Sonntag, 26. Januar 2020

Bentleys Continental GT Cabriolet im Fahrtest Der Spazierfahrer

Seit gut 20 Jahren, seit Bentley zum VW-Konzern gehört, drehen dessen Strategen das Markenimage immer weiter weg von der früheren Schwestermarke Rolls-Royce: Repräsentative Limousinen wie der Flying Spur oder der Mulsanne rücken in den Hintergrund, der Schwerpunkt liegt mittlerweile auf rasanten Gran Turismos und dem ultrastarken SUV Bentayga.

Bentleys Continental GT Cabriolet
Technik
635 PS
467 kW Leistung aus einem W12-Zylinder-Biturbo mit 5950 ccm Hubraum
Dynamik
3,8 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
333 km/h Spitze
Preis
ab 228.480 Euro

Das Cabrio des Continental GT mit seinem bewährten W12-Zylinder-Motor folgt dieser Marschroute - allerdings nur auf dem Papier. Denn seine eigentliche Bestimmung und Erfüllung findet das Cabrio nicht in der Tempofahrt, sondern im genussvollen Cruisen.

Bei dieser Form der Fortbewegung findet dann auch der Pilot die Muße, sich an der Innenausstattung mit fein abgestepptem Leder und handschmeichlerisch-kühlen Chromaccessoires zu erfreuen. Bei angeschaltetem Fahrlicht umringt ein feines Leuchtdiodenband alle Insassen, die Farben lassen sich im Bedienmenü einstellen. Noch immer gibt es markentypische Schrulligkeiten wie die Registerzüge für die kugelförmigen Belüftungsdüsen, im Fan-Jargon "Bullaugen" genannt. Das zentrale Display rotiert auf Knopfdruck weg aus dem Armaturenbrett, macht Platz für die Anzeigen traditionell anmutender Rundinstrumente - die gleichwohl digital angesteuert werden. Klar, dass Tempomat, Abstandsradar und dergleichen für halbautonomes Fahren sorgen.

Bei der Ausfahrt durch brandenburgische Alleen wechsle ich zwischen den Fahrmodi "Comfort" und "Sport". Die erste Einstellung bügelt selbst die schlimmsten Schlaglöcher der Kopfsteinpflaster weg, die zweite sorgt für eine straffe Kurvenlage.

Schweben gleich vier Passagiere durch die Landschaft, heißt es zusammenrücken. Vorn fehlt dann die Kniefreiheit. Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 235 Litern definitiv zu klein für das Gepäck von vier Erwachsenen. Außer, natürlich, sie wetten auf fortgesetztes Cabrio-Wetter.

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