Dienstag, 20. August 2019

Porsche 911 Carrera S im Fahrtest So alltagstauglich wie ein Golf

Die technischen Verbesserungen am neuen 911er lesen sich wie eine überlange Liste schwäbischen Tüftlertums. Angefangen mit einem "asymmetrischen Einlassventilhub", der den Verbrauch senken soll, bis hin zu einer App, mit der sich Rennstreckeneinsätze dokumentieren und auswerten lassen.

Da ist viel Spielerei dabei, aber beim schnellen Fahren, der für Sportwagen wichtigsten Kategorie, zeigt sich, dass die Porsche-Ingenieure den 911er tatsächlich besser gemacht haben. Er ist noch rasanter unterwegs und ja, er bleibt so alltagstauglich wie ein Golf.

Porsche 911 Carrera S
Technik
450 PS
331 kW aus Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor mit 2981 ccm Hubraum
205 g CO2-Emission/km
Dynamik
3,5 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
308 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 120.125 Euro

Dass die achte Elfergeneration noch einmal deutlich fixer ist als ihre Vorgängerin, liegt, wie ich während ein paar Proberunden mit dem Carrera S auf der Rennstrecke Ricardo Tormo in Spanien feststelle, vor allem am Antriebsstrang. Das neue Doppelkupplungsgetriebe dreht die Gänge optimal aus, schaltet schnell und präzise, auch beim Bremsen - was dann am Kurvenausgang für optimal dosierbare Kraft und Beschleunigung sorgt.

Die Bremsbacken packen zu, als gäbe es kein Morgen. Das liegt auch an den breiteren Hinterrädern, die jetzt, unterstützt vom variabel ausfahrbaren Heckspoiler, mehr Bremskraft übertragen. Bei der Ausfahrt über die Sträßchen des katalanischen Küstengebirges sorgt die neue elektrische Lenkung für exaktes Kurvenzirkeln. Auf den kurzen Zwischengeraden hilft dann der Boosterknopf mit 20 Sekunden Maximalleistung beim Überholen.

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Über das Design lässt sich allerdings streiten. Zwar ist der neue Elfer in jeder Dimension nur um ein paar Millimeter gewachsen, dennoch wirkt er plumper. Was vor allem am breiten Heck liegt, optisch verstärkt vom durchgezogenen LED-Leuchtband. Das böse Wort vom "Krötenhintern", wie bei der ersten Panamera-Generation, taucht wieder auf. Schade auch, dass das Lenkrad jetzt die beiden äußeren digitalen Rundinstrumente verdeckt, darunter die nicht ganz unerhebliche Benzinuhr.

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