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Ausfahrt im neuen Ford Explorer Fat Boy

Groß und bequem ist Fords Explorer zweifellos. Als Plug-in-Hybrid ist er aber nur ein Kompromiss.
aus manager magazin 3/2021

Ford schlägt sich in Deutschland wacker im Klein- und Kompaktwagensegment, die Oberklasse dagegen ist seit Jahren Terra incognita. Nun versuchen sich die US-Amerikaner mal wieder mit einer Expedition: Nach 20-jähriger Pause hat Ford den Import seines mächtigen SUV Explorer aus den USA wieder aufgenommen.

Auf die Frage, wofür Führungskräfte ein über fünf Meter langes, 2,25 Meter breites und 1,78 Meter hohes Auto benötigen, gibt der Wagen immerhin eine überzeugende Antwort: In der dritten Reihe sitzen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene einigermaßen bequem. Das kann helfen, wenn man sich mit einer kleinen, eingeschworenen Truppe an einen geheimen Ort zurückziehen will. Die Aura eines Mannschaftsbusses verströmt allerdings mitunter auch der Innenraum: Die Plastikteile sind eher robust gehalten.

V6-Benzinmotor, 13,6 kWh-Akku mit 457 PS
336 kW Systemleistung aus 2956 ccm Hubraum
71g/km CO2-Emission

Äußerlich wirkt der Wagen dank geschickter Linienführung weniger dickbackig als er ist. Und in den Kerndisziplinen liefert der Explorer äußerst solide Werte ab: Die Sitze blieben bei der ausgedehnten Testfahrt auch auf langen Autobahnstrecken überaus bequem, die Geräuschdämmung ist gut, die Bedienung des Infotainments gab keine Rätsel auf. Und auch Abstandsradar und Verkehrszeichenerkennung verrichteten verlässlich ihre Hilfsdienste. Einziger klarer Nachteil gegenüber den deutschen Premiumherstellern: die vergleichsweise komplizierte Sprachbedienung des Navigationsgeräts.

So entschieden der Explorer sich als komfortables Langstreckengefährt anbietet – so sehr ist der Ford als Elektromobil nur ein Kompromiss: Mehr als 30 Kilometer völlig emissionsfreie Fahrt waren im Stadtverkehr nicht drin. Da bieten die Plug-in-Hybrid-Versionen des BMW X5 und Mercedes GLE deutlich mehr.

Doch immerhin: Mit vollgeladenem Akku ließ sich der Verbrauch des Explorers auf einer 500 Kilometer langen Autobahnfahrt auf rund elf Liter Benzin je 100 Kilometer drücken. Extrasparsam ist das nicht, für die Größe und 2,5 Tonnen Leergewicht aber in Ordnung. Etwas vom Klischee des spritverschwenderischen Amerikaners bleibt eben auch in der Elektroneuzeit erhalten.

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