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An- und Einsichten: Teslas Elektrokreuzer in Bildern

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Tag 2 in Teslas Model S Wir sind so was von geladen!

Tesla-Live-Test, Tag 2: 425 Kilometer ohne Nachladen durchgehalten, und noch ist Saft in der Batterie. Während der stromsparenden Schleichfahrt gab es viel zu erleben: Neugierige Niederländer an der Tanke, ein grandios gescheiterter iPhone-Test - und die Antwort auf die Frage, warum so viele Falschparker hierzulande unbehelligt die Ladesäulen blockieren.

Tag 3 in Teslas Model S: Heute wird gekachelt

+++ Donnerstag, 18.10 Uhr +++

Vor uns ein grüner Baucontainer, links hinter dem Einfahrtstor silbrigglänzende Zylinder, die ein Rohrgewirr umgibt: Wir haben unser heutiges Tagesziel in Werlte erreicht. Jetzt schauen wir uns an, wie Audis grüne Zukunftsvision aussieht. Morgen davon mehr!

+++ Donnerstag 17.45 Uhr +++

Unser Luxusliner ist die Ausnahme. Heute hat die Batterie bereits 425 Kilometer ohne Nachladen durchgehalten. Noch reicht unser Saft für 42 Kilometer, im besten Fall 50 Kilometer. Das ist beachtlich - aber die 500 km-Marke werden wir nicht erreichen. Denn wir hatten Stop-and-Go-Verkehr in Frankfurt, jetzt gute 80 Kilometer Landstraße - da hilft auch die 88 km/h-Kasteiung auf der Autobahn nicht weiter. Morgen aber geben wir unsere noble Zurückhaltung auf. Dann wird gekachelt!

+++ Donnerstag 17.42 Uhr +++

Ladesäulen für unseren Tesla sind hier hingegen spärlicher gesät. Wie sagte Herr Groll von RWE so schön: "Die Automobilindustrie hat zurzeit nicht den Anspruch, reine Elektroautos langstreckentauglich zu machen. Experten erwarten sinkende Batteriepreise, so dass dann auch die Reichweiten steigen werden - derzeit liegt der Fokus auf der Entwicklung von kleineren, kostengünstigeren Autos für den Pendelverkehr."

+++ Donnerstag 17.40 Uhr +++

Seit einer guten Stunde fahren wir jetzt schon über Niedersachsens Landstraßen. Zartsprießende Wiesen und durchfurchte Äcker wechseln im Minutentakt mit kleinen Waldstücken und großen Windrädern. Dass es hier ausreichend Ökostrom gibt, können wir uns gut vorstellen.

+++ Donnerstag, 17.35 Uhr +++

In ein paar Jahren will RWE aber mit seinem Ladesäulen-Geschäft Gewinne schreiben. Gelingen soll das aber weniger mit dem Verkauf von Strom, sondern mit dem Verkauf von Hardware wie Ladesäulen und Dienstleistungen, etwa rund um die Abrechnung.

+++ Donnerstag, 17:30 Uhr +++

Immerhin zwei Orte gibt es, über die die RWE-Leute gerne reden: Amsterdam und Berlin. Dort werden ihr Ladesäulen nämlich immer häufiger genutzt. Sogar Staus an den Ladesäulen soll es schon geben. Ziemlich hungrig auf Ladesäulen-Strom sind in beiden Städten übrigens Carsharing-Unternehmen.

+++ Donnerstag 17:20 +++

Bei der Frage, wieviel RWE  bisher mit den Ladesäulen umsetzt, heißt es in der Runde nur: Die Tendenz zeige nach oben. Wir ahnen: Bis RWE  und Eon  Unternehmen wie Exxon  , Shell und Co das Geschäft mit der Mobilität abluchsen, vergeht noch eine gewisse Zeit. Ob wir das noch erleben?

+++ Donnerstag 17:15 Uhr +++

Dass die Parkerei vor den Ladesäulen ein Problem ist, weiß auch Marcus Groll, Vertriebsleiter Elektromobilität bei RWE: "In der Öffentlichkeit denken viele: Warum soll man die Parkplätze an den Ladesäulen freihalten, wenn es ohnehin kaum Elektroautos gibt? Das ist ein Henne-Ei-Problem," sagte er uns. Schon richtig. Aber es gilt auch: Keine Henne, keine Eier, kein Umsatz.

+++ Donnerstag 17.09 Uhr +++

Methan hat zwei Vorteile: Das Gas lässt sich in das bereits existierende Gasnetz einspeisen - und Gasmotoren für Autos gibt es bereits seit Jahrzehnten. Allerdings hat auch das Gastankstellen-Netz europaweit Löcher - ähnlich wie bei den Ladesäulen für Elektroautos. Aber kein Autofahrer käme auf die Idee, direkt an der Gastankstelle zu parken.

+++ Donnerstag, 17.05 Uhr +++

Mal ein Zwischenstand: Heute gefahrene Kilometer: 384, Restreichweite: 91-109 km, gesamt bisher gefahrene km: 879.

+++ Donnerstag, 16.50 Uhr +++

Auch in Werlte soll Strom dazu dienen, Autos anzutreiben - allerdings über einen Umweg: Eine Pilotanlage, die Audi gemeinsam mit SolarFuel betreibt, wandelt Ökostrom in Wasserstoff und in einem zweiten Schritt in Methan um. Warum so umständlich? Und ist das nicht viel zu teuer? Das wollen wir bei einem Besuch herausfinden.

+++ Donnerstag, 16.40 Uhr +++

Wir nähern uns dem nächsten Ziel und damit auch der nächsten Frage: Warum hat Audi seine Elektroauto-Pläne fast völlig auf Eis gelegt? Antworten erhoffen wir uns von einem Besuch in Werlte, wo Audi an einer Alternative arbeitet.

+++ Donnerstag, 16.30 Uhr +++

Ich hätte den letzten Eintrag nicht laut im Auto vorlesen sollen. Aus lauter Freude darüber steigt Kollege Sorge auf der Landstraße so kräftig aufs Gas, dass ich meinen Laptop festhalten muss. Von 50 auf 100 km/h dauert es gefühlte 2 Sekunden. Jetzt ist die Projected Range sofort auf 147 Kilometer gefallen.

+++ Donnerstag, 16.20 Uhr +++

Apropos Laden, unsere Batterie belohnt das heutige Schleichtempo mit beachtlicher Reichweite. Heute sind wir bereits 331 Kilometer gefahren, der Tesla-Akku ist noch zu einem Drittel voll. Wie weit wir wirklich kommen, darüber erhalten wir per Touchscreen unterschiedliche Angaben: Auf Basis unserer bisherigen Fahrweise sind es noch mindestens 132 Kilometer, die Projected Range auf Basis der letzten 50 Kilometer weist sogar 160 Kilometer Reichweite aus. Angst hängenzubleiben haben wir also nicht. Höchstens Respekt vor der Suche nach der nächsten Ladesäule. Aber diesmal halten wir ja auch nicht in einer vollgeparkten Großstadt.

+++ Donnerstag, 16.00 Uhr +++

Gerade haben an einer normalen Tankstelle gehalten - und trafen auf Ben Egberts, einen weißhaarigen, augenscheinlich wohlhabenden Niederländer. Denn sein Mercedes G in AMG-Version schluckt mehr als 20 Liter auf 100 Kilometer. Einen Umstieg auf Tesla kann er sich vorstellen - wenn sich der Stromer schneller als bislang in Deutschland möglich laden lässt und das Ladesäulen-Netz dichter wird. Das sollte doch ein Ansporn für RWE sein.

Ben Egberts: Er fährt selbst einen Mercedes G 63 AMG, nach 400 Kilometern ist auch sein Tank leer, aber dann muss er Benzin tanken. Er fährt auch 180 Sachen.

Ben Egberts: Er fährt selbst einen Mercedes G 63 AMG, nach 400 Kilometern ist auch sein Tank leer, aber dann muss er Benzin tanken. Er fährt auch 180 Sachen.

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Zwischenstopp bei RWE

+++ Donnerstag, 15:35 Uhr +++

Unsere wichtigste an Frage an RWE: Wie kann es sein, dass man ein Ladenetz betreibt, an dem keiner laden kann, weil die Plätze zugeparkt sind? Antwort: Politiker konnten sich bislang nicht dazu durchringen, für Verbrenner-Falschparker Bußgelder einzuführen. Das Abschleppen von Fahrzeugen ist rechtlich eine Grauzone, weil es noch keine entsprechenden Gesetze gibt. Na toll. Dafür sind Bilder von stolz vor Ladesäulen lächelnden Politikern in jeder Lokalzeitung zu finden. Dass sie dann praktisch kaum nutzbar sind, interessiert sie wohl weniger.

+++ Donnerstag, 15:17 Uhr +++

Morgen werden wir den Tesla aber mal so richtig über die Autobahn jagen - versprochen!

+++ Donnerstag, 15.15 Uhr +++

Derzeit fahren wir auf der A1 Richtung Norden - bei sonnigen 25 Grad und idealen Bedingungen für eine Langstreckenfahrt. Wir hängen uns jetzt hinter die großen Lkws und fahren weiter genügsam. Denn wir haben noch einen spannenden Termin mit Audi.

+++ Donnerstag, 15.05 Uhr +++

Unser Zwischenstopp bei RWE ist beendet - auf dem Parkplatz sind wir mit großem Bohei empfangen worden: Zuerst waren es 10, später bis zu 20 Mitarbeiter, die unbedingt den Tesla sehen wollten. Direkt neben uns hingen ein Nissan Leaf und ein Fiat 500 an Ladekabeln, doch die kannten die Mitarbeiter ja schon. Dabei wollten wir nicht den Tesla vorstellen - sondern von RWE wissen, wie es sein kann, dass Elektroautofahrer mit der Suche nach einer Ladesäule scheitern. Genau das wiederfuhr uns gestern. Und wir wollten hören, wie die Energieversorger mit dem Laden auch noch Geld verdienen wollen. Einfache Antworten auf diese Fragen bekamen wir nicht.

+++ Donnerstag, 13:10 Uhr +++

Wir sind bei RWE  angekommen. In unserer Mittagspause wollen uns die Leute vom Versorger erklären, wie sie die Mineralölindustrie beerben wollen. Wir melden uns gegen 14.30 Uhr wieder.

In Dortmund: Interessierte Mitarbeiter von RWE

In Dortmund: Interessierte Mitarbeiter von RWE

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+++ Donnerstag, 13.00 Uhr +++

Immerhin: Nissan-Chef Carlos Ghosn hat behauptet, der Leaf bringe bereits Gewinnbeiträge. Überprüfen lässt sich so etwas allerdings schwer.

+++ Donnerstag, 12.55 Uhr +++

Antwort von Hans-Peter Schmidt, Experte für Elektromobilität von Ford : "Das geht nicht per Startknopf von Null auf Hundert, das kann man nicht über das Knie brechen." Allerdings glaubt er durchaus daran, dass Stromautos langsam aber sicher auf die Straße kommen, aber eben langsam. Marktsubventionen wie in den USA oder Norwegen brächten nur einen kurzen Effekt. "Kaufanreize bringen wenig, wenn die Elektromobilität mehr als ein Strohfeuer sein soll. Lieber soll der Markt nachhaltig wachsen." Und daher sind viele große Hersteller sehr zurückhaltend.

+++ Donnerstag, 12.47 Uhr +++

Auf der gesamten Strecke sind wir noch keinem Elektroauto begegnet - abgesehen von Herrn von Gemmingens Roadster und den Wagen an der Ladesäule. Klar, es sind ja auch erst ein paar Tausend auf deutschen Straßen unterwegs. Warum? Wir haben mal bei Ford nachgefragt, warum die so wenig tun. Okay, das ist jetzt vielleicht ungerecht. In den USA haben sie schon ein paar Modelle am Start und bald kommt der Focus Electric nach Deutschland - mit einem Jahr Verspätung.

Mit 88 Sachen durchs Sauerland

+++ Donnerstag, 12.47 Uhr +++

Wir gehen mal davon aus, dass es an der Talfahrt lag und sich die Sache bald wieder einpendeln wird.

+++ Donnerstag, 12.40 Uhr +++

Apropos Akku: Keine Vorschlusslorbeeren für den Speicher dieses Wagens, sicher. Der Test ist ja noch lange nicht zu Ende. Uns fällt aber in diesem Moment auf, dass wir auf den vorherigen 50 Kilometern nur 115 Wattstunden pro Kilometer verbraucht haben (11,5 Kilowattstunden pro 100 Kilometer). Das ist ungewöhnlich wenig. Hatten wir vorher Gegenwind? Geht es jetzt überwiegend bergab? Letzteres scheint uns die Ursache zu sein. Die Restreichweite, basieren auf den vorherigen 50 Kilometern rauscht jedenfalls auf 370 hoch, obwohl wir schon 223 Kilometer gefahren sind. Unfassbar! Haben uns die Tesla-Leute in der Nacht einen Zusatzakku eingebaut?

+++ Donnerstag, 12.25 Uhr +++

Jetzt kommt der goße iPhone-Test: Wir versuchen, während der Fahrt unser iPhone zu laden, was ja angeblich problemlos klappen soll. Dazu verbinden wir das Handy, das als Navi hinter der Windschutzscheibe klemmt, per USB-Kabel mit dem Tesla und seiner Stromversorgung - und nichts funktioniert. In der Sonne verliert das Gerät trotz Stromverbindung Energie, anstatt zu laden. Das Urteil fällt also leider vernichtend aus. Vielleicht sollte Apple mal bei Tesla fragen wie das geht mit den Lithium-Ionen-Batterien.

+++ Donnerstag, 12.10 Uhr +++

Wir haben jetzt erst den "Range Mode" entdeckt, der ein bisschen mehr Reichweite bringen soll, weil die Leistung der Klimaanlage angepasst wird. Ärgerlich! Gut, jetzt probieren wir es aus. Allerdings hatten wir die Klimaanlage heute ohnehin fast gar nicht eingeschaltet, die angezeigte Restreichweite ändert sich durch diesen Modus praktisch nicht.

Idealtempo: Mit 88 km/h (55 Meilen pro Stunde, ein häufiges Tempolimit auf US-Highways) wird der Akku so geschont, dass Tesla 500 Kilometer Reichweite verspricht. Ob's klappt?

Idealtempo: Mit 88 km/h (55 Meilen pro Stunde, ein häufiges Tempolimit auf US-Highways) wird der Akku so geschont, dass Tesla 500 Kilometer Reichweite verspricht. Ob's klappt?

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+++ Donnerstag, 12.05 Uhr +++

Noch 54 Kilometer bis zum Zwischenziel bei RWE in Dortmund. Bisher sind wir heute 190 Kilometer gefahren. Die verschiedenen Restreichweitenanzeigen bieten folgendes: Rated Range 234 Kilometer (basierend auf einem realistischen Fahrverhalten), Ideal Range 269 Kilometer (ideales Fahrverhalten). Und das Fahrverhalten der letzten 25 Kilometer zugrunde gelegt, haben wir noch 266 Kilometer.

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Zwei Kofferräume, sieben Sitze und ein riesiger Touchscreen. Teslas Model S wartet mit vielen Superlativen auf - nicht alles ist aber extraklasse an dem Wagen. Ein Überblick in Bildern.

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An- und Einsichten: Teslas Elektrokreuzer in Bildern

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+++ Donnerstag, 11.45 Uhr +++

Auch gut, dass wir heute bei RWE in Dortmund vorbeikommen. Die sollen uns mal erklären, wie man Hotels wie dem Intercontinental teure Ladesäulen verkauft, die nicht mehr können als normale Steckdosen!

+++ Donnerstag, 11.30 Uhr +++

"Willkommen in Nordrhein-Westfalen." Im Land der Volumenautohersteller Ford und Opel also, wobei letzteres Unternehmen sich ja Ende 2014 weitgehend aus Bochum zurückzieht. Der Ampera ist Opels Versuch in der E-Mobilität Fuß zu fassen. In Deutschland klappt das leider nicht, nur eine zweistellige Zahl der Wagen verkauft Opel im Monat in Deutschland derzeit. Besser läuft es in den Niederlanden, wo Elektroautos manche Privilegien genießen, wie das kostenlose Parken im Stadtzentrum.

"Willkommen in Nordrhein-Westfalen"

+++ Donnerstag, 11.15 Uhr +++

Heute dürfen sich noch auf unsere Anrufe freuen: Der Oberbürgermeister von Frankfurt, der Polizeipräsident, falls es einen gibt, und der Chef des Versorgers Mainova. Dessen Ladenetz ist jedenfalls praktisch wertlos (sie Eintrag ganz am Anfang). Bund der Steuerzahler, Aufsichtsrat, Stromkunden, wer auch immer - übernehmen Sie!

+++ Donnerstag, 10.55 Uhr +++

Die Rückkehr auf die Autobahn war formvollendet. Mit 88 Stundenkilometern und Tempomat durch die Auffahrtkurve. Kein Problem für unseren Elektrokreuzer. Das Manöver hat auch Energie gespart, die Verbrauchskurve bleibt konstant.

+++ Donnerstag, 10.50 Uhr +++

Beim Benziner sieht die Rechnung ungefähr so aus: Ein Audi A8 4.2 FSI Quattro verbraucht laut der Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" 12,3 Liter auf 100 Kilometern. Macht bei einem Benzinpreis von 1,60 Euro fast 20 Cent pro Kilometer! Gut, es gibt auch deutlich sparsamere Luxusliner mit Diesel- oder Hybridantrieb, aber die sind nicht so sportlich wie der Tesla.

+++ Donnerstag, 10:45 Uhr +++

Ein erster Erfolg der Schleichfahrt ist schon zu sehen. Bisher verbrauchen wir heute 174 Wattstunden pro Kilometer, gestern waren es im Schnitt 197. Kosten pro Kilometer nach dieser Rechnung bei einem Strompreis von 27 Cent pro Kilowattstunde: 4,7 Cent heute, gestern 5,32 Cent. Das sind für eine Luxuslimousine schier unglaubliche Werte.

+++ Donnerstag, 10.35 Uhr +++

Zu allem Überfluss sind wir aufgrund menschlichen Versagens vom Weg abgekommen. Aber das wirft uns kilometermäßig nicht weit zurück, und die Fahrt auf der Bundesstraße ist mit 88 auch irgendwie authentischer und mitleidig-böse Blicke von der Nachbarspur gibt es auch nicht.

+++ Donnerstag, 10:30 Uhr +++

Und was sagt die Batterie? Wir haben die Anzeige auf Ideal Range gestellt. Nach 54 Kilometern Fahrt sind noch 428 Kilometer im Speicher, es wird also nicht ganz leicht mit den 500 Kilometern. Unsere bisherige Erklärung: Stop and Go im Stadtverkehr, hügeliges Streckenprofil, ein bisschen Klimaanlage.

+++ Donnerstag, 10.22 Uhr +++

Auf der A5 in Richtung Nordwesten: Nachdem uns gerade erneut ein 40-Tonner überholt hat, fragt Fahrer Eckl-Dorna, ob er nicht doch das Tempo von 80-90 Stundenkilometern etwas erhöhen sollte. Wir gehen jetzt mal auf Strich 88.

+++ Donnerstag, 10.15 Uhr +++

Der Tesla zieht die Blicke auf sich: Dieser Frankfurter Rechtsanwalt etwa durfte auch mal in den Wagen hineinschauen

Der Tesla zieht die Blicke auf sich: Dieser Frankfurter Rechtsanwalt etwa durfte auch mal in den Wagen hineinschauen

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+++ Donnerstag, 9.52 Uhr +++

Wir fahren. Um 9.15 Uhr gab es den Anruf von Tesla, dass der Wagen voll ist. In der Garage stellte sich heraus: Das Auto ist auch noch frisch geputzt. Hmm, wie finden wir das? Die halten uns jedenfalls an der kurzen Leine, wollen wenig dem Zufall überlassen. Wie es zu der Säuberungsaktion kommen konnte, erkläret sich aus unseren Erlebnissen von gestern Abend (siehe unten).

+++ Donnerstag, 9.15 Uhr +++

Hier unser Plan für den Tag. Nachdem wir uns unseren Strom mühsam erkämpft haben, wollen wir ihn heute am liebsten gar nicht mehr hergeben. Oder zumindest möglichst wenig pro Kilometer. Heute nehmen wir Tesla-Chef Elon Musk also beim Wort: 500 Kilometer sollen es sein mit einer Tankfüllung, auch wenn wir dafür nur 88 Stundenkilometer fahren dürfen. Langweilig dürfte uns dennoch nicht werden - wir haben einige vielversprechende Stopps und Gespräche arrangiert.

+++ Donnerstag, 9.05 Uhr +++

Unsere Abfahrt verzögert sich jedoch leider etwas, weil der Akku noch nicht ganz voll geladen ist (über die Gründe lesen Sie ganz unten mehr). Geladen waren dagegen wir am gestrigen Abend. Die Suche nach einer öffentlichen Stromsäule entwickelte sich zu einem echten Krimi (ja, die Sache hat auch eine justiziable Seite) und stellte sich schließlich als Ding der Unmöglichkeit heraus. Über Frankfurts amateurhafte Gehversuche bei der Elektromobilität berichten wir gleich noch etwas mehr, die Zeit haben wir jetzt ja.

+++ Donnerstag, 9.00 Uhr +++

Guten Morgen von der Tesla-Probefahrt von Garmisch-Partenkirchen nach Flensburg! Wir stromern heute weiter von Frankfurt am Main nach Norden. Gestern sind wir mehr als 500 Kilometer unterwegs gewesen und haben es bei moderatem Autobahntempo, manchen Baustellen und einer Zwischenladung in Karlsruhe locker an den Main geschafft.

Odyssee in Frankfurt - Tesla muss helfen

+++ Rückblick auf gestern Abend +++

Hier die Geschichte davon, wie sich eine bedeutende Finanzmetropole einmal bis auf die Knochen blamiert - zumindest aus der Windschutzscheiben-Perspektive zweier Elektroauto-Fahrer.

Das Unglück nahm im Hotel Intercontinental seinen Lauf. Aus den beiden hübschen RWE-Säulen im Keller kamen nur 16 Ampere - so viel wie aus einer normalen Steckdose! Gut, dass eine Gehminute entfernt eine Säule des örtlichen Versorgers Mainova steht. Ausgewiesen mit 32 Ampere, aber wer weiß? Bevor wir das Model S von seiner Nuckelflasche im Interconti abstöpseln und umparken, haben wir doch lieber mal bei der Hotline angerufen. Die Mitarbeiter würden dann sicher auch dafür sorgen, dass die Nicht-Elektroautos, die die Säule zuparken, abgeschleppt werden.

Abschleppen verboten: Zugeparkte Ladeplätze in Frankfurt am Main

Abschleppen verboten: Zugeparkte Ladeplätze in Frankfurt am Main

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Sollte uns doch die Polizei aus der unglücklichen Lage befreien! Recht und Ordnung, das können die in Hessen doch, oder? "Nein, abschleppen können wir nur, wenn die Autos im Halteverbot stehen", bedeutete uns eine Frau vom Revier. Komisch - wieso geht das eigentlich bei Behindertenparkplätzen? Wir fühlten uns jedenfalls erheblich diskriminiert.

Kurze Zeit später kam der Rückruf von Mainova. Keine Chance, die Rechtsprechung untersagt, Ladesäulen für Elektroautos freizuhalten. Wir sagen: Justizirrtum! Er sagt: Fahren Sie ins Parkhaus Börse, da ist immer was frei an den Säulen. Ob das genau jetzt auch tatsächlich der Fall sei, konnte er aber leider nicht sagen. Arrgh.

Ok, kürzen wir das jetzt hier ab. Im Parkhaus Börse gibt es zwei Stellplätze, die gestern Abend leider belegt waren - mit einem Tesla Roadster und einem nicht eingestöpselten Renault Twizy. Der Parkhaus-Mitarbeiter sah sich weder in der Lage, uns den Twizy wegzuräumen, noch die Parkgebühr für 15 Minuten Ärger (macht 1 Euro) zu erstatten. Nur noch bizarr.

Wir wollten es eigentlich nicht tun, aber angesichts der Odyssee haben wir Tesla um Hilfe gebeten. In einem Parkhaus unweit der Oper haben die einen Ladeplatz für ihr Geschäft. Dort hat sich unser Model S gegen 22 Uhr dann auch gleich wohl gefühlt. Dank auf diesem Wege an den Tesla-Besitzer aus dem Frankfurter Umland, der uns angeboten hatte bei ihm zu laden. Es war uns dann aber doch etwas zu weit draußen - zumal unser Hotel in der Innenstadt lag.

Tag 1: Hält Teslas Model S, was es verspricht?

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