allenfalls ein Flüstern durch die schallgedämpften Türen. Einzig die Lenkung dürfte in sämtlichen Fahrmodi präziser sein.

Äußerlich ist der größte Mercedes noch ein bisschen länger als der Vorgänger, dafür fallen die Seitenlinie schlanker und die Heckleuchten fast schon grazil aus. Eine ganze Armada von Airbags und Sicherheitssystemen soll Unfälle verhindern oder deren Folgen abmildern. In enge Parklücken zirkelt der Benz-Riese dank Hinterradlenkung viel besser hinein als sein Vorgänger. Das Ledergestühl massiert, heizt und kühlt auf Wunsch. Gegen Aufpreis bollert es sogar mit eigenen Vibratoren die Basstöne der Musikanlage in den Rücken. Damit ersetzt das Musikhören fast schon die wegen des Lockdowns ausfallenden Konzerte.

Die S-Klasse ist wieder ganz oben angesiedelt, egalitär ist sie nur in einem Detail: Die Spracherkennung duzt die Nutzer nun erstmals.

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